Alles ist Außenpolitik

Ausgabe #1/2005 - Januar

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Neue Welt, altes Denken

Die Grenzen zwischen Außen- und Innenpolitik lösen sich auf

Seit 1989 hat sich die Welt fundamental verändert; aber die Denkmuster zu ihrer Erklärung sind die gleichen geblieben. Wenn Unübersichtlichkeit die Politik überfordert, sucht sie nach einfachen Antworten. Mit schlichten Dichotomien will auch die Wissenschaft immer komplexere Verhältnisse interpretieren. Beides muss zwangsläufig scheitern.

Wettstreit der Akteure

Die internationalen Verflechtungen revolutionieren das Regieren

Längst handelt nicht mehr nur das Auswärtige Amt international. Auch die traditionellen Binnenressorts der Bundesregierung agieren eigen-
ständig auf europäischer wie globaler Ebene. Doch trotz der zunehmenden Überlappung von innen- und außenpolitischen Aufgaben mangelt es weiterhin an vernetztem Denken. Und das nicht nur in den Ministerien.

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Was ging schief?

Auslandswissenschaft nach der Postmoderne

Wohin hat die außenpolitische Diskussion der letzten Jahrzehnte geführt? Staatliche Stellen, Außenpolitik-Redaktionen, auslandswissenschaftliche Universitätsfächer scheinen noch das alte „Westdeutschland“ zu verkörpern, in dem Außenpolitik ein Randgebiet war. Von den Problemen der Gegenwart wissen sie nicht genug. Postmoderne Theorie undstaatstragender Positivismus haben sich dabei ergänzt. Wenn der Westen aber überleben will, muss er wissen, wer seine Feinde sind.

»Europa muss Weltmacht werden!«

EU-Kommissar Günter Verheugen im Gespräch mit der IP

Die Verhandlungen über die EU-Mitgliedschaft der Türkei sind ein großer Sprung nach vorne. In Zukunft wird Europa seine Interessen bei der Lösung globaler Probleme robust vertreten

Republik ohne Kompass

Berlins Außenpolitik ist orientierungslos

Die westliche Gemeinschaft ist in Auflösung begriffen, unsere außenpolitische Lage kritisch. Doch nicht allein Rot-Grün, allen politischen Lagern fehlen schlüssige Konzepte für die großen Entscheidungsfragen.

Europa und Amerika: business as usual?

Die Zeit ist reif für einen US-EU-Vertrag

Zwar ist das neue Zuwanderungsgesetz am 1. Januar Kurz vor dem Amtsantritt der zweiten Bush-Administration deutet manches auf eine pragmatische Neuorientierung in den transatlantischen Beziehungen hin. Die Europäische Union hat manchen materiellen und institutionellen Nachholbedarf, ehe sie zu einem Akteur der Weltpolitik aufsteigen kann. Die USA müssen die EU als wichtigsten europäischen Partner akzeptieren. Ein formeller Vertrag könnte dazu beitragen.

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Enorme Unterschiede

Aktuelle Demoskopie zum EU-Beitritt der Türkei

Die aktuelle Demoskopie zum EU-Beitritt der Türkei ergibt kein einheitliches Bild. Viel spricht jedoch für die Annahme, dass die Deutschen das Thema ganz nüchtern angehen

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Der irrelevante Kontinent

Warum die Amerikaner wenig von den Europäern halten - und was Europa dagegen tun kann

Die Bush-Regierung hat ihre Verachtung für die traditionellen Alliierten sehr weit getrieben. Diese Politik hat sich als kontraproduktiv erwiesen. Amerika, das sich lange Zeit das Engagement seiner Alliierten wünschte, hat letztlich die zurückgewiesen, deren Hilfe es bedarf. Aber es wäre seitens der Europäer gleichermaßen unehrlich und kontraproduktiv, sich lediglich auf die Rolle des unschuldigen und ohnmächtigen Zuschauers zurückzuziehen.

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Sanfter Machtverlust

Die USA müssen wieder mehr in Softpower investieren

Es gibt drei Hauptwege für einen Staat, Macht auszuüben: durch den Gebrauch oder die Androhung von Gewalt, durch Belohnung von Gefolgsamkeit oder durch Soft Power – also durch das Gewinnen von Anhängern mit den Werten seines Landes und die Bereitschaft zur Einbindung anderer. Wenn ein Land andere durch den Einsatz von Soft Power dazu bewegen kann, ihm zu folgen, kann es sich den Einsatz von Brot und Peitsche häufig ersparen. Diese Lektion haben die USA zuletzt anscheinend vergessen.