Titelthema

31. Okt. 2022

Vom Flachliegen und Weitermachen

Die chinesische Gesellschaft scheint in einem Sog aus Nationalismus und Konsumismus zu treiben. Und doch schwimmt Chinas Jugend auch immer mal gegen den Strom.

Junge Männer, die sich vor laufender Handykamera mehrmals selbst heftig ohrfeigen – das war eines der bizarrsten sozialen Phänomene der vergangenen Wochen in der Volksrepublik China. Anlass war die Landung von Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, in Taiwan Anfang August 2022.

Alle Drohgebärden der chinesischen Regierung hatten es nicht geschafft, die US-Politikerin von diesem Bsuch abzuhalten. In Chinas sozialen Medien brachen sich Wellen des Nationalismus Bahn, inklusive Todesdrohungen gegen Pelosi und Kriegsrufen Richtung Taiwan. Videos junger Männer, die sich ins Gesicht schlugen, und dabei halb weinend, halb schreiend „sie ist echt gelandet“ vor sich hin fluchten, wirken dagegen wie eine skurrile, aber harmlose Variante einer überhöhten Vaterlandsliebe.



So scheint die chinesische Gesellschaft als Ganzes schnell abgehandelt. Ihre lautstärksten wahrnehmbaren Äußerungen sind eher nationalistisch, vereinzeltes Aufbegehren gegen die Regierung verpufft schnell. Die rigide Lockdown-Politik scheint sie stoisch bis zähneknirschend zu ertragen und dadurch irgendwie auch mitzutragen – in der Annahme, dass es in den liberalen Demokratien chaotisch und gefährlich zugehe. Gerade die junge Generation scheint nicht mehr offen interessiert an den USA und anderen westlichen Industrieländern, sondern orientiert sich kulturell eher an sich selbst und vereinzelt den Nachbarn in Südkorea und Japan. Materielles Überleben und konsumistisches Besserleben scheinen das Äußerste zu sein, worauf sie hoffen wollen und können.



Kontrollwut und Pleitewelle

Bei näherer Betrachtung aber wirkt der Zustand der chinesischen Gesellschaft ebenso ambivalent wie die Videos der jungen Männer: Während die chinesische Regierung in Fällen wie dem Pelosi- Besuch gerne davon spricht, dass „die Gefühle der chinesischen Bevölkerung verletzt worden sind“, verletzen sich diese jungen Männer selbst. Das ist eine Inszenierung. Es könnte ein Ausdruck der eigenen Unzufriedenheit sein, die nur in nationalistischer Verpackung ohne Risiko ausgelebt werden darf. Und es wirkt auch wie ein Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit, den sich entfaltenden Krisen letztlich nur zuschauen zu können.



Wichtige Anhaltspunkte für eine Zustandsbeschreibung der chinesischen Gesellschaft bieten Debatten in den sozialen Medien. Im Rahmen des Projekts „China Spektrum“ analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des China-Instituts der Universität Trier und des Mercator Institute for China Studies (MERICS), was chinesische Intellektuelle, Experten, aber auch die breite Netzöffentlichkeit in der Volksrepublik beschäftigt.

Zum Beispiel die Jugendarbeitslosigkeit. Sie bewegt sich seit Monaten offiziell bei Werten zwischen 15 und 20 Prozent. Die Shut- und Lockdowns der rigiden Null-­Covid-Politik haben eine Pleitewelle ins Rollen gebracht; Arbeitgeber sind zurückhaltend mit Neuanstellungen. IT-Riesen wie Alibaba oder Tencent hatten schon im Frühjahr angekündigt, bis zu 20 Prozent ihrer Angestellten entlassen zu müssen.



Laut der chinesischen Regierung hat die gesamte digitale Wirtschaft rund 200 Millionen Arbeitsplätze im Land geschaffen. Chinas größter Tech-Recruitment-Webseite Lagou zufolge hatten im März 2022 nicht weniger als 2,7 Millionen IT-Angestellte ihren Status mit „Habe den Job verlassen“ angegeben. Die wachsende und willkürliche Regulierungs- und Kontrollwut des Parteistaats gegenüber privaten Firmen hat auch im Bereich des Unternehmens-Tutoring für eine Reihe von Kündigungen gesorgt. Zu all dem drängt in diesem Jahr eine neue Rekordzahl von 10,8 Millionen Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt.



An Land statt ins Meer

Der private Sektor war lange Zeit ein attraktiver Arbeitgeber. Chinesinnen und Chinesen wollte sich gerne „ins Meer stürzen“ (xia hai), wie viele eine solche Anstellung in den 1990er Jahren bezeichneten. Nun zielt Chinas Jugend vermehrt auf ein sicheres „Ans-Land-Gehen“ (shang an): Im Juni 2022 nahmen erstmals mehr als zwei Millionen an der Auswahlprüfung für den öffentlichen Dienst teil, auf eine Stelle kamen rund 68 Bewerber. Ein Jahr zuvor waren es nur 54.



Im chinesischen Internet kursieren Ratschläge, wie man sich einen „Kader-Boyfriend“ angeln könne. Für angehende oder amtierende junge Kader diskutieren Chinas Netizens zahlreiche Verhaltens- und Kleidungstipps. Gedeckte Farben, schlichte Jacke und über den Ohren kurz rasierte Haare sind dabei ein Muss. Interessanterweise finden sich nahezu ausschließlich Hinweise für Männer. Das mag daran liegen, dass sie als Kader oft bessere Aufstiegschancen haben, besser bezahlt werden und mit dem richtigen Look vielleicht noch schneller vorankommen. Oder damit, dass sie die Modetipps aus Sicht der Internetnutzer dringender nötig haben.



Die neue Beliebtheit von sicheren Arbeitsplätzen „innerhalb des Systems“ (tizhi nei) dürfte aus Sicht der chinesischen Regierung eine begrüßenswerte Entwicklung sein. Wenn die Absolventen der Top-Universitäten um Stellen im Staatsdienst konkurrieren, also gut qualifizierte Leute eingestellt und an das System gebunden werden können, wäre das ein Gewinn für den Parteistaat. Allerdings zählt unter Partei- und Staatschef Xi Jinping die richtige ­politische Gesinnung – sprich absolute Loyalität – viel mehr als fachliche Qualifikation. Das könnte dazu führen, dass Chinas kluge Köpfe als Kader schnell das Gefühl bekommen, sich in einem Hamsterrad zu befinden. Sie könnten des Drucks der komplizierten Partei- und Staatsstrukturen mit ihren Loyalitäts- und Beziehungsgeflechten bald überdrüssig sein und den Ball eher flach halten (auf Chinesisch „Fische streicheln“). Das wäre kaum im Sinne Pekings, da es zur schleichenden Lähmung des Verwaltungssystems führen könnte.



Dafür haben Chinas Netzbürger bereits einen Begriff gefunden: „Involution“ („nei juan“ auf Chinesisch), die Bezeichnung für etwas, das sich nicht mehr konstruktiv weiterentwickelt, sondern in sich gefangen nur noch unsinnige, letztlich tod­bringende Wandlungen produziert. Im chinesischen Kontext taucht es laut der Online-Enzyklopädie Baidu Baike das erste Mal im April 2020 auf, als ein Blogger auf der Kurznachrichtenplattform Weibo die hohen Anforderungen an Studierende der Top-Universität Qinghua als „Involution“ bezeichnete. Kurz darauf kursierten Fotos von Qinghua-Studierenden, die so unter Leistungsdruck stehen, dass sie ihre Computer auf dem Fahrrad festgeschnallt haben, um unterwegs zu lernen, oder während des Fahrradfahrens essen, um Studienzeit zu sparen.



Das stieß eine größere Debatte auf der beliebten Frage- und Antwort-Plattform Zhihu an. Junge Programmierer, Ingenieure und Manager fühlten sich vermutlich auch deshalb so angesprochen, weil über ihrer Branche das Damoklesschwert des „996“ schwebte – eine Arbeitskultur von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends und das an sechs Tagen in der Woche. Jack Ma, damals noch amtierender CEO von Alibaba, hatte diese „Arbeitskultur“ sogar öffentlich verteidigt. Erst nach Protesten von IT-­Angestellten auf der Open Source-Plattform GitHub haben einige Firmen nominell ihre Unternehmenskultur angepasst.



Der Gier des Kapitalismus entsagen

Parallel tauchte ein weiterer Begriff auf, mit dem sich viele junge Leute in Städten identifizieren konnten und wollten – „tang ping“ (sich flach hinlegen). Geprägt wurde der Begriff von dem 26-jährigen Blogger Luo Huazhong, der im Frühjahr 2021 über die Plattform Baidu Tieba seine Kehrtwende hin zu einem minimalistischen Lebensstil propagierte. Luo aß nur zwei Mahlzeiten pro Tag, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und las viel philosophische Literatur. Die chinesischen Behörden hätten ihn als genügsamen Modellarbeiter auszeichnen können. Denn Luo hatte ja quasi der Gier des Kapitalismus entsagt.



Luos Lebensstil fand schnell viele Anhänger – und mit dem Begriff „sich flach hinlegen“ eine Art ikonografischen Kristallisationspunkt, der in zahlreichen ­Memes­ und Cartoons online Verbreitung fand. Die Anhänger des „Sich-flach-Hinlegens“ bildeten eine Art Gegenbewegung zum aufgezwungenen Hamsterrad von harter Arbeit für den weiteren Aufstieg des Vaterlands und die Befriedigung der eigenen materiellen Wünsche. Denn das bot außer einem Gefühl der permanenten Erschöpfung und Betäubung keine anhaltende oder tiefergehende Sinnstiftung.



Der Regierung musste das zu weit gehen. Die Cyberbehörde begann, den Begriff „tang ping“ sowie verwandte Memes und Sprachbilder zu zensieren. Parteistaatliche Medien brandmarkten die Einstellung des „Sich-flach-Hinlegens“ als schändlich und unproduktiv.



Einzelne Professoren und Medien äußerten allerdings Verständnis für die Erschöpfung und die Sehnsucht nach mehr Lebensqualität. Der Nerv, den die Diskussion offensichtlich bei vielen Chinesinnen und Chinesen und den Behörden getroffen hatte, zeigt, dass die einfache Formel „Mehr Konsum lässt Fragen der politischen Teilhabe verblassen“ so nicht mehr stimmt. Dass die Kommunistische Partei den Unterhaltungsbereich, den sie lange Zeit toleriert und auch selbst bespielt hatte, immer weiter ideologisiert, wird so für Peking selbst zur Herausforderung.



Ein gutes Beispiel ist da Chinas „Lippenstift-König“ Li Jiaqi, einer der beliebtesten Livestream-Mode-Influencer in der Volksrepublik und darüber hinaus. Livestreaming macht laut des US-Unternehmens McKinsey rund 10 Prozent des chinesischen E-Commerce-Sektors aus. Li versammelte um die 20 bis 30 Millionen Zuschauer in seinen Verkaufssendungen und tat das, was sich die chinesische Regierung immer erhofft hatte, den Konsum ankurbeln. Dann, kurz vor seinem 20. Geburtstag, am 3. Juni, passierte ein Malheur. Li und seine Assistentinnen holten plötzlich einen kleinen Kuchen ins Bild und der Livestream brach wenig später ab. Wa­rum? Zensoren hatten offensichtlich den mit einem angesteckten Waffelröllchen und dunklen Schokoladenkreisen an einem weißen Süßquadrat dekorierten Kuchen als einen Panzer gedeutet und damit als Anspielung auf die 33 Jahre zurückliegende blutige Niederschlagung der Protest­bewegung auf dem Tiananmen-Platz.



Li verschwand für Wochen, um dann Ende September plötzlich wieder aufzutauchen. Er wirke verängstigt und weniger strahlend, kommentierten seine Fans.



Wenn Li nicht selbst wieder zu alter Stärke aufläuft, werden andere seinen Platz einnehmen, so könnte man meinen. Allerdings erlegt die chinesische Regierung sämtlichen Live-Streamern genauso wie den Bloggern und Filmemachern immer mehr Restriktionen auf: keine zu kurzen Röcke, keine zu „verweichlichten Männer“ und vieles mehr. Das ärgert Konsumenten wie Macher und könnte mittelfristig kreative, neue Ideen in den Untergrund oder ins Ausland abwandern lassen.



Manche jungen Chinesinnen und Chinesen wollen raus aus dem Land. Chinesische Agenturen berichten von einem massiv gestiegenen Interesse an Visa für Studierende und GreenCards. Suchportale wie Baidu verzeichneten Anfang April und Mitte Mai 2022 für den Begriff „Auswanderung“ eine tägliche Zuwachsrate von bis zu 500 Prozent. Die Erfahrungen von oftmals willkürlichen und sehr langen Lockdown-Zuständen im Zuge der Covid-19-Pandemie-Bekämpfung waren für viele Chinesen eine große Erschütterung.



Weil Wörter wie „auswandern“ daraufhin auf verschiedenen Plattformen zensiert wurden, prägten Chinas Netizens den Begriff „runxue“. Die Wortneuschöpfung setzt sich zusammen aus „rùn“, ausgesprochen wie das englische Wort für „laufen“, und „xue“, dem Zeichen für „Lehre“ oder „Wissenschaft“: eine „Wissenschaft des Weglaufens“.



Was Chinas Bürger in Rage bringt

Chinas Bürger denken aber nicht nur ans Weglaufen oder daran, sich „flach hinzulegen“. Das Aufkommen einer größeren Protestbewegung scheint zwar kurzfristig unwahrscheinlich. Das hat mit dem flächendeckenden Überwachungssystem und den stets präsenten Parteistrukturen zu tun, ist vielleicht aber auch dem noch relativen Wohlstand geschuldet, der Hoffnung auf einen sozialen Aufstieg und der wachsenden Autonomisierung der Gesellschaft. Die online geteilten Videos von immer wieder neu aufflackernden Zusammenstößen zwischen Bürgern und den „großen Weißen“, den Beamten und Staatsangestellten, die PCR-Tests durchführen oder Stadtviertel abriegeln, enden meist schnell. Manche Proteste dauern allerdings länger. Ihren Teilnehmern geht es ums Prinzip.



So war es etwa Mitte Juni 2022. Damals schaltete überraschend bei mehr als 1300 Menschen der Gesundheitscode auf ihren Smartphones auf Rot. Sie hatten eins gemeinsam: Sie alle waren Kunden von Banken der zentralchinesischen Provinz Henan. Die Finanzhäuser waren in eine finanzielle Notlage geraten und hatten ihren Kunden bereits seit April den Zugriff auf Online-Konten verwehrt und Geldabhebung vor Ort immer weiter eingeschränkt. Die Betroffenen machten sich auf den Weg zu den Bankfilialen in der Provinzhauptstadt Zhengzhou, um ihre Rechte einzufordern, als sie plötzlich „rot“ sahen. Sie hatten keine Risikokontakte, andere Covid-Warn-Apps blieben grün.



Die Polizei hielt die Betroffenen fest, und die lokale Bankenaufsicht setzte sie unter Druck, ihre Proteste einzustellen, so berichteten die Geschädigten via Social Media. Nachdem der Fall eine Welle der nationalen Empörung ausgelöst hatte, leiteten die Behörden in Zhengzhou eine offizielle Untersuchung ein und verhängten wegen Amtsmissbrauchs Disziplinarstrafen gegen einige Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden. Sogar einige offiziellere Stimmen unterstützten die Protestierenden: Die zur parteistaatlichen Nachrichtenagentur Xinhua gehörende Zeitschrift China Comment forderte auf Weibo, die Behörden von Henan müssten erklären, wer die Entscheidung getroffen habe und wie es zur Änderung der Codes kommen konnte. Und Hu Xijin, ehemaliger Chefredakteur der nationalistischen parteistaatlichen Zeitung Global Times, warnte vor negativen Auswirkungen auf die öffentliche Akzeptanz für das Gesundheits-Code-System.



Dass insbesondere Chinas urbane Bevölkerung in wachsendem Maße den Wert ihrer persönlichen Daten kennt und geschützt wissen will, ist eine ermutigende und wichtige Entwicklung. Es zwingt die chinesische Regierung, dem omnipräsenten digitalen Kontrollsystem einige wenige Grenzen zu setzen. Peking hat seine ambitionierten Datenschutz- und Algorithmus-Offenlegungsgesetze primär für private IT-Unternehmen geschrieben. Der Parteistaat selbst ist oft nicht Subjekt der Regularien und steht als Ein-Partei-Herrschaft auch de facto über dem Gesetz.



Ein weiterer Protestanlass, der Chinas Bürger nicht nur online in Rage bringt, sondern auch auf die Straße treibt, sind bis ins Mark erschütternde menschliche Schicksale. Der Skandal um eine angekettete Frau in der Stadt Xuzhou in Zentralchina, Provinz Henan, hat eine große Gruppe über viele Provinz- und Klassengrenzen hinweg mobilisiert: Chinas Frauen. Mutige Bürgerjournalisten recherchierten vor Ort und auch in der südwestlichen Provinz, aus der die Frau offensichtlich verkauft worden war. Durch das hartnäckige Nachfragen von Netizens mussten die Provinzbehörden schließlich zugeben, dass sie Fehler gemacht hatten; einige Kader auf Provinzebene wurden entlassen.



Es sind wie so oft primär die direkt Betroffenen, die protestieren. Aber es gibt Ausnahmen: Als Dr. Li Wenliang, der Arzt, der Ende 2019 erstmals vor der hochansteckenden neuen Lungenkrankheit gewarnt hatte und von der Polizei mundtot gemacht worden war, im Februar 2020 selbst an SARS-CoV-2 starb, waren in den sozialen Medien eine solche Trauer und eine solche Wut zu spüren, dass ein nationaler Protest nicht ausgeschlossen schien. Aber Peking kam die Angst der Leute vor der Krankheit zugute – damals hielten alle widerstandslos die Sperrstunden ein.



So gesehen sind die Lockdowns, die Reisebeschränkungen und die leise, aber stetig vorangetriebene Abkopplung von Ideen und Informationen aus dem Ausland eine Art Geschenk an die chinesische Regierung. Allerdings bringt möglicherweise gerade ein solcher Isolationskurs Menschen hervor, denen der Bezug zu sich selbst verloren geht – so wie die jungen Männer, die sich selbst verletzten, als Pe­losi Taiwan besuchte – und die irgendwann nichts mehr zu verlieren haben.



Es ist denkbar, dass der chinesischen Führung die Rückkehr zu mehr Normalität gelingt und die Bevölkerung dann zu erschöpft ist für einen massiven Widerstand. Dann könnte allerdings eine außer Kontrolle geratene nationalistische Stimmungsmache nicht nur der kommunistischen Regierung, sondern möglicherweise einem Großteil der Welt zum Verhängnis werden. Die chinesische Gesellschaft bleibt ein Stück weit unberechenbar und für Überraschungen gut – sowohl für ­Peking als auch für uns in Europa.

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik 6, November/Dezember 2022, S. 34-39

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Prof. Dr. Kristin Shi-Kupfer lehrt Sinologie an der Universität Trier und ist Senior Associate Fellow beim Mercator Institute for China Studies (MERICS).

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