Sollte es weltweit gültige Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geben?
US-Präsident Donald Trump hat sich wiederholt festgelegt: Für die großen KI-Unternehmen solle es keine Regulierung geben – trotz Warnung aus den Firmen selbst. „Bei der KI-Entwicklung liegen wir vor China“, sagte Trump am 12. September, „und, offen gesagt, möchte ich gern, dass das so bleibt. Wer bei der KI gewinnt, gewinnt alles.“
Eine überwältigende Mehrheit von 89 Prozent der befragten Bundesbürgerinnen und Bundesbürger finden weltweit gültige Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sehr wichtig (70 Prozent) oder wichtig (19 Prozent). Nur 9 Prozent finden solche Regeln nicht wichtig oder gar nicht wichtig.
Die Ansicht, eine weltweite Regulierung von KI sei sehr wichtig oder wichtig, ist im Osten annähernd identisch stark zu finden wie im Westen. Mit 68 Prozent halten Männer weltweite Regeln etwas weniger häufig für sehr wichtig als Frauen (72 Prozent).
Auffällig ist, dass in der Alterskohorte der 18- bis 29-Jährigen „nur“ eine Minderheit von 47 Prozent solche Regeln für sehr wichtig hält (38 Prozent halten sie für wichtig). Bei den 30- bis 44-Jährigen liegt der Wert bei 70 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen bei 79 Prozent und bei denjenigen, die 60 Jahre und älter sind, bei 77 Prozent. Befragte mit Abitur neigen zudem stärker zu der Ansicht (79 Prozent) als solche mit Mittlerer Reife (66 Prozent) und Hauptschulabschluss (61 Prozent).
Beim Blick auf die parteipolitischen Präferenzen der Befragten fällt auf, dass AfD-Wählerinnen und -Wähler die Frage für vergleichsweise weniger wichtig halten als der Bundesdurchschnitt: Unter ihnen finden sie 49 Prozent sehr wichtig und 22 Prozent wichtig, 26 Prozent dagegen halten sie für nicht wichtig oder gar nicht wichtig. Bei Anhängern der anderen Parteien liegt dieser Wert zwischen 1 Prozent (CDU/CSU, SPD), 2 Prozent (Grüne) und 4 Prozent (Die Linke). Grünen-Wähler erreichen mit 93 Prozent, die weltweite Regeln für den Einsatz von KI für sehr wichtig halten, den Spitzenwert.
Datenbasis: 1000 Befragte in Deutschland. Statistische Fehlertoleranz +/- 3 Prozentpunkte. Erhebungszeitraum 9. bis 12. Oktober 2026. Quelle: Forsa
Internationale Politik 6, November/Dezember 2026, S. 5