Der dreifache Schock
Die Golfstaaten leiden auf wirtschaftlicher, politischer und psychologischer Ebene unter dem Iran-Krieg. Nun gilt es, den eigenen Kurs anzupassen, um krisenfester zu werden.
Die Golfstaaten leiden auf wirtschaftlicher, politischer und psychologischer Ebene unter dem Iran-Krieg. Nun gilt es, den eigenen Kurs anzupassen, um krisenfester zu werden.
Als die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begannen, unterstützte Bundeskanzler Friedrich Merz das Vorgehen zunächst. Später ruderte er zurück. Bei einer Initiative zum Schutz der Seewege nach Kriegsende übernahmen Frankreich und Großbritannien die Führung, Deutschland bot aber an, bei der Seeminenräumung zu helfen.
Das Beispiel Iran zeigt, wohin sich die Kriegsführung entwickelt hat. Die meisten Streitkräfte Europas sind auf diesen Stresstest spektakulär unvorbereitet.
Der Iran-Krieg offenbart Chinas Verwundbarkeiten im Nahen Osten. Zerstörte Infrastruktur und blockierte Handelswege im so wichtigen Transitland Iran kann sich die Führung in Peking nicht leisten und sucht bereits nach Alternativen.
Der Iran-Krieg begann, weil sich US-Präsident Donald Trump für Gewalt entschied – und verkalkulierte. Nun stehen die Europäer vor einem Dilemma, das sie nicht selbst verschuldet haben.
Die iranischen Angriffe auf die arabischen Golfstaaten bedrohen deren Geschäftsmodell von Stabilität und Strahlkraft. Sie befinden sich im Auge des Sturms und müssen ihre Strategien anpassen, ohne ihre Interessen aufzugeben.
Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
Moskau, Peking, Teheran, Pjöngjang: Entsteht da ein stabiles antiwestliches Bündnis? Die Antwort: Es ist kompliziert. Von den ewigen Dilemmata der russischen Außenpolitik.
Erneut wurde eine große Protestbewegung im Iran brutal niedergeschlagen. Doch das bedeutet noch nicht das Ende der Krise, die das Land im Dezember 2025 erfasst hat. US-Präsident Trump hat wiederholt mit einem Angriff gedroht, und auch die israelische Regierung überlegt schon länger, ob es nicht an der Zeit für eine erneute Attacke auf den Iran ist. Könnte das Regime des Obersten Führers Ali Khamenei doch noch in große Bedrängnis geraten?
Bisher ist Donald Trump gut damit gefahren, sich außenpolitisch nicht groß festzulegen. Doch die Entwicklung in Nahost könnte seine Präsidentschaft stärker prägen, als er glaubt.
Strategischer Pragmatismus prägt das Verhältnis Moskaus und Teherans. Trotz manch gleicher Interessen bleiben die Beziehungen rein transaktional.
Für die Zukunft des Nahen Ostens sind viele Szenarien denkbar. In allen bleibt die Region spannungsgeladen – und in keinem spielt Europa derzeit eine Rolle.
Deutschland, allen voran Außenministerin Annalena Baerbock, hat die iranischen Frauen in ihrem Protest gegen die Islamische Republik im Stich gelassen – und damit die Glaubwürdigkeit einer wertegeleiteten Außenpolitik tiefgreifend beschädigt.