Migration, die sich lohnt
Fakten statt Ideologie, kalkulieren statt eskalieren: Europa braucht ein neues zuwanderungspolitisches Leitbild.
Wenn Europa politisch gut sein will, dann glaubt es, schlecht zu Migranten sein zu müssen. Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer näher verfolgte, wie die Europäische Kommission in Brüssel und wichtige EU-Staaten immer wieder neue Pläne für eine schärfere Migrationspolitik vorantrieben.
Obgleich die Zahl der „irregulären“ Ankünfte 2025 gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gefallen ist, sollen jetzt zusätzliche Maßnahmen den EU-Migrationspakt anspitzen. „Schnelle, wirksame und würdevolle Abschiebungen sind für die Glaubwürdigkeit des Asylsystems unverzichtbar“, postuliert EU-Kommissar Magnus Brunner. Geplant sind Mehrzweckzentren („Return Hubs“) entlang der Fluchtrouten in Ländern wie Ägypten, Libyen, Marokko und Tunesien. Dort sollen nicht schutzbedürftige Menschen aufgehalten und anschließend zurückgebracht werden. Offenbar fürchtet man, dass neue politische oder klimabedingte Krisen wieder mehr Menschen nach Europa bringen könnten – und somit Migrationsthemen erneut die Wahlkämpfe dominieren würden.
Doch die Eskalationspolitik in Sachen Migration ist ein Irrweg. Denn längst hängen Wohlstand und Wachstum in starkem Maße auch von der Frage ab, wie gut eine schrumpfende Gesellschaft Migranten integrieren und so Schwächen im Arbeitsmarkt ausgleichen kann. Was gesellschaftspolitisch sehr umstritten ist, stellt sich ökonomisch ganz anders dar: Finanziell lohnt sich Migration.
Nötig ist daher ein Perspektivwechsel der Politik und der Öffentlichkeit – weg vom einseitigen Dauerbrenner „Restriktion“ (oder gar „Remigration“) hin zu einem neuen positiven Denken, zu Kategorien des Ermöglichens. In diese Richtung orientiert sich allem Anschein nach inzwischen auch die EU-Kommission.
Machtfaktor Migration
Es ist Zeit für eine radikale Zäsur. Je offensiver EU-Staaten den Einreisewilligen legale Möglichkeiten des Broterwerbs und der Ansiedlung bieten, desto eher werden sie sich gegen sündteure Fluchtrouten und dubiose Schlepperorganisationen entscheiden. Zu oft wird vergessen, dass den kurzfristigen Lasten durch Einwanderung jene großen Vorteile gegenüberstehen, die arbeitende Migranten langfristig für die Wirtschaftsleistung eines Landes bringen. Einkommen von Firmen und Mitarbeitenden steigen, es fließen mehr Sozialbeiträge für Gesundheit, Rente, Pflege sowie Arbeitslosenversicherung, zudem profitiert der Fiskus von höheren Steuereinnahmen.
So gesehen erscheint Zuwanderung nicht mehr als Schreckgespenst, das Nationalpopulisten zu Regierungsübernahmen verhilft, sondern vielmehr als Macht- und Wirtschaftsfaktor, der dem alternden Europa im geopolitischen Wettstreit hilft. Staaten mit offenen, zukunftsorientierten Gesellschaften können von einer Zeitenwende in der Einwanderungspolitik profitieren, während alternde, abgeschottete Länder an Dynamik verlieren.
Bei allen Reformen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems haben solche Gedanken bisher noch nicht die entscheidende Rolle gespielt. „In weiten Teilen gelöst“, wie es Bundeskanzler Friedrich Merz uns glauben machen will, ist das Zuwanderungsthema jedenfalls mitnichten.
Migration als Strukturphänomen globaler Ordnung fordert ein verändertes Politmanagement. Statt technokratisch auf Zuwanderung zu reagieren, müsste Europa Migration als strategische Ressource für Wohlstand und Stabilität begreifen. Laut dem Bericht „Grand Challenges for Europe 2050“ der Friedrich-Naumann-Stiftung fehlen der EU und Großbritannien bis 2050 Dutzende Millionen von Arbeitskräften. Migration sei die einzige realistische Antwort. Das gelte besonders für Afrika mit seiner jungen Bevölkerung – hier bestehe ein großes Potenzial für eine strategische Partnerschaft.
Europa muss Migration als strategische Ressource für Wohlstand und Stabilität begreifen
Ausgesprochen relevant ist das Thema für die EU schon heute. Jeder Zehnte in der EU kommt von außerhalb; Anfang 2025 lebten die meisten Nicht-EU-Staatsangehörigen in Deutschland (12,4 Millionen), Spanien (6,9 Millionen), Frankreich (6,5 Millionen) und Italien (5,4 Millionen).
Was eine rationale Politik in der Praxis stört, ist die enorme ideologische Aufheizung des Themas. Politische Parolen pro Einwanderung sind schwer verständlich für Asylkritiker, die darauf verweisen, dass in Deutschland allein der Bund 2023 knapp 30 Milliarden Euro für Geflüchtete ausgab (für Unterbringung, soziale Hilfen, Sprachkurse und dergleichen). Da waren die Asylkosten der Bundesländer (6,3 Milliarden Euro) und der Kommunen (nach Rückerstattungen) noch unberücksichtigt. In Frankreich sollen die Kosten noch höher liegen.
Rein marktwirtschaftlich betrachtet ist Zuwanderung völlig normal. Migranten orientieren sich am Einkommensgefälle, leben also dort, wo sie langfristig gut verdienen können. Ganz so, wie es der Nationalökonom Adam Smith (1723–1790) einst beschrieb: Armut und Arbeitslosigkeit seien „push factors“ (Abwanderungsgründe), ausreichende Löhne hingegen ein „pull factor“, ein Anreiz für Migration.
Die Einwanderer – 2024 gab es global 304 Millionen von ihnen – würden vor allem von Wünschen nach mehr Geld, mehr Bildung, mehr politischem Schutz sowie nach Familienzusammenführung geleitet, erklärt Ian Goldin, Professor für Globalisierung und Entwicklung an der University of Oxford. Regierungen, die sich offen für solche Migration zeigten, würden der Wirtschaft ihres Landes helfen. Wenn alle es gut fänden, dass amerikanisches Kapital in China investiere, dann müsse es auch in Ordnung sein, wenn Inder in den USA arbeiteten, argumentiert der Ökonom Branko Milanović. Was man dem Produktionsfaktor Kapital gestatte, müsse auch dem Produktionsfaktor Arbeit erlaubt sein. Global gesehen sei Migration effizient, da die Geldtransfers von Migranten an die aufnehmenden Gesellschaften und die Ursprungsländer die Wohlfahrt aller erhöhen würden.
Von Liberalismus reden wir gern, sind aber beim Thema Migration weniger bereit, die Konsequenz liberalen Denkens zu tragen. Jeder Mensch habe das Recht, „über seinen Besitz und seine Person zu verfügen, wie es einem am besten scheint – ohne jemandes Erlaubnis einzuholen und ohne von dem Willen eines anderen abhängig zu sein“, schrieb der Philosoph John Locke (1632–1704). Das lässt sich als eine Art Garantie verstehen, wonach jeder, wo auch immer, seines Glückes Schmied werden soll. Einst sei es das Merkmal des Liberalismus gewesen, überall auf der Erde die Verletzung von Leben und Freiheit der Mitglieder jedweder Gruppe als seine ureigene Angelegenheit zu erachten, fand die Philosophin Judith Shklar (1928–1992) und erklärte, es sei „ein empörendes Paradox, dass gerade der Erfolg des Liberalismus in manchen Ländern das politische Einfühlungsvermögen seiner Bürger hat verkommen lassen“.
In Deutschland hat die Kosten-Nutzen-Debatte jüngst neuen Schwung durch eine Studie des Bochumer Wirtschaftsprofessors Martin Werding erlangt. Er geht davon aus, dass auch künftig vor allem junge, wenig qualifizierte Menschen nach Deutschland fliehen würden, deren Beschäftigungsquoten und Durchschnittslöhne unter Vergleichswerten der Bevölkerung lägen. Sie mindern so die Defizite der sozialen Sicherungssysteme.
Der Ökonom führt aus, dass das durch Migrantenarbeit angeregte Wirtschaftswachstum die durch Zuwanderung angestiegenen Finanzlasten deutlich kompensiere. 2070 sähe das so aus, dass bei einer Nettozuwanderung von nur 150 000 Personen pro Jahr die Staatsausgaben auf 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stiegen. Im Fall einer Nettozuwanderung von 350 000 Personen dagegen würden die Ausgaben auf 32 Prozent des BIP sinken. Grund: die Vergrößerung der Beitragszahlerbasis. Würden jedes Jahr 200 000 Menschen mehr nach Deutschland ziehen, spare der Staat demnach à la longue rund 104 Milliarden Euro per annum. Werding: „In der Summe entlastet Migration die öffentlichen Haushalte.“
Im Grunde beschreibt Werding die Lage in Spanien, wo seit 2021 rund 1,2 Millionen ausländische Arbeitskräfte eingewandert sind, oft mit Touristenvisum. Es kam zu Rekordbeschäftigung und 2025 zu 2,8 Prozent Wachstum (Deutschland: 0,2 Prozent). Bis zu 800 000 der Migranten, die meist zu Niedriglöhnen arbeiten, sollen bald eine temporäre, verlängerbare Arbeitserlaubnis erhalten.
Zuwanderung kontrolliert zulassen
Solche positiven Befunde erscheinen nachvollziehbar, wenn man sich demografische Entwicklung und Arbeitskräftebedarf genauer anschaut. Zu Recht wird etwa beklagt, dass Deutschland die historisch niedrigste Zahl an Geburten (654 000) und eine durchschnittliche Geburtenrate von nur 1,35 pro Frau aufweist. Bis Mitte der 2030er Jahre gehen 20 Millionen Beschäftigte in Rente, nur 12,5 Millionen treten in den Arbeitsmarkt ein. Künstliche Intelligenz, das Allheilmittel dieser Tage, wird diese Lücke ebenso wenig füllen wie ein späterer Renteneintritt oder höhere Erwerbsquoten von Frauen.
Dramatisch ist die Lage auch in anderen europäischen Staaten. Die Geburtenraten sind in Spanien (1,12), Italien (1,14) und Polen (1,16) noch niedriger, Frankreich (1,56) liegt immerhin leicht über deutschen Werten. Überall fehlen Nachwuchskräfte, die arbeiten, Steuern zahlen und die Sozialversicherung stützen. Deshalb ist Zuwanderung ein wichtiges Instrument gegen die „Tragfähigkeitslücke“ öffentlicher Finanzen. Das Problem ist ein Staat, der über seine Verhältnisse lebt, und nicht ein Staat, der Migration kontrolliert und vorausschauend zulässt.
Ohne Zuwanderer müssten Betriebe schließen oder ihr Angebot einschränken. Der Rollladen-Hersteller D&M aus dem Westerwald etwa rekrutiert dringend benötigte neue Mitarbeiter direkt aus dem Flüchtlingsheim. Und als neulich in Passau die gut ausgebildete Küchenmitarbeiterin eines Restaurants in ihre Heimat Sierra Leone ausgewiesen wurde, kritisierte der Wirt öffentlich die Politik – unter großem Zuspruch der Bevölkerung.
Nur bei einer jährlichen Nettozuwanderung von 400 000 Personen bleibe das Angebot an Arbeitskräften langfristig konstant, ermittelte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Mehr Wirtschaftskraft und Wachstum sind in Deutschland seit Ende der 1950er Jahre nur durch angeworbene „Gastarbeiter“ aus Italien, Spanien, Griechenland oder der Türkei möglich gewesen.
Es ist unverkennbar, dass auch derzeit Zuwanderer die alltägliche Wirtschaftsstruktur aufrechterhalten, oft arbeiten sie in systemrelevanten Jobs. Ohne sie würden Landwirtschaft und Supermärkte, Pflege- und Krankenstationen, Gast- und Reisegewerbe oder viele Haushaltsdienstleistungen nicht funktionieren.
Firmen wie Apple, Google oder Nvidia be-ruhen auf den Ideen von Gründern mit Migrationshintergrund
Wenn Arbeitskräfte dauerhaft bleiben sollen, braucht es konsequente Integration. Geht es aber um temporäre Tätigkeiten – etwa auf dem Bau oder in der Landwirtschaft –, kann man auf Regelungen für entsendete Arbeitnehmer zurückgreifen. Die Bilanz der „Blauen Karten“, mit denen die EU seit 2012 hochqualifizierte Arbeitskräfte anlocken will, ist jedoch wenig ermutigend. Zwar stieg die Zahl der erteilten Karten stark an, doch genutzt wurden sie kaum – 2023 nur bei 2,3 Prozent aller erteilten Erstaufenthaltstitel. Die Antragsverfahren müssten kürzer sein, die Mobilitätsrechte weiter gefasst. Viele Mitgliedstaaten haben eigene, flexiblere und einfachere Zuwanderungsprogramme.
Misslich ist auch, dass Migranten zwar so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, viele von ihnen aber in niedrigqualifizierten Berufen tätig sind, die meisten als Reinigungs- und Hilfskräfte. Dabei verfügten 2024 laut EU Labour Force Survey 32 Prozent der Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten über einen Hochschulabschluss oder gleichwertige Qualifikationen. Mangelnde Sprachkenntnisse und die unzureichende Anerkennung von Abschlüssen sind die größten Hindernisse bei der Arbeitssuche.
Langsam schwenkt die EU auf einen anderen Kurs ein. Für Firmen sollen die hohen Hürden fallen, wenn sie Fachkräfte im Nicht-EU-Ausland anwerben. Und vor allem sollen die von Migranten in ihrer Heimat erworbenen Qualifikationen in der EU endlich leichter akzeptiert werden.
Eine Priorität ist es, bestehende legale Zugangswege auszuweiten. Mithilfe von „Skill Partnerships“ sollen Ausbildungsgänge in Nicht-EU-Partnerländern geschaffen werden, die sich am konkreten Fachkräftebedarf der EU orientieren. Pilotmodelle bestehen in mehreren EU-Staaten, etwa in der Pflege oder im Handwerk. Dieser Ansatz müsste auf mehr Länder und Berufsgruppen ausgeweitet werden. Zudem ist ein neuer EU-Talentpool als zentrale Plattform in Planung, die potenzielle Migranten entsprechend ihrer Kompetenzen mit dem Arbeitsmarktbedarf der einzelnen EU-Staaten zusammenbringt. Geredet wird auch über eine zusätzliche „Refugee-Track“-Option für anerkannte Geflüchtete.
Oft stört eine Überbürokratisierung, etwa rund ums deutsche Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das immerhin stark verbessert wurde. Mehr Digitalisierung und mehr Behördenpersonal könnten helfen. In Norwegen ermöglicht es ein „Turboverfahren“ den Behörden, Abschlüsse von Migranten innerhalb von fünf Arbeitstagen unverbindlich zu bewerten. Überhaupt sollte man in solchen Fragen die Unternehmen stärker einbeziehen. In Branchen wie der IT, wo ohnehin alle Englisch sprechen, wären Fachkräfte unabhängig vom heimischen Sprachniveau sofort einsetzbar. Hoffnung sollte auf migrantischem Unternehmertum ruhen: Einwanderer, die Firmen gründen, tragen überdurchschnittlich zu Steuereinnahmen und zur Sozialversicherung bei. Firmen wie Apple, Google oder Nvidia beruhen auf den Ideen von Gründern mit Migrationshintergrund.
Migration als Quelle des Fortschritts
So richtig es ist, dass die EU die Migration besser als in der Vergangenheit kontrollieren will, so fatal ist es doch, wenn international das Bild hängen bliebe, es fehle an einer Willkommenskultur.
Eine internationale Studie der Plattform InterNations unter hochqualifizierten Fachkräften ergab, dass Deutschland zu den unattraktivsten unter 53 Ländern gehöre. Das liege an einer teils fremdenfeindlichen Atmosphäre, an bürokratischen Hürden sowie an großen Problemen in den Ämtern und bei der Wohnungssuche. Da hilft die gute Qualität der Arbeitsplätze wenig. Ein überdurchschnittlich großer Teil der eingewanderten Fachkräfte verlässt die Bundesrepublik nach wenigen Jahren schon wieder.
Politik muss das als Mahnung begreifen – und für eine effiziente Migrationsberatung sorgen. Für jeden Euro, der dafür investiert wird, spart die öffentliche Hand viel mehr Euros an Folgekosten ein. Zu Recht plädiert Bundesbankpräsident Joachim Nagel für eine bessere arbeitsmarktorientierte Migration und ein effizienteres Zusammenspiel der Behörden.
Ob Europa stagniert oder aufblüht, hängt davon ab, ob es seine Zukunft mit Zuwanderern plant
„Wenn über Migration gesprochen wird, dann meist getrieben von Emotionen, wenig Fakten und einer ganzen Menge Ideologie“, kritisiert Multiaufsichtsrätin Janina Kugel. Bislang würde man nur in Expertenkreisen darüber reden, dass Deutschlands Wirtschaft ohne Migration in den Arbeitsmarkt nicht florieren könne. Nicht Zuwanderung ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie damit umgegangen wird.
Schon der liberale Philosoph John Stuart Mill (1806–1873) hielt fest, dass kurzfristige soziale und lokale Kosten der Migration nicht von ihrer Rolle ablenken dürften, eine primäre Quelle von Fortschritt zu sein. Eine vorausschauende Strategie müsste, das wäre die Folgerung für heute, besonders die Wissensmigration fördern und den Zuzug von niedrig Qualifizierten nach Bedarf steuern – womöglich über ein Migrationsministerium.
Lernen kann die europäische Politik von Kanada oder Australien. Dort gibt es – jenseits von Asylanträgen – „Resettlement“-Programme für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge direkt aus Erstaufnahmeländern, etwa aus Lagern des UNHCR, dem UN-Flüchtlingshilfswerk. Beide Staaten steuern ihre Einwanderung über ein bedarfsorientiertes Punktesystem, das auch in der EU angebracht wäre.
Naika Foroutan, Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, plädiert für ein neues migrationspolitisches Leitbild, einen „Multiculturalism Act“, wie ihn Kanada 1988 eingeführt hat. Migrantenkinder seien mit Erzählungen von Aufstieg, Gleichheit und Zugehörigkeit offensiv anzusprechen: Politik sollte „die postmigrantische Gesellschaft ambitioniert mitgestalten, statt sie permanent infrage zu stellen“.
Europa steht vor einer riesigen Bewährungsprobe. Der demografische Wandel schlägt zu. Doch seine Folgen sind gestaltbar. Eine bessere Politik beschränkt sich nicht auf Asylpolitik, sondern verschweißt sie mit Arbeitsmigration und Integration. Ob der alternde Kontinent stagniert oder aufblüht, hängt davon ab, ob er seine Zukunft mit Zuwanderern plant. Wenn Europa politisch gut sein will, muss es auch gut zu Migranten sein.
Internationale Politik 4, Mai/Juni 2026, S. 82-87
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