Perspektiven

04. Mai 2026

Keine französische Revolution

Frankreichs Nukleardoktrin wird europäischer, einen Schutzschirm bietet sie nicht. Dazu müsste Paris seinen Verbündeten eine glaubhafte Sicherheitsgarantie geben.

Barbara Kunz
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Bild: Karte der in Nuklearwaffen in Europa
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Am 2. März 2026 hat Emmanuel Macron seine zweite Rede zur französischen Nukleardoktrin gehalten. In einer Halle der Marinebasis auf der Île Longue, mit französischen Flaggen und Atom-U-Boot im Hintergrund, legte er die Grundzüge der Abschreckung mit Kernwaffen à la française dar. Im Anschluss wurde die Marseillaise gesungen. 

Angesichts des immer schwierigeren geopolitischen Umfelds – und steigender Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Garant der Sicherheit Europas – war diese Rede mit Spannung erwartet worden. Dass Macron französische Sicherheitsgarantien und nukleare Teilhabe nach amerikanischem Modell anbieten würde, war allerdings immer äußerst unwahrscheinlich. So kam es dann auch nicht. Dennoch beinhaltete die Rede einige Neuerungen in der französischen Dok­trin, die auch für die europäischen Nachbarn relevant sind.

Die französische Nukleardoktrin existiert nicht als Dokument, so wie es beispielsweise in den Vereinigten Staaten den Nuclear Posture Review gibt. Stattdessen wird sie in äußerst sorgfältig formulierten Reden des Präsidenten beschrieben, traditionell einmal per Mandatsperiode. Besonders detailreich sind diese Reden nicht, und die Diskussionen über sie erinnern mitunter an Theologieseminare. Der Kern bleibt jedoch seit Jahrzehnten gleich: Frankreichs Nuklearwaffen dienen der Verteidigung der „vitalen Interessen“ des Landes. Worin genau diese bestehen, wird nicht öffentlich diskutiert. Festzustellen, wann und wie genau Frankreichs vitale Interessen verletzt werden, und damit über den Einsatz von Kernwaffen zu entscheiden, obliegt allein dem Präsidenten. 

Diese Undeutlichkeit soll abschreckende Wirkung haben: Ein Gegner kann so nie ganz genau wissen, wo die roten Linien verlaufen. Die französische Strategie ist rein defensiv, der Einsatz von Atomwaffen kann jedoch auch als Reaktion auf eine konventionelle Bedrohung erfolgen und dient dann als „letzte Warnung“ („ultime avertissement“ in der fein kalibrierten Sprache französischer Nukleardis­kussionen). Die französischen Kernwaffen sind alle „strategisch“, das heißt: Frankreich erwägt keinen Einsatz sogenannter „taktischer“ Atomwaffen beispielsweise in Gefechtssituationen. Stattdessen geht es darum, einem Gegner „inakzeptablen Schaden“ („dommages inacceptables“) zuzufügen – beziehungsweise, damit zu drohen.

Dass Frankreichs vitale Interessen eine „europäische Dimension“ haben, gilt schon länger

Frankreich verfügt über Atomwaffen auf vier strategischen U-Booten sowie über luftgestützte Nuklearwaffen auf Rafale-Flugzeugen. In seiner Rede kündigte Macron nun den Bau eines fünften U-Boots an: Es soll 2036 in Dienst gestellt werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde zudem beschlossen, dass es ab 2035 insgesamte vier Luftwaffenstützpunkte mit „nuklearer Mission“ geben soll, statt wie derzeit drei. Die bodengestützte Komponente, mit Raketen in Silos, wurde nach dem Kalten Krieg aufgegeben. 

Im Vergleich zu den USA und Russland ist das Arsenal Frankreichs klein, seine Größe folgt dem Prinzip der „strikten Notwendigkeit“: Unter 300 Sprengköpfe war bislang die offiziell bekannte Zahl (Experten gehen von ca. 290 aus). Seit Jahren setzt Paris ein Modernisierungsprogramm seines Arsenals um. In seiner Rede hat Macron nun dessen Ausweitung angekündigt und zugleich erklärt, dass Frankreich in Zukunft keine Auskunft mehr über die Größe seines Arsenals erteilen wird. Denselben Schritt ist Großbritannien bereits 2021 gegangen. 

Der Status als Atommacht ist der Grundpfeiler der französischen strategischen Kultur. Atomwaffen gelten als Fundament nationaler Souveränität, schützen Frankreich vor Erpressungsversuchen und garantieren dem Land militärische Handlungsfreiheit. Seit Präsident Charles de Gaulle hat die Unabhängigkeit des französischen Kernwaffenprogramms daher oberste Priorität.

Und anders als Großbritannien ist Frankreich nicht auf ausländische Hilfe angewiesen. Die heimische Rüstungsindustrie ist darauf ausgerichtet, diese Unabhängigkeit zu wahren. Dies ist der Grund, warum es in Paris nicht infrage kommt, beispielsweise über den Kauf von Kampfflugzeugen aus dem Ausland nachzudenken. Nationale strategische Autonomie ist das oberste Gebot. Es versteht sich von selbst, dass dieses im Weg stehen kann, wenn es um die Kooperation oder Arbeitsteilung mit anderen Nationen geht. Auch die erklärte französische Ambition der europäischen strategischen Autonomie beißt sich mitunter mit den Anforderungen nationaler strategischer Autonomie. Wie dieser Zielkonflikt zu lösen ist, hat Paris bis heute nicht erklären können.


Für Europas Sicherheit

Dass Frankreichs vitale Interessen und nukleare Abschreckung eine „europäische Dimension“ haben, ist seit Jahrzehnten Bestandteil des französischen Nukleardiskurses. Bereits 1974 erkannte die NATO offiziell den Beitrag der nuklearen Abschreckung Frankreichs und Großbritanniens zur allgemeinen Stärkung der Abschreckungskraft des Bündnisses an. Und auch in französischen Strategiedokumenten besteht kein Zweifel an dieser europäischen Dimension. Wie unter anderem im Weißbuch von 2017 dargelegt, trägt die bloße Existenz der nuklearen Abschreckung „zur Sicherheit im Atlantik­raum und zur Sicherheit Europas“ bei. Und wie Macron 2020 erklärte: „Unsere Nuklearstreitkräfte haben an sich eine abschreckende Wirkung, insbesondere in Europa. … Lassen Sie uns klar sagen: Die vitalen Interessen Frankreichs haben heute eine europäische Dimension.“ Dass diese französischen Interessen im Falle eines Angriffs auf einen europäischen Verbündeten unberührt blieben, sei nicht denkbar. Macrons Angebote an seine Partner in Europa stehen somit in einer langjährigen Kontinuität.

Vor diesem Hintergrund wird allerdings deutlich, dass der Spielraum für europäische Kooperation begrenzt ist. Die nationale strategische Autonomie steht grundsätzlich nicht zur Disposition, selbst von Frankreichs Beitritt zur nuklearen Planungsgruppe der NATO ist nicht die Rede. Der französische Präsident wird seine alleinige Entscheidungsgewalt über den Einsatz von Kernwaffen nicht ab­geben oder teilen. Genauso wenig werden Frankreichs Verbündete ein Mitspracherecht bei der Definition der vitalen Interessen erhalten. Auch die Entscheidung, worin genau deren europäische Dimension besteht, liegt auch zukünftig allein beim französischen Präsidenten.


Das Angebot an die Verbündeten

Bereits im Februar 2020 hatte Emmanuel Macron die europäischen Verbündeten in seiner ersten Rede zur französischen Nukleardoktrin zu einem Dialog eingeladen. Damals stieß er damit jedoch auf wenig Interesse, und die kurz darauffolgende Coronavirus-Pandemie trug sicherlich dazu bei, dass die Prioritäten der Partner anderswo lagen. 

Sechs Jahre später ist die Situation eine ganz andere: In Russlands Krieg gegen die Ukraine zeichnet sich kein Ende ab, und das Vertrauen in US-Sicherheitsgarantien schwindet angesichts der Politik der zweiten Trump-Regierung immer mehr. Nun interessieren sich europäische Verbündete für Frankreichs Angebot. 

Worin dieses genau bestand, blieb indes im Unklaren, zumindest in der Öffentlichkeit. Die Rede war von einem Dialog sowie der Möglichkeit, an Übungen der strategischen Streitkräfte teilzunehmen. Klar war jedoch immer, dass nukleare Teilhabe nach US-Modell nicht zur De­batte steht. Das gilt auch heute noch.

Das Angebot, an Übungen teilzunehmen, wurde nun auch 2026 wieder gemacht. Die größte Neuerung in der Rede vom 2. März aus europäischer Sicht ist jedoch die Idee der „dissuasion avancée“, was sich am ehesten mit „Vorwärts­abschreckung“ übersetzen lässt. Macron blieb in diesem Punkt wichtige Details schuldig, doch es geht um die Stationierung von atomwaffenfähigen Rafale-Flugzeugen auf dem Staatsgebiet von Frankreichs europäischen Verbündeten. 

Derzeit ist von acht Ländern bekannt, dass sie sich in Gesprächen mit Frankreich befinden und sich vorstellen können, an dieser vorwärtspositionierten Abschreckung teilzunehmen: Deutschland, Großbritannien, Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden und Dänemark. Auch dies ist jedoch keine nukleare Teilhabe im klassischen Sinne. Je nachdem, wie genau es umgesetzt wird (werden auch Sprengköpfe vorwärts positioniert?), bietet das Modell allerdings für Frankreich (und damit für Europa) den Vorteil, dass die Nuklearwaffen im Ernstfall an mehr Orten stationiert werden können, was es für einen angreifenden Gegner schwerer macht, sie zu zerstören. Somit würde die Abschreckung robuster.

Jenseits dieser eher operativen Neuerungen sieht der Vorschlag regelmäßige Beratungen mit Partnern vor, in denen es um Fragen der Nukleardoktrin, des Eskalationsmanagements und der Kommunikation in Krisen („nuclear signaling“) gehen soll. Dies passt zum lange erklärten französischen Ziel, auf eine gemeinsame strategische Kultur in Europa hinarbeiten zu wollen. 

Mit Großbritannien und Deutschland soll es darüber hinaus besonders enge Zusammenarbeit geben. Im französisch-britischen Kontext zeichnete sich diese Entwicklung schon länger ab. Bereits 2010 vereinbarten beide Länder eine vertiefte Kooperation in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik; doch die tatsächliche Zusammenarbeit war von Höhen und Tiefen geprägt. Im Juli 2025 veröffentlichten sie die sogenannte Northwood-Erklärung zur Nuklearpolitik und Zusammenarbeit. Auch Deutschland und Frankreich veröffentlichten am Tag der Rede am 2. März eine Erklärung von Bundeskanzler Merz und Präsident Macron, in der sie engere deutsch-französische Kooperation in Abschreckungsfragen öffentlich machten. Unter anderem wollen Paris und Berlin in einer nuklearen Steuerungsgruppe zusammenarbeiten.


Veränderte nukleare Sachlage

Auch wenn von nuklearer Teilhabe nicht die Rede ist, so zeichnet sich doch eine wichtigere Rolle für französische Kernwaffen in der europäischen Sicherheitspolitik ab. Dadurch verändert sich die nukleare Sachlage in Europa. Wie genau, muss sich allerdings erst noch zeigen. Diese Entwicklung bringt auch Herausforderungen mit sich, und das auf verschiedenen Ebenen.

Zunächst einmal hat die aktuelle Debatte eine innenpolitische Dimension in Frankreich. Nukleare Abschreckung ist in Frankreich im Großen und Ganzen ein Konsensthema, die Notwendigkeit wird trotz der hohen Kosten kaum infrage gestellt. Doch Souveränität über die nukleare Abschreckung aufzugeben, findet in Frankreich so gut wie keine Befürworter: nicht in konservativen Kreisen und auf der rechten Seite des politischen Spektrums, aber bei Weitem nicht nur dort. Dies muss Macron berücksichtigen, wenn der nationale Konsens nicht in Gefahr geraten soll. 

Macron gilt bereits heute als politische „lame duck“. Selbst wenn er eine stärkere Europäisierung der französischen Abschreckung vorantreiben wollen sollte, würde sein politisches Gewicht wohl nicht ausreichen. Wer 2027 als sein(e) Nachfolger(in) gewählt wird, ist offen – aber Szenarien mit Populisten im Elysée-Palast sind durchaus realistisch. Dass die französische Nukleardoktrin in absehbarer Zeit noch europäischer wird, scheint unwahrscheinlich. Sowohl rechts als auch links außen herrschen Europakritik und Nationalismus vor, und insbesondere Deutschland wird mit großer Skepsis oder schlicht Abneigung beäugt. Was aus dem französischen Angebot unter einem Präsidenten Bardella oder Mélenchon würde, bleibt abzuwarten. 

Es herrschen viele  Missverständnisse  darüber vor, was genau den neuen nuklearen Schutzschirm ausmacht

Auch auf europäischer Ebene ist die Frage, welche Dynamiken sich aus einer verstärkten sicherheitspolitischen Abhängigkeit von Frankreich ergeben könnten. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass Populisten regieren – in Frankreich und/oder anderswo. Aber selbst im Falle eines gemäßigten französischen Präsidenten kann man sich fragen, ob beispielsweise Deutschland eine solche Abhängigkeit — insbesondere ohne großes Mitspracherecht — auf Dauer akzeptieren würde. Das Verhältnis zu den USA ist natürlich ebenfalls von Abhängigkeit geprägt. Allerdings ist diese Beziehung derart asymmetrisch, dass diese Abhängigkeit besser auszuhalten sein dürfte. Mit Frankreich sieht man sich jedoch auf Augenhöhe. Im absoluten Ernstfall das eigene Überleben von Paris abhängig zu machen, dürfte vielen in Deutschland nicht schmecken.

Es ist zudem stark anzunehmen, dass Macrons Angebot auch ein Versuch ist, die Verbreitung von Kernwaffen in Europa zu verhindern. Dies ist immer auch ein wichtiges Element der nuklearen Teilhabe nach amerikanischem Modell gewesen: Indem man einen nuklearen Schutzschirm bietet, haben Verbündete keinen Grund mehr, eigene Atomwaffen zu entwickeln. Angesichts aktueller Debatten in Deutschland, Polen oder auch in den nordischen Ländern tritt dieser Aspekt nun wieder in den Vordergrund. Dass Macrons Vorschläge ausreichen, um Überlegungen zu nationalen Kernwaffenprogrammen überflüssig zu machen, scheint unwahrscheinlich. 

Schlussendlich stellt sich auch die Frage, wie Russland auf eine bedeutendere Rolle französischer Nuklearwaffen in Europa reagieren würde. Russland abzuschrecken, ist das Ziel intensiverer Zusammenarbeit unter europäischen Staaten, wobei Moskau selbstredend keine Mitsprache haben kann. Dennoch hätte eine veränderte Sichtweise in Russland auf die französischen Kernwaffen und entsprechende Gegenreaktionen, sowie eine veränderte russische Bedrohungswahrnehmung, unweigerlich Auswirkungen auf das Sicherheitsumfeld. Diese Auswirkungen gilt es, genau zu untersuchen und in die eigene Analyse einzubauen.


Kein neuer Schutzschirm

Das französische Angebot ist kein neuer nuklearer Schutzschirm. Ob es sich in diese Richtung entwickelt – und wenn ja, in welchem Verhältnis zum bestehenden US-Schutzschirm –, bleibt abzuwarten. Die Frage dabei ist nicht, wo gegebenenfalls Atomwaffen stationiert werden, sondern ob Frankreich gewillt und in der Lage ist, seinen Verbündeten glaubhafte Sicherheitsgarantien zu geben.

In Debatten über nukleare Abschreckung wird oft deutlich, dass viele Missverständnisse darüber vorherrschen, was genau einen nuklearen Schutzschirm ausmacht. In Schweden zum Beispiel wird über die Stationierung von Atomwaffen auf schwedischem Boden diskutiert, wobei die nukleare Teilhabe der NATO (an der Schweden nicht teilnimmt) offensichtlich das Modell ist, das den Debatten zugrunde liegt. 
Es wäre jedoch falsch, die nukleare Teilhabe – und damit die beispielsweise in Deutschland stationierten amerikanischen Atomwaffen – mit dem nuklearen Schutzschirm gleichzusetzen. Vielmehr ist der nukleare Schutzschirm politischer Natur: Er besteht in der glaubwürdigen Versicherung der USA, im Ernstfall auch Atomwaffen zur Verteidigung seiner Verbündeten einzusetzen. Wo genau sich diese Waffen vor ihrem Einsatz physisch befanden, spielt dabei keine große Rolle; der wichtigste Pfeiler der amerikanischen Nuklearpolitik sind ohnehin die strategischen U-Boote, die sich quasi überall und nirgends in den Weltmeeren befinden.

Wie glaubwürdig eine solche Versicherung tatsächlich ist, ist seit den Anfängen der NATO Gegenstand intensiver Debatten. Ob die USA wirklich „Boston für Berlin“ riskieren würden, kann durchaus hinterfragt werden – insbesondere unter dem aktuellen US-Präsidenten. Eine ähnliche Frage würde sich auch im Fall französischer Sicherheitsgarantien stellen.

Wenn es um die Rolle der französischen Kernwaffen in der europäischen Abschreckungspolitik geht, ist es also zweitrangig, wo genau Sprengköpfe stationiert werden. Vielmehr ist die Frage, wie genau die vitalen Interessen, die durch Atomwaffen geschützt werden sollen, definiert werden. Ob Frankreich gewillt ist, seine Partner bei dieser Definition mitreden zu lassen, ist offen – ganz zu schweigen davon, ob die Partner auch ein Mitspracherecht bei der Feststellung hätten, dass diese Interessen verletzt sind. Dies wäre mit der klassischen französischen Nukleardoktrin nicht vereinbar. Dass jedoch Frankreich bereit ist, seine Doktrin entsprechend zu ändern, erscheint derzeit unwahrscheinlich. Die innenpolitischen Entwicklungen lassen es auch für die Zukunft nicht vermuten.

Ob es sinnvoll wäre, ist noch einmal eine ganz andere Frage. In jedem Fall tun Frankreichs Verbündete gut daran, ihr Französisch aufzupolieren. Tiefere Kenntnisse der französischen Nukleardoktrin, mit all ihren historischen Verwinkelungen und semantischen Feinheiten, sind heute so wertvoll wie nie.    

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik, Mai/Juni 2026, S. 82-87

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Dr. Barbara Kunz ist Leiterin der Programmabteilung Europäische Sicherheit beim Schwedischen Institut für Internationale Beziehungen.

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