Das Ende der Großmächte-Vorherrschaft
Die EU, China und die USA haben auf verschiedene Weisen mit ihrer wirtschaftlichen Stärke Außenpolitik gemacht. Das wird nun schwieriger.
Die EU, China und die USA haben auf verschiedene Weisen mit ihrer wirtschaftlichen Stärke Außenpolitik gemacht. Das wird nun schwieriger.
Die Europäische Union braucht ein neues Gremium, das geoökonomische Fragen strategisch beurteilen und Abwägungsentscheidungen aushandeln kann.
Für Staaten wie für Unternehmen wird die strategische Kontrolle von Wertschöpfungsketten zu einem entscheidenden Kriterium.
Wirtschaftliche Abhängigkeiten beschäftigen die deutsche Politik immer stärker. So setzte der Bundestag im November 2025 eine Experten- Kommission zur „Überprüfung der sicherheitsrelevanten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China“ ein. Zugleich arbeitet die Bundesregierung an einer Wirtschaftssicherheitsstrategie.
Zwei neue Bücher rücken die enge Beziehung von Wirtschaft und Politik in den Fokus der Zukunftsdebatten. Sie zeigen, wie Amerika dank ökonomischer Kriegsführung seinen unipolaren Moment verlängert, und weisen Wege aus der ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Malaise des Westens.
Die Debatte um die Sicherheit im Roten Meer offenbart eine zentrale Schwäche Europas: hohe ökonomische Abhängigkeit bei begrenztem sicherheitspolitischem Einfluss. Der geplante India-Middle-East-Europe Economic Corridor (IMEC) soll Lieferketten diversifizieren, geopolitische Partnerschaften stärken und eine strategische Alternative zu China schaffen – doch Europa und insbesondere Deutschland zögern noch.
Europa sucht nach Partnern für einen neuen, wirksamen Multilateralismus. Wo es sie finden kann? Das versteht sich fast von selbst. Doch jetzt muss es schnell gehen.
Mit seinem chaotisch wirkenden Handelsprotektionismus hat US-Präsident Donald Trump Neuland betreten. Die EU muss sich auf weiterhin unsichere transatlantische Handelsbeziehungen einstellen – und ihre geoökonomische Abschreckung stärken.
Die EU steht ökonomisch doppelt unter Druck, von den USA ebenso wie von China. Aber sie hat die Instrumente, um sich zu behaupten, sagt der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament. Allerdings müssen die Mitgliedstaaten europäischer denken und intern Hemmnisse abbauen. Interview mit Bernd Lange.
Im geopolitischen Kontext wanken nicht nur Konzepte wie „digitale Souveränität“, sondern auch die Perspektive einer strategischen Autonomie Europas, die unabhängig von den Technopolen der USA und Chinas ist. Ein Plädoyer für mehr Realismus.
Der Schlüssel für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit liegt in der Vertiefung des Gemeinsamen Marktes, insbesondere für den Dienstleistungssektor. Doch die Widerstände sind groß.
Übermäßige staatliche Eingriffe in Märkte und schwache Rechtsdurchsetzung fördern die Entstehung von illegalem Handel. Wie können wir Marktmechanismen antizipieren und Kriminalität vorbeugen?