Stell dir vor, es ist Krieg, und alle gehen hin
Finnland hat nach Ende des Kalten Krieges eine umfassende Verteidigung aufrechterhalten. In manchem könnte Deutschland dem Beispiel folgen.
Finnland hat nach Ende des Kalten Krieges eine umfassende Verteidigung aufrechterhalten. In manchem könnte Deutschland dem Beispiel folgen.
Dass sein Land führend beim Bau eisgängiger Schiffe ist, hat Alexander Stubb jüngst einen spektakulären Deal mit Donald Trump beschert. Auch in der Diplomatie sind die Fähigkeiten des finnischen Präsidenten, Hindernisse zu überwinden, beachtlich.
Europa muss stärker werden, im Rahmen der NATO und der EU – militärisch, aber auch wirtschaftlich. Nur so kann es sich gegen Wladimir Putins aggressives Russland behaupten, sagt Finnlands Außenministerin Elina Valtonen.
Finnland und Schweden treten der NATO bei und machen ihre eigenen Zeitenwenden durch. Während Stockholm einen ähnlichen Nachholbedarf wie Berlin hat, bietet Helsinki schon seit Langem ein Modell für einen integrierten Sicherheitsansatz.
Der NATO-Beitritt ist für Schweden und Finnland ein epochales Ereignis: Beide Staaten werfen das über Jahrzehnte hochgehaltene Prinzip der sicherheitspolitischen Bündnisfreiheit über Bord. Kein Wunder, dass die Medien vielstimmig darüber berichten. Doch wie ausführlich sollen sie kritisieren dürfen? Und warum reagiert die Türkei auf das schwedische und finnische Gesuch so unterschiedlich?
Der Beitritt Finnlands und Schwedens steigert das Abschreckungspotenzial der NATO. Die Neuen sind natürliche Partner für Polen und die baltischen Staaten.
Der Beitritt Schwedens und Finnlands wird das Abschreckungs- und Verteidigungspotenzial der NATO in der nordisch-baltischen Region deutlich erhöhen.
Bislang hat Finnland mit seinem neutralen Status gut gelebt. Doch der Krieg in der Ukraine führt zum Umdenken.
Putins Überfall auf die Ukraine hat die europäische Sicherheitsordnung beendet. Auch das prekäre Gleichgewicht im Ostseeraum ist zerstört, mit Folgen für die Verteidigungsüberlegungen Finnlands und Schwedens. Aber: Hat die NATO gerade jetzt Interesse an 1340 Kilometer neuer Grenze mit Russland?