Das Kreuz mit den Religionen

Ausgabe #4/2005 - April

Duell der Paradoxien

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Anmerkungen zum Thema Religion in den USA und Europa

Aufgeklärte Europäer begegnen amerikanischer Religiosität gern mit Herablassung. Aber, fragt die Amerikanerin Marcia Pally, warum ignorieren sie ihre eigene kulturelle Intoleranz – etwa die Neigung, muslimische Immigranten noch in der dritten Generation auszugrenzen? Europa sollte seinen Umgang mit Glaubensfragen kritisch überprüfen.

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Versöhnen und spalten

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Religion kann als einheitsstiftende Kraft einer multikulturellen Gesellschaft dienen

Amerika ist eine polarisierte Gesellschaft, der Grund dafür ist die Spaltung zwischen Fundamentalisten und Aufgeklärten – so lautet das Klischee. Mit der Realität hat es nicht viel zu tun. Gläubige leben ihren Glauben in der Praxis individuell und kreativ aus, Religion kann sogar als einheitsstifende Kraft in einer multikulturellen Gesellschaft dienen.

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Was der Westen glaubt

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USA und Europa: gemeinsame Wurzeln, unterschiedliche Wege

In den Vereinigten Staaten bestimmen evangelikale Christen zunehmend die Politik, Präsident Bush wird als „spiritual leader“ angesehen. Das säkularere Europa betrachtet diesen Trend mit Misstrauen. Doch werden die Unterschiede verdrängt, wird die transatlantische Kluft weiter wachsen. Deshalb sollten sich beide Seiten um Verständnis bemühen.

Die religiöse Rechte in den USA

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Evangelikale Christen werden zunehmend auch die außenpolitische Agenda bestimmen

Christliche Rechte sind eine wichtige Wählergruppe der Republikaner. Mit ihren Überzeugungen beeinflussen sie zunehmend die amerikanische Außenpolitik, vor allem im Nahen Osten. Doch diese „weichen“ Faktoren werden in der europäischen Politikanalyse oft ausgeblendet – was zu Fehleinschätzungen führt und die transatlantische Allianz belasten kann.

Die Apokalypse in uns

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Die Moderne und der monotheistische Fundamentalismus

Europa wähnt sich sicher. Mit religiösem Fundamentalismus hat man nichts zu tun. Dabei wird leicht übersehen, wie sich die apokalyptischen Impulse in der Kultur der Moderne fortsetzen. Sie erfüllen Sehnsüchte, von denen auch Europa immer wieder erfasst wird.

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In Europa zu Hause sein

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Gläubig, finanziell unabhängig, staatsbürgerlich engagiert: Wie eine europäisch-muslimische Identität aussehen könnte

Muslime in Europa begegnen dem Anpassungsdruck der westlichen Lebensweise auf zwei Arten: Sie werden auch säkular oder sie leben einen Glauben, der den Islam des 7. Jahrhunderts imitiert. Tariq Ramadan fordert dagegen einen zeitgenössischen europäischen Islam.

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»Reform beginnt mit den Frauen!«

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Ohne die Lösung der Frauenfrage wird die muslimische Identitätsfindung scheitern

Die muslimische Schriftstellerin Irschad Mandschi über pluralistische Traditionen im Islam, arabischen Kulturimperialismus und Muslime im Westen

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Säkularisierung oder Säkularismus?

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Debatte

Nicht nur in der westlichen Welt diskutiert man über die Bedeutung der Religion für die Politik. In Indien wird seit längerem unter dem Begriff des „Säkularismus“ das Zusammenleben der vielen religiösen Gruppen in Südasien erörtert. Im vergangenen Sommer wurde diese Debatte für ein breiteres Publikum zugespitzt auf den Seiten von Outlook India geführt. Wir dokumentieren die Beiträge von drei führenden indischen Gelehrten, die auch deutliche Meinungen nicht scheuen.

Fliegender Drache am Himmel

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Was geschähe, wenn der Vatikan einen Chinesen zum Nachfolger von Papst Johannes Paul II. wählte?

Nirgendwo wächst die katholische Kirche so schnell wie in China. Das ideologisch verwüstete und im radikalen Umbruch befindliche Land sucht nach spirituellen Werten. Die Wahl eines polnischen Papstes beförderte den Zusammenbruch des Sozialismus. Ein chinesischer Papst als Nachfolger Johannes Paul II. würde die Welt noch heftiger erschüttern – deshalb sei ein faktengestütztes kleines Gedankenexperiment gestattet.

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Koloss auf tönernen Füßen

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Zu groß, zu unbeweglich, zu überfrachtet: Die NATO braucht eine neue Zweckbestimmung

Die Allianz steckt in einer tiefen Anpassungskrise. Sie wird nur dann fortbestehen, wenn sowohl die Europäer als auch die Amerikaner deutlich machen, dass sie an der NATO als Risikogemeinschaft festhalten wollen. In der Zukunft muss sie viel flexibler werden, um die unterschiedlichen Anorderungen ihrer Mitgliedsländer weiterhin erfüllen zu können.

Regelungen für die Nichtverbreitung

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Der fast 40 Jahre alte Atomwaffensperrvertrag ist keineswegs überflüssig

Im kommenden Monat treffen sich in New York Diplomaten aus den Mitgliedsstaaten des Atomwaffensperrvertrags zu einer Überprüfungskonferenz. Solche Treffen finden alle fünf Jahre statt. Diplomatische Routine also? Keineswegs. Im Kern geht es darum, ob es gelingt, bei der Nichtverbreitung atomarer Waffen die Verregelung der internationalen Beziehungen voranzutreiben und das kooperative Instrument der Rüstungskontrolle zu stärken.

Ein Vertrag ohne Freunde?

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Die Überprüfungskonferenz des NVV steht vor dem Scheitern

Die Angst vor Terroranschlägen mit „schmutzigen“ Bomben und der wachsende Kreis von Atommächten machen eine internationale Agenda zur Begrenzung der Proliferation so dringlich wie nie zuvor. Doch solange die Kernwaffenstaaten an Atomwaffen als legitimem Mittel zur Verteidigung festhalten, werden die Differenzen nicht zu überwinden sein.

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