Titelthema

04. Mai 2026

Was Mittelmächte möchten

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Mitte: Vom Großmächte-Ringen zwischen den USA und China könnten am Ende ganz andere Länder profitieren.

Jan Vömel
Hürcan Asli Aksoy
Cobus van Staden
Philipp Lichterbeck

Indonesien
Türkei
Südafrika
Brasilien

 

Indonesien

Die ruhige Mittelmacht 

Große Töne spuckt Jakarta nicht, wenn es um die Gestaltung der Weltordnung geht. Mit ideologiefreier, interessenorientierter Sachlichkeit fährt man seit Jahren erfolgreich – wirtschaftlich und außenpolitisch.

Von Jan-Markus Vömel

Indonesiens Selbstwahrnehmung als Mittelmacht hat sich während der Präsidentschaft Joko Widodos von 2014 bis 2024 gefestigt – und das nicht ohne Grund: Verschiedenen Projektionen zufolge wird Indonesien bis 2050 mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 5 bis 6 Prozent in den Kreis der fünf größten Volkswirtschaften aufsteigen; die Bevölkerung des Archipelstaats nähert sich der Marke von 300 Millionen; und während technisch-industrielle Schlüsselsektoren noch fehlen, gelingt es dem Land, seine Rohstoffvorkommen strategisch wirksam einzusetzen. Indonesien ist somit nicht nur eine Mittelmacht unter vielen, sondern eine führende Kraft innerhalb dieser Kategorie von Staaten. 

Die historischen Wurzeln der heutigen Positionierung als Mittelmacht reichen bis zur Bandung-Konferenz im Jahr 1955 zurück. Mit dem globalen Sendungsbewusstsein des „Bandung Spirit“ positionierte sich Indonesien damals als Mittelmacht der blockfreien, postkolonialen Staaten. Allerdings blieb dies bis in die Jahre nach 2000 eine unterbrochene Tradition und unerfüllte Mission, denn das militärisch-autokratische New-Order-Regime unter Präsident Suharto zog sich jahrzehntelang nach innen zurück. 

Dennoch wirken die großen Leitlinien von Bandung bis in die heutige Ausgestaltung der Rolle als Mittelmacht nach. Während sich Bandung hauptsächlich gegen den westlichen Kolonialismus richtete, war der sowjetische Imperialismus keine Priorität – ein Erbe, das sich noch heute in der eher desinteressierten Haltung zum Krieg in der Ukraine zeigt, obwohl dieser gleich mehrere Prinzipien der Bandung-Schlusserklärung verletzt. Doch aus indonesischer Perspektive gilt Blockfreiheit als Erfolgsmodell. Keine relevante Kraft in der politischen Landschaft des Landes möchte von dieser Grundlinie abweichen.


Kaum Ärger dank Äquidistanz

So wahrt man heute gegenüber den Mächten USA, China und Indien eine generelle Äquidistanz, die jedoch je nach Sachlage flexibel ausgelegt wird. Außenpolitik wird weiterhin eher vorsichtig konzipiert. Konflikte mit Nachbarn und globalen Partnern gibt es nur wenige; Jakarta verfolgt keine expansive oder hegemoniale Agenda in der Region. 

Dies schlägt sich in einer für aufstrebende Mittelmächte ungewöhnlich ausgeprägten Stabilitätsorientierung nieder. Der sich abzeichnenden multipolaren Weltordnung stehen die außenpolitischen Eliten des Landes vorsichtig und kritisch gegenüber. Während anderswo häufig Chancen für eigene außenpolitische Projekte im Vordergrund stehen, sieht man in Indonesien auch Gefahren wie globale Instabilität und neue ­Blockbildung. 

Im indonesischen Diskurs gibt es auch Stimmen, die sich für mehr Offenheit gegenüber globalen Trends aussprechen. Dabei setzt man auf die Herausbildung relativ gleichgewichtiger Machtzentren, zu denen auch Indonesien gehören dürfte. Beobachter im Land sind sich allerdings einig, dass die indonesische Politik auch zukünftig an ihren traditionellen Leitlinien festhalten wird. Das bedeutet konkret: kaum Gestaltungsanspruch nach außen und eine Priorisierung der nationalen Entwicklung und wirtschaftlicher Ziele. 

Neben diesen Grundlinien der Mittelmacht-Positionierung nutzt Indonesien seine Rolle als größtes Mitglied im ASEAN-Verband, dessen Sekretariat sich in Jakarta befindet. Außerdem beteiligt sich das Land am G20-Format und ist seit 2025 Vollmitglied in der BRICS-Gruppe.


Außenpolitische Wagnisse

Seit dem Amtsantritt der Regierung von Präsident Prabowo Subianto im Oktober 2024 hat es zwar keine grundlegende Neuausrichtung der indonesischen Mittelmacht-Politik gegeben. Gleichwohl zeichnen sich Unterschiede im Stil und im nationalen Fundament der Außenpolitik ab. Die von vielen Beobachtern befürchtete Oligarchisierung der indonesischen Politik ist in vollem Gang und äußert sich in der Außenpolitik vor allem durch eine Zentralisierung im Präsidialamt. Als Außenminister hat Prabowo bewusst eine eher farblose Figur gewählt. 

Die Personalisierung der Außenpolitik hat zu Entscheidungen geführt, die Kritiker als unüberlegt und als Bruch mit dem traditionell auf innerem Konsens und Bündnisfreiheit beruhenden außenpolitischen Stil werteten. Unter Prabowo hat sich das Land sowohl China als auch den USA angenähert. 

Mit Blick auf Pekings Ansprüche im Südchinesischen Meer oder Chinas Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Uiguren hat die Regierung in Jakarta immer wieder beschwichtigende Signale gesendet. Gleichzeitig entschloss man sich zur Vollmitgliedschaft im BRICS-Bündnis. Mit der Entscheidung, Donald Trumps „Board of Peace“ beizutreten und Angebote zu unterbreiten, Friedenstruppen nach Gaza zu entsenden, wollte Prabowo Popularität und Wohlwollen bei den einflussreichen islamischen Massenorganisationen erreichen. Doch es folgte eine Kontroverse angesichts des wahrgenommenen Bruchs mit dem traditionellen Ansatz der Äquidistanz. Im Zuge des Iran-Krieges sah sich Prabowo gezwungen, die Teilnahme auszusetzen. Gleichzeitig schloss man einen Handelsvertrag mit den USA ab, der ebenfalls eine kritische Debatte auslöste. 


Wirtschaftspolitische Kontinuität

Mit ihrer wirtschaftlichen Programmatik setzt die Prabowo-Regierung die Politik der Vorgängerregierung fort. So wurde mit der „Danantara Indonesia“ ein weiterer großangelegter Investitions- und Beteiligungsfonds gegründet. Gleichzeitig startete die Regierung ein strategisches Maßnahmenpaket im Rohstoffsektor: Neben dem Ausbau der Förderung sollen auch verarbeitende Industrien angesiedelt werden. Bereits seit Längerem besteht ein Verbot des unverarbeiteten Exports, sodass rohstofffördernde Unternehmen in die lokale Wertschöpfung investieren müssen. Ebenfalls fortgesetzt wird die Vision „Golden Indonesia 2045“, die darauf abzielt, eine voll entwickelte Wirtschaftsnation zu werden. 

Viele Leitlinien, die in Deutschland, Europa und dem weiteren Westen als neu wahrgenommen und diskutiert werden, sind für Indonesien schon lange Realität: Multi-Alignment, eine Ausrichtung an mehreren Partnern, die auf ideologiefreier Sachlichkeit und Interessenorientierung beruht, bildet in Jakarta eine stabile Grundlage, trotz wechselnder Interpretationen. Indonesien ist somit eine geradezu idealtypische Mittelmacht in einer sich wandelnden Weltordnung. Mark Carneys Diagnosen und Maßgaben treffen für das Land in vielerlei Hinsicht bereits seit Längerem zu, wenngleich in einer zurückhaltenden, nach innen orientierten Variante. Dass die Davoser Rede des kanadischen Regierungschefs in Indonesien wenig ­Widerhall fand, könnte daran liegen. 

Für Europa kann Indonesien ein attraktiver Partner sein: Kooperationspotenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft und fundamentale Interessenkonflikte zeichnen sich nicht ab. Indonesien dürfte seine Rolle weiter auf die nationale Hauptpriorität der wirtschaftlichen Entwicklung ausrichten und so vor allem als wirtschaftliche Mittelmacht an Bedeutung gewinnen. •

Dr. Jan-Markus Vömel ist Wissenschaftler im DECRIPT-Programm am Institut national des langues et civilisations orientales (Inalco) in Paris.

 

Türkei

Die überdehnte Mittelmacht 

Selbstbewusst und flexibel navigiert die Türkei zwischen den Großmächten. Doch wie lange gelingt der Spagat zwischen ambitionierten außenpolitischen Zielen und begrenzten nationalen Kapazitäten?

Von Hürcan Aslı Aksoy

In einer Phase internationaler Unordnung, in der Regeln zunehmend missachtet werden, Bündnisse an Verbindlichkeit verlieren und Kooperationen vor allem transaktional erfolgen, positionieren sich Mittelmächte neu.

Auch die Türkei nutzt die aktuelle Phase globaler Fragmentierung, um ihre Position zwischen den Großmächten zu stärken und ihren regionalen Einfluss auszubauen. Dabei stützt sich das Land auf die drei zentralen Säulen seiner Außenpolitik: Sicherheit, wirtschaftliche Interessen und strategische Autonomie. 


Sicherheit nicht nur defensiv gedacht

Ausgangspunkt türkischer Außenpolitik ist ein ausgeprägtes nationales Sicherheitsverständnis, das zentrale Entscheidungen prägt. Bedrohungswahrnehmungen sind eng mit innen- und außenpolitischen Dynamiken verknüpft, insbesondere mit dem Kurden-Konflikt im Inneren sowie den militärischen Entwicklungen in den Nachbarstaaten Syrien, Irak und Iran. Die dort bestehenden kurdischen Strukturen werden in Ankara als unmittelbares Sicherheitsrisiko betrachtet und beeinflussen maßgeblich das außenpolitische Handeln.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Türkei eine Sicherheitspolitik, die über ihre eigenen Grenzen hinausreicht. Militärische Präsenz, grenzüberschreitende Operationen und strategische Kooperationen sind zentrale Instrumente, um Risiken frühzeitig einzudämmen und Einfluss auf regionale Dynamiken zu nehmen. Sicherheit wird nicht nur defensiv verstanden, sondern als Grundlage politischen Einflusses im Inneren und strategischer Handlungsfähigkeit nach außen.

Auch diplomatische Initiativen sind Teil dieses Ansatzes. Die Türkei ist in eine Vielzahl von Vermittlungsprozessen eingebunden – von Syrien über Konflikte am Horn von Afrika bis hin zu den Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran. Außerdem spielte Ankara eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über einen Getreidedeal und Gefangenenaustausch. In Afrika setzt das Land verstärkt auf militärische und rüstungspolitische Partnerschaften, um Präsenz zu zeigen. So hat das türkische Unternehmen Baykar Drohnensysteme in zahlreiche Länder exportiert, darunter Dschibuti, Äthiopien, Mali, Marokko, Niger, Nigeria, Somalia und Tunesien, ohne diese Kooperationen an restriktive politische Bedingungen zu knüpfen.

Diese Kombination aus militärischen, diplomatischen und rüstungsindustriepolitischen Maßnahmen ermöglicht es der Türkei, ihre sicherheitspolitische Reichweite auszubauen und ihren Einfluss in einer fragmentierten regionalen Ordnung zu festigen.


Wirtschaftliche Ziele

Neben sicherheitspolitischen Überlegungen bilden wirtschaftliche Interessen eine zentrale Säule türkischer Außenpolitik. Ankara will seine ökonomische Resilienz stärken und zugleich seine Rolle in regionalen und globalen Wertschöpfungsketten sowie Energiekorridoren erweitern.

Die Türkei ist wirtschaftlich eng mit der Europäischen Union verbunden, die dank der Zollunion ihr größter Handelspartner bleibt. Rund 43 Prozent der Exporte entfallen auf die EU, vor allem Industriegüter wie Fahrzeuge und Hochtechnologieprodukte. Gleichzeitig bemüht sich Ankara, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu diversifizieren und neue Märkte zu erschließen, insbesondere im Nahen Osten, in Afrika und in Zentralasien. Die Türkei hat derzeit Freihandelsabkommen mit 24 Nicht-EU-Staaten und treibt weitere Verhandlungen voran, etwa mit dem Golf-Kooperationsrat und Mercosur. Großprojekte wie das Development Road Project mit Investitionen in Infrastruktur und Transportkorridore sollen die Türkei als strategischen Knotenpunkt zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien positionieren und ihre geoökonomische Bedeutung weiter erhöhen. 

Die türkische Wirtschaft bleibt jedoch strukturell verwundbar. Energieabhängigkeit insbesondere von Russland begrenzt die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit. Laut Daten der türkischen Regulierungsbehörde für Energiemärkte stammten im vergangenen Jahr 66 Prozent der türkischen Erdölimporte und -produkte sowie 41 Prozent der Erdgasimporte aus Russland. Ankara versucht, diese Abhängigkeit durch eine schrittweise Diversifizierung seiner Energiebeziehungen zu reduzieren. Bei seinem jüngsten Besuch in den USA unterzeichnete Präsident Erdoğan zwei langfristige Verträge.

Außerdem erschweren Währungsinstabilität und der anhaltende Bedarf an externer Finanzierung die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und setzen der angestrebten strategischen Autonomie Grenzen. 


Strategische Autonomie 

Aufbauend auf sicherheitspolitischen Imperativen und wirtschaftlichen Interessen verfolgt die Türkei das Ziel, ihre strategische Autonomie zu stärken. Für Ankara bedeutet dies vor allem, Abhängigkeiten vom Westen zu reduzieren und zugleich innerhalb bestehender Partnerschaften wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen eigenständig zu verfolgen. Ankara betreibt dabei eine Außenpolitik, die es erlaubt, Beziehungen zu konkurrierenden Machtzentren parallel zu gestalten und situativ anzupassen. 

Besonders deutlich zeigt sich dies im Umgang mit dem Ukraine-Krieg: Als NATO-Mitglied unterstützt die Türkei die territoriale Integrität der Ukraine und liefert militärische Ausrüstung, während sie gleichzeitig ihre wirtschaftlichen und energiepolitischen Beziehungen zu Russland aufrechterhält und sich westlichen Sanktionen nicht anschließt. Diese Doppelstrategie ist Ausdruck einer kalkulierten Ambiguität, die darauf abzielt, gegenüber beiden Seiten handlungsfähig zu bleiben. Die NATO-Mitgliedschaft ermöglicht es Ankara, sich gegenüber Konkurrenten wie Russland oder dem Iran zu positionieren – nicht zuletzt vor dem Hintergrund jüngster iranischer Raketenangriffe auf die Türkei, die durch NATO-Abwehrsysteme abgefangen wurden.

Ein zentrales Instrument dieser Strategie ist der Ausbau der heimischen Rüstungsindustrie. Im aktuellen SIPRI-Bericht liegt die Türkei mit einem Anteil von 1,8 Prozent auf Rang 11 der weltweit größten Waffenexporteure. Im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2016 und 2020 ist ihr Anteil an den globalen Waffenexporten zwischen 2021 und 2025 um 122 Prozent gestiegen.

Zugleich erweitert Ankara seine außenpolitischen Optionen durch Kooperationen jenseits klassischer westlicher Bündnisse, etwa durch Annäherungen an das BRICS-Bündnis oder die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit sowie durch vertiefte Beziehungen zu Ländern im Globalen Süden. Diese flexible Handhabung erlaubt es der Türkei, je nach Kontext unterschiedliche Partner einzubinden und die eigene außenpolitische Position anzupassen.

Strategische Autonomie erweist sich damit als fortlaufender Aushandlungsprozess. Sie beruht auf der Fähigkeit, Rivalitäten und Kooperationen gezielt zu nutzen, ohne sich dauerhaft zu binden, und bleibt zugleich durch wirtschaftliche und sicherheitspolitische Abhängigkeiten begrenzt. 


Grenzen der Mittelmachtpolitik

Trotz wachsender außenpolitischer Aktivität stößt die Türkei bei der Umsetzung ihrer Ambitionen als Mittelmacht an strukturelle Grenzen. 

Zwei Faktoren sind dabei zentral. Erstens haben sich innenpolitische und wirtschaftliche Herausforderungen in den vergangenen Jahren verschärft. Autoritäre Konsolidierung, makroökonomische Instabilität und gesellschaftliche Polarisierung schwächen die innenpolitische Grundlage für außenpolitisches Handeln. Zweitens ist die Türkei mit einem komplexer werdenden sicherheitspolitischen Umfeld konfrontiert – sowohl auf systemischer Ebene durch die wachsende Rivalität zwischen den USA und China als auch regional, etwa durch die Entwicklungen in Syrien und Gaza sowie die Dynamiken im Kontext des israelisch-amerikanischen Krieges gegen den Iran.

Daraus ergibt sich eine wachsende Diskrepanz zwischen außenpolitischen Ambitionen und innenpolitischen sowie wirtschaftlichen Kapazitäten. Während Ankara versucht, seinen außenpolitischen Einfluss auszubauen, bleibt es zugleich in erheblichem Maße von externen Akteuren abhängig, etwa durch die fortbestehende Bedeutung westlicher Märkte und Kapitalzuflüsse.

Diese Spannungen bergen konkrete Risiken: eine Überdehnung diplomatischer und militärischer Ressourcen, wachsende Belastungen bestehender Partnerschaften sowie die begrenzte Wirksamkeit einer stark transaktional ausgerichteten Außenpolitik bei der langfristigen Durchsetzung nationaler Interessen. Die Türkei steht damit exemplarisch für die Rolle neuer Mittelmächte in einer fragmentierten internationalen Ordnung: Sie agiert nicht als Brückenbauer, sondern als strategischer Akteur, der durch kalkulierte Ambiguität seinen Handlungsspielraum erweitert, dabei jedoch strukturell begrenzt bleibt. •

Dr. Hürcan Aslı Aksoy ist Senior Fellow des Centrums für angewandte Türkeistudien (CATS) bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

 

Südafrika

Die unbequeme Mittelmacht

Nach dem Ende der Apartheid schien für Südafrika der Weg offen, Profiteur einer US-zentrierten Weltordnung zu werden. Heute zählt das Land zu dessen schärfsten Kritikern und setzt auf eigene Stärken.   

Von Cobus van Staden

Als der kanadische Premierminister Mark Carney im Januar dieses Jahres in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos von einem Bruch in der regelbasierten Weltordnung sprach und eine globale Allianz der Mittelmächte forderte, wurde im Globalen Süden bereits seit Jahren über Blockfreiheit und ein entstehendes multipolares globales System diskutiert. 

Beide Debatten reagieren auf dieselben grundlegenden Themen: den Aufstieg Chinas und dessen Auswirkungen auf den unipolaren Einfluss der USA, der die Welt nach dem Kalten Krieg geprägt hatte, die wachsende Bedeutung anderer aufstrebender Mächte wie Indien sowie die Abkehr der Trump-Regierung von traditionellen Aufgaben einer Supermacht wie der Aufrechterhaltung von Bündnissen und der Gewährleistung eines funktionierenden globalen Handelssystems.

Der zentrale Unterschied zwischen den Debatten liegt darin, dass sie sich diesen Veränderungen aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Die Unzufriedenheit der Länder des Globalen Südens mit ihrer randständigen Position in der westlich zentrierten Weltordnung veranlasste sie, alternative Gruppierungen wie die BRICS und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit voranzutreiben. Carney brachte hingegen vor allem die sich wandelnde Position traditioneller Mittelmächte wie Kanada und einige europäische Länder zum Ausdruck, deren einst privilegierte Stellung in der regelbasierten Ordnung nun durch ein ungewohntes Amerika infrage gestellt wird. 


Das Erbe der Apartheid 

Südafrika ist eines der wenigen Länder, das beide Positionen – im Zentrum und am Rande der westlich zentrierten Weltordnung – eingenommen hat, wenn auch zu sehr unterschiedlichen Zeiten. 

Das Apartheid-Südafrika gehörte zu den ehemaligen Kolonialmächten (Westeuropa, Großbritannien, Japan) und Siedlerkolonien (Australien, Neuseeland, Israel), die eine unterstützende Rolle für die Vereinigten Staaten spielten. Obwohl ihre Macht im Vergleich zu der Washingtons begrenzt war, trugen sie dazu bei, die globale regelbasierte Ordnung als etwas zu definieren, das mehr ist als ein amerikanisches Imperium. Es gelang ihnen, eine Reihe universeller Werte zu kodifizieren, die überall gelten. 

In dieser Zeit spielte Südafrika eine Schlüsselrolle: Es leitete Gold in die Weltwirtschaft. Bevor der Goldstandard 1971 aufgegeben wurde, stammte etwa die Hälfte des Goldes, das die Weltwirtschaft stützte, aus Südafrika. 

Seitdem hat sich die globale Rolle des Landes erheblich verändert. Das Ende der Apartheid war ein Schlag ins Gesicht der Regierungen von Margaret Thatcher und Ronald Reagan, die das politische System der Rassentrennung gestützt hatten. Es rückte auch die andere Hälfte der globalen Präsenz Südafrikas in den Vordergrund: seine Mitgliedschaft in einem Netzwerk von Befreiungsbewegungen und postkolonialen Staaten wie Kuba, die Nelson Mandelas African National Congress während dessen langem Kampf gegen die Apartheid unterstützten. 

In den 1990er Jahren nutzte Südafrika die Erfahrungen aus dem Kampf gegen die Apartheid, um eine neue, auf Menschenrechte ausgerichtete Außenpolitik zu formulieren. Gleichzeitig wurde das Land in ein von den USA geprägtes System neoliberaler Globalisierung eingebunden. Südafrikas erste Wahl fand 1994 statt – zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Francis Fukuyamas weltberühmtem Buch „Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir?“. Es war vielleicht unvermeidlich, dass Südafrikas Entwicklung als ein weiterer Sieg der westlichen Demokratie gewertet wurde.

Als Nelson Mandela im Juni 1990 vor Zehntausenden jubelnden Menschen im New Yorker Yankee Stadium auftrat und sich Südafrika im Glanz amerikanischer Anerkennung sonnte, eröffnete sich für das Land ein Zeitfenster, in dem es als Anwärter auf den Status einer Mittelmacht innerhalb des US-zentrierten Systems gelten konnte. Im selben Jahrzehnt wurde Südafrika das einzige afrikanische Gründungsmitglied der G20 – einem zentralen Forum für den Einfluss von ­Mittelmächten. 

Dieses Fenster begann sich zu schließen, als Pretoria Beziehungen zu China aufnahm, die tiefen historischen Bindungen des African National Congress zu Russland wiederbelebte und 2010 der BRICS-Gruppe beitrat. 

Es schloss sich wohl endgültig, als die südafrikanische Regierung 2023 vor dem Internationalen Gerichtshof eine Klage wegen Völkermords gegen Israel einreichte. Südafrika stützte sich dabei auf eine rechtliche und historische Grundlage, die im Zuge der eigenen Aufarbeitung der Apartheid-Vergangenheit des jungen demokratischen Landes geschaffen worden war. Mit dieser Klage wurde somit nicht nur Israel herausgefordert, sondern auch die in der Clinton-Ära dominierende Erzählung widerlegt, dass das Ende der Apartheid ein Sieg der westlichen Demokratie gewesen sei.

Mit der intellektuellen Kraft der Post-Apartheid-Ära stellte der Fall Südafrika die Geschichte der Apartheid und des Völkermords in den Mittelpunkt westlicher Machtprojektion. Die Trump-Regierung trug noch zur Ironie bei, indem sie einen nicht existierenden „Völkermord an Weißen“ zum Thema ihrer Bestrafung Südafrikas machte, weil Pretoria einen echten Völkermord angeprangert hatte.


Eine Mittelmacht wie keine andere

In den vergangenen Jahren hat sich Südafrika damit zu einer ganz anderen Art von Mittelmacht entwickelt, nämlich zu einer unbequemen, die dafür bekannt ist, sich gegen das westlich zentrierte System aufzulehnen.

Südafrika war nicht das einzige Land, das von Trump ins Visier genommen wurde. Viele Pole in der entstehenden multipolaren Ordnung gerieten auf unterschiedliche Weise ins Fadenkreuz des US-Präsidenten, von Zöllen bis hin zu Bombenangriffen. Das Ergebnis war in allen Fällen ähnlich: eine Neubewertung der einst grundlegenden Beziehungen zu den USA und eine extreme Fokussierung auf nationale Prioritäten. Damit einher ging der Aufstieg eines engstirnigen Pragmatismus gegenüber universellen Werten.

Doch Südafrikas Wandel von einer Art Mittelmacht zu einer anderen war vielleicht radikaler als bei anderen mittelgroßen Volkswirtschaften. Er spiegelt die tiefe Kluft zwischen der angloamerikanischen atlantischen Welt und der links-internationalistischen Welt wider, die das Leben in Südafrika nach wie vor prägt. Außerdem bildet er Südafrikas eigene geografische Realität an der Schnittstelle zwischen Atlantik und Indischem Ozean ab, zwischen Ost und West und doch zutiefst im Süden. 


Globalen Einfluss geltend machen

Wenn Südafrika seine vielen innenpolitischen Probleme überwinden und tatsächlich zu einer Mittelmacht in einer entstehenden multipolaren Ordnung werden soll, muss eine Orientierung an den Interessen des Südens Vorrang haben. Daraus ergeben sich zentrale Prioritäten. 

Zum einen muss Südafrika sein bestehendes Engagement für ein gerechteres globales System durch pragmatische wirtschaftliche Entscheidungen und robustes Wachstum untermauern. Das Land ist bereits die dominierende Wirtschaftsmacht in seiner Subregion; südafrikanische Unternehmen sind auf dem gesamten Kontinent tätig. Doch Südafrika gilt als das Land mit der weltweit größten ökonomischen Ungleichheit, und der Erfolg seiner Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent kommt der schwarzen Mehrheit im eigenen Land nicht zugute. 

Asiatische Beispiele nationaler Entwicklung zeigen, dass Beschäftigungswachstum im Inland eng mit globalem Einfluss verbunden ist. Ohne innenpolitische Widerstandsfähigkeit wird Südafrikas internationaler Einfluss immer begrenzt bleiben. 

Eine weitere zentrale Priorität ist es, den Stimmen der Jugend des Kontinents – der letzten echten Jugendwelle der Welt – mehr Gehör zu verschaffen. Südafrikas globaler Aufstieg muss direkt mit diesem Ziel verbunden sein und letztlich davon angetrieben werden. Da die meisten anderen Mittelmächte der Welt weiter altern, können dieser jugendliche Antrieb und Südafrikas Verbindungen zu Popmusik, Mode und Technologie zunehmend zum Markenzeichen des Landes werden. 

Der weltweite Aufstieg südafrikanischer Tanzmusik durch Stars wie Tyla signalisiert diese aufkommende afrikanische Jugendwelle. Im Erfolg junger Afrikaner wird Südafrika seinen wahren globalen Einfluss finden – in einer Welt, in der unser derzeit zerfallendes globales System nur noch eine Erinnerung sein wird. •
Übertragen aus dem Englischen von T. Hofmann

Cobus van Staden ist Research Fellow an der Stellenbosch University und Managing Editor des China-Global South Project, einem Start-up, das sich mit Chinas Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens beschäftigt.

 

Brasilien

Die bemühte Mittelmacht

Brasília versteht sich gleichermaßen als Partner des Westens und Stimme des Globalen Südens. International bringt sich das Land vielfältig ein – stößt dabei aber auch immer wieder an seine Grenzen.  

Von Philipp Lichterbeck

Brasilien versucht sein Comeback auf der Weltbühne. Nachdem der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro das Land zwischen 2019 und 2023 international isoliert hatte, knüpft die Regierung von Lula da Silva wieder an die außenpolitische Tradition Brasiliens an, die darauf ausgerichtet ist, ein verlässlicher Partner für alle zu sein. 

Seit seinem Amtsantritt hat Lula zahlreiche Auslandsreisen unternommen, zuletzt eröffnete er mit Bundeskanzler Friedrich Merz die Hannover Messe. Vergangenes Jahr war Brasilien Gastgeber der Weltklimakonferenz COP 30 in Belém, und 2024 richtete es den G20-Gipfel in Rio de Janeiro aus. Lula versteht Brasilien sowohl als Partner des Westens als auch als Stimme des Globalen Südens. Er möchte insbesondere den BRICS-Verbund mit Russland, Indien, China und Südafrika sowie assoziierten Staaten wie Ägypten und Indonesien stärken, trotz der teils enormen Widersprüche.

Brasilien war außerdem eine treibende Kraft hinter der Verabschiedung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur, das Anfang des Jahres nach einem Vierteljahrhundert zäher Verhandlungen unterzeichnet wurde.


Gewichtig, aber nicht allmächtig

Als flächenmäßig fünftgrößtes Land der Welt mit einer Bevölkerung von mehr als 213 Millionen Menschen und enormen Lebensmittel- und Mineralstoffexporten hat Brasilien ausreichend Gewicht, um international weder übergangen werden zu können noch sich erpressen zu lassen.

Dies zeigte sich 2025, als US-Präsident Donald Trump Brasilien wegen des Gerichtsverfahrens gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro mit Strafzöllen und Sanktionen drohte. Brasília ließ sich nicht einschüchtern, verurteilte die Drohungen als Einmischung in die inneren Angelegenheiten und betonte die Unabhängigkeit seiner Justiz. Es verzichtete aber auch auf Gegenmaßnahmen und hielt den Dialog offen. Am Ende blieb es bei den Drohgebärden Trumps, der erkennen musste, dass er mit Brasilien nicht umspringen kann wie mit anderen lateinamerikanischen Ländern.

Brasilien versteht sich heute vor allem als unabhängige Kraft auf der Weltbühne, die sich nicht für eine oder die andere Seite entscheiden muss. Mit einer „Multi-Alignment“-Strategie versucht das Land, gute Beziehungen mit allen zu pflegen, ohne sich fest zu binden.
Dabei macht Brasília keinen Unterschied zwischen Demokratien und Diktaturen. Man pocht auf Souveränität und Völkerrecht und lehnt Ideen wie Regime Change strikt ab. Dieser Ansatz macht Brasilien allseits beliebt.

Dennoch sind Brasiliens Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, limitiert. Ein Beispiel dafür war Lulas Vorstoß für Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine, die letztendlich von einem fehlenden Verständnis des russischen Angriffskriegs zeugten. Lula meinte, dass Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj sich nur einmal zusammensetzen müssten, um Frieden zu schließen. Brasilien bot sich als Vermittler an und wollte einen „Friedensclub“ organisieren, aber die Resonanz war gleich null. Lula wollte international mitreden, überschätzte aber Brasiliens Einfluss.

Eine ähnliche Erfahrung musste er machen, als im Januar dieses Jahres US-Streitkräfte Venezuelas Diktator Nicolás Maduro aus Caracas verschleppten. Brasilien wurde als direkter Nachbar Venezuelas und größte südamerikanische Nation von Washington weder konsultiert noch eingeweiht, sondern ignoriert.


Flexibler Brückenbauer

Nichtsdestotrotz ist Brasiliens Selbstverständnis klar: Offenheit und Unabhängigkeit nach allen Seiten. Trotz der Forderungen aus Washington, den Einfluss Pekings in Lateinamerika zu begrenzen, ist China der größte Handelspartner Brasiliens und investiert massiv in Häfen, Eisenbahnen und alternative Energien. Andererseits bleiben die USA enorm wichtig, weil sie brasilianische Industriegüter importieren, etwa Maschinen des Flugzeugbauers Embraer. Ebenso sind US-Firmen in strategischen Bereichen wie Energie und Finanzwesen engagiert. 

Die gleiche Elastizität zeigt Brasilien bei seinen Beziehungen zur EU und zu Russland. Einerseits gibt Brasília der NATO und der EU eine Mitschuld am Ukraine-Krieg und importiert große Mengen an Düngemitteln aus Russland, die für seine industrielle Landwirtschaft essenziell sind. Andererseits arbeitet man ­militärisch mit EU- und NATO-Staaten zusammen, etwa bei der Beschaffung des schwedischen Kampfjets Gripen oder der gemeinsamen Entwicklung des Transportflugzeugs C-390 Millennium.

Entwickelt wurde diese flexible, interessengeleitete Strategie über Jahrzehnte hinweg vom Außenministerium in Brasília, dem Itamaraty. Seine Diplomaten verfolgen traditionell eine Linie, die auf Zurückhaltung, Dialog und multilaterale Foren setzt. So hat sich Brasilien den Ruf eines neutralen Vermittlers erarbeitet und führte beispielsweise die UN-Mission in Haiti von 2004 bis 2017 militärisch an.

Brasilien gilt daher als einer der wenigen Brückenbauer zwischen dem Westen und dem Globalen Süden. Die Denkfabrik ECFR argumentiert, dass Europa Brasilien weder als westliches noch als anti-westliches Land missverstehen dürfe, sondern es als autonomen Partner akzeptieren müsse, der sich nichts vorschreiben lässt. Schon früh verurteilte Brasilien beispielsweise Israels Vorgehen in Gaza als Genozid und ließ sich von amerikanischen oder deutschen Sprachregelungen nicht beeindrucken.

Eine große Rolle möchte Lula in der internationalen Klimapolitik spielen, die er auch als soziale Frage versteht. Bei der COP 30 präsentierte sich Brasilien als Hüter des Amazonas und Interessenvertreter des Globalen Südens. Lula pochte auf die Bringschuld der Industrieländer. Doch die Ergebnisse der Konferenz enttäuschten und eine Neuordnung der internationalen Lastenverteilung wurde nicht erreicht. Erneut zeigten sich die Grenzen des brasilianischen Ansatzes, der vor allem auf Einsicht und guten Willen setzt, aber keine Hebel hat.

Sowohl als Stärke als auch Schwäche lassen sich Brasiliens gigantische Lebensmittel- und Rohstoffexporte betrachten. Das Land verschifft enorme Mengen an Soja, Mais, Zucker, Kaffee, Fleisch, Eisenerz sowie Erdöl und sieht sich als „Getreidekammer des Globus“. Zwar machen Landwirtschaft und Bergbau nur rund 15 Prozent der Wirtschaftsleistung Brasiliens aus, aber sie sind für rund zwei Drittel der Exporte und Deviseneinnahmen verantwortlich. Dies hat zu asymmetrischen Handelsbeziehungen geführt, insbesondere zu China. Denn die Volksrepublik überschwemmt Brasilien im Gegenzug mit ihren Technikprodukten. Brasilien hat es nie vermocht, sich technologisch unabhängig zu machen wie andere einstige Entwicklungsländer, etwa Südkorea.

Ein Hindernis auf dem Weg zu mehr Einfluss ist Brasiliens militärische Schwäche. Das Land gibt zwar große Summen für sein Militär aus, vermeidet es aber, seine Macht nach außen zu projizieren. Brasiliens Militär ist daher vor allem ein innenpolitischer Faktor und ein potenzieller Unruheherd, wie sich während der Präsidentschaft Bolsonaros zeigte.


Eine Strategie mit Grenzen

Insofern erfüllt Brasilien vieles von dem, was man klassisch mit einer Mittelmacht verbindet. Es ist diplomatisch aktiv, zeigt Präsenz in multilateralen Foren und wird als Vermittler akzeptiert. Es ist mehr als nur eine südamerikanische Regionalmacht, aber folgen tut man Brasílias internationalen Vorstellungen deswegen nicht automatisch. 

Seine Rolle ist zwangsläufig begrenzt in einer Welt, in der Militärmächte wie die USA, Russland und Israel auf das Recht des Stärkeren setzen. Das Beispiel Brasilien zeigt daher vor allem eines: ­Mittelmacht-Strategien können in einer regelbasierten Ordnung gut funktionieren, stoßen aber an ihre Grenzen, wenn diese zerbricht. •

Philipp  Lichterbeck lebt und arbeitet in Rio de Janeiro. Als freier Journalist und Autor berichtet er für deutsche, schweizerische und österreichische Medien aus Brasilien und anderen Ländern Lateinamerikas.

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik, Mai/Juni 2026, S. 41-53

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Cobus van Staden

Pekings Botschaft

China weitet sein Engagement auf dem afrikanischen Kontinent aus.

Dr. Jan-Markus Vömel ist Wissenschaftler im DECRIPT-Programm am Institut national des langues et civilisations orientales (Inalco) in Paris.

Dr. Hürcan Aslı Aksoy ist Senior Fellow des Centrums für angewandte Türkeistudien (CATS) bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Cobus van Staden ist Research Fellow an der Stellenbosch University und Managing Editor des China-Global South Project, einem Start-up, das sich mit Chinas Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens beschäftigt.

Philipp Lichterbeck lebt und arbeitet in Rio de Janeiro. Als freier Journalist und Autor berichtet er für deutsche, schweizerische und österreichische Medien aus Brasilien und anderen Ländern Lateinamerikas.

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