Patient Deutschland

Ausgabe #5/2004 - Mai

Share

Abschied aus dem Jammertal

Kostenpflichtig

Deutschland im Übergang

Deutschland präsentiert sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts als ein „Land im Übergang“, so jedenfalls
der Berliner Publizist Warnfried Dettling. Allmählich dämmere es Bürgern wie Politikern,
dass sie zu lange der illusorischen Hoffnung nachgehangen haben, es könne immer so weitergehen
wie bisher. Doch die alte Ordnung trägt nicht mehr, und eine neue ist noch nicht gefunden.
Vorrangige Aufgabe der Politik sei es in dieser Situation, Hoffnung zu begründen und Vertrauen
in die Zukunft zu wecken – nur so könne der „Exodus aus dem Jammertal“ gelingen.

Zielloses Missvergnügen

Kostenpflichtig

Über das Elend deutscher Politik

Der „dröhnende, pausbäckige, gedankenlose Pragmatismus der neunziger Jahre“ hat die beiden
großen Volksparteien, die SPD wie die Union, in eine tiefe Sinnkrise geführt, auch wenn das bei
der Union gegenwärtig noch nicht so sichtbar ist. Die notwendigen Reformen, die auch Verzicht
auf viele Annehmlichkeiten bedeuten, lassen sich aber, so der Göttinger Politikprofessor Franz
Walter, nur durchsetzen, wenn der Bevölkerung ein einleuchtendes und richtungweisendes Konzept
präsentiert, wenn die Politik mit Sinn erfüllt werden kann.

Autor*in/nen
IP
Veröffentlichungsdatum

Der kranke Mann Europas

Kostenpflichtig

Diagnose und Therapie der deutschen Krankheit

Die deutsche Krankheit besteht in der strukturellen Arbeitslosigkeit der wenig qualifizierten
Menschen. Die staatlichen Lohnersatzleistungen haben dazu geführt, dass gerade diese Personengruppe
kaum noch Arbeit findet. Nur wenn hier, aber auch auf anderen Gebieten die notwendigen
Reformen entschlossen und sachgerecht durchgesetzt werden, so Hans-Werner Sinn,
der Präsident des Münchner ifo Instituts, besteht die Aussicht, dass Deutschland wegkommen
kann vom Platz des Schlusslichts unter den OECD-Ländern.

Ist Deutschland noch zu retten?

Kostenpflichtig

Deutsche Arbeitnehmer und Unternehmer haben immer wieder ihre Konkurrenzfähigkeit auf
dem internationalen Markt unter Beweis gestellt. Trotzdem bleibt das Wachstum der deutschen
Wirtschaft weit hinter den Erwartungen. Wie ist es dazu gekommen? Andreas Wörgötter und Eckhard
Wurzel, beide von der OECD in Paris, gehen dieser Frage nach und schlagen zur Abhilfe
unter anderem die Sanierung des Staatshaushalts, einen flexibleren Arbeitsmarkt sowie einen verbesserten
Wettbewerb bei Produkten wie bei Dienstleistungen vor.

Deutsches (Auslauf)Modell

Kostenpflichtig

Das Wirtschaftssystem hat sich schon viel stärker verändert als angenommen

Wenn man das „Deutsche Modell“ mit einem Haus vergleicht, dann sind lediglich die Außenmauern
– der institutionelle Rahmen – an Ort und Stelle geblieben. Der Rest wurde „entkernt“,
d.h. beim Arbeitsrecht und bei den sozialen Leistungen wurden bereits Einschnitte gemacht, die
eher an das angloamerikanische Modell erinnern. So hat sich das deutsche Wirtschaftssystem bereits
grundlegend gewandelt, ohne dass es die meisten gemerkt haben. Ob die bisher erfolgten
und die geplanten Veränderungen ausreichen, lässt sich nicht abschätzen. Eines ist jedoch klar:
Die Behauptung, Deutschland sei im Kern nicht reformierbar, ist bereits widerlegt.

Demographisch bedingter Verteilungsstress

Kostenpflichtig

Ein zentrales Bevölkerungsproblem der Zukunft

Auf Grund des globalen Rückgangs der Geburtenzahlen und steigender Lebenserwartung zerfällt
weltweit die Grundlage sozialer Sicherungssysteme. Der dadurch entstehende Verteilungsstress
entfacht Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen, Ländern und Regionen, so Professor Herwig
Birg von der Universität Bielefeld. Kann Deutschland ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher
Dynamik und demographischer Stabilität finden oder drohen Entvölkerung und der unaufhaltbare
wirtschaftliche Kollaps?

Autor*in/nen
IP
Veröffentlichungsdatum

Verschenkte Chancen

Kostenpflichtig

Handlungsspielräume für die Bildungspolitik

Die PISA-Ergebnisse zeigen: Deutschland ist vom Vorbild zum Problemfall in der Ausbildung
geworden. Insbesondere Kinder aus bildungsfernen Schichten und ausländischer Herkunft leiden
unter den Schwächen des deutschen Bildungssystems, das durch eine frühe Auslese und ein
rigides Modell der Lebensphasen das Bildungspotenzial der Bürger unerfüllt lässt. Um dieses Potenzial
zu nutzen, darf lebenslanges Lernen keine leere Formel bleiben, sondern muss eine Institution
werden.

Standortqualität Made in Germany

Kostenpflichtig

Forschung und Innovationen beherzter fördern

Jahrzehnte hat Deutschland seinen wichtigsten Rohstoff, die Ausbildung, vernachlässigt und erlaubte
so der amerikanischen und asiatischen Konkurrenz, einen entscheidenden Vorsprung in
der Forschung zu gewinnen. Das Problem ist endlich erkannt worden, doch die vorgeschlagenen
Maßnahmen reichen nicht aus. Um die Stellung Deutschlands als Innovationsstandort zu sichern,
sind eine bessere Verzahnung von Grundlagen- und Anwendungsforschung, erhöhte Leistungs-
und Kundenorientierung bei Universitäten sowie gesteigerte private Finanzierung von
Hochschulen durch Industrie und Ehemalige nötig.

Autor*in/nen
IP
Veröffentlichungsdatum

„Mehr Mut zur Leistung“

Kostenpflichtig

Interview mit Hans-Olaf Henkel zum Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland

Deutschlands Forschungslandschaft kann sich im internationalen Vergleich sehen lassen. Doch
das allein garantiert nicht, dass das Land auf lange Sicht konkurrenzfähig bleibt. Vor allem die
Universitäten leiden unter chronischer Unterfinanzierung, Überreglementierung und staatlicher
Gängelei, so der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Statt Förderprogramme aufzulegen, sollte
auch in diesem Bereich mehr Wettbewerb zugelassen werden. Kurz: mit mehr Autonomie für den
Einzelnen, weniger Hang zur Gleichmacherei und mehr Mut zur Leistung könnte Deutschland
wieder zur Weltspitze aufschließen.

IP
Veröffentlichungsdatum