Perspektiven

29. Juni 2026

Fischen im globalen Talentpool

Im Rennen um Fachkräfte konkurrieren alte Industriestaaten mit Schwellen- und ehemaligen Emigrationsländern. Wie können Deutschland und Europa hier bestehen?

Hannes Einsporn
Bild: Ansicht einer Gruppe Ärzt:innen von hinten die einen Gang hinunter gehen
Goodbye, Deutschland: Mehr als ein Drittel der Migrantinnen und Migranten trägt sich mit Abwanderungs­gedanken. Gründe sind oft Diskriminierungserfahrungen.

Wer verstehen will, welche Rolle ausländische Beschäftigte für Wirtschaft und Gesellschaft in wohlhabenden Ländern spielen, muss nicht auf den fortschreitenden demografischen Wandel zeigen. Es genügt, auf die vergangenen Jahre zu blicken. In Deutschland etwa wird das Beschäftigungswachstum laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit seit 2023 ausschließlich von Ausländern getragen – ein großer Teil von ihnen aus Ländern außerhalb der EU. Ausländische Fachkräfte sind besonders wichtig für Branchen, in denen ein hoher Mangel an Arbeitskräften herrscht – Pflege, Berufskraftfahrer, Kinderbetreuung und -erziehung. Zudem gründen Menschen mit Migrationshintergrund, so eine Studie des ZEW-Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2025, überdurchschnittlich häufig Unternehmen: Sie schaffen Jobs.


Zwischen Abschottung und Öffnung 

Dem Befund, wie wichtig ausländische Beschäftigte sind, steht eine andere Entwicklung entgegen: Parteien der Mitte in wohlhabenden Ländern wenden sich verstärkt einer restriktiveren Migrationspolitik zu. Gründe dafür sind der Druck von rechtsaußen, aber auch ein Stimmungswandel in der Bevölkerung und Bedenken, dass hohe Zuzugszahlen den Wohnungsmarkt oder staatliche Dienstleistungen überlasten, wie in Kanada. 

In Deutschland hat die Politik die Möglichkeiten der Einbürgerung eingeschränkt und Maßnahmen zur Reduzierung der Fluchtmigration getroffen, darunter Zurückweisungen an den Grenzen. Bisher von den Begrenzungen meist ausgenommen ist die Einwanderung dringend benötigter Fach- und Arbeitskräfte. Dahinter steht oft die Annahme, dass es mit den richtigen Instrumenten möglich sei, aus einem großen Pool Migrationswilliger die „gewünschten“ Migranten auswählen zu können. 

Die Migrationsforschung zeigt allerdings, dass es nicht einfach ist, die Auswahlkriterien so zu gestalten, dass man verlässlich die Zielgruppen erreicht, die von politischen Entscheidern gewollt werden. In einer aufgeheizten Debatte, in der die politischen Kosten für ein Scheitern hoch sind, ist es schwierig, den Erwartungen gerecht zu werden, nur die „Klügsten und Besten“ oder die „Fleißigsten“ zu gewinnen. 

Die Politik manövriert sich so in eine ganze Reihe von Zielkonflikten: Kurzfristig soll Migration begrenzt werden, langfristig wird sie wirtschaftlich und demografisch gebraucht; gegenüber der heimischen Bevölkerung soll Entschlossenheit signalisiert werden, die Migration stärker zu begrenzen, gegenüber „gewünschten“ Migranten Offenheit. Aber auch eine andere Entwicklung gerät dabei öfters wieder aus dem Blick: Die „alten“ Industriestaaten werden global um qualifizierte Einwanderer langfristig stärker konkurrieren müssen. 


Alternde Länder, neue Player

Wie entsteht ein globaler Wettbewerb? Es lohnt sich, zwei Dynamiken näher zu betrachten. Die erste ist die Ausweitung der Länder, die ausländische Beschäftigte brauchen und dafür eine aktive Einwanderungspolitik betreiben. In den alternden Gesellschaften Europas etwa sind es längst nicht mehr nur die traditionellen Einwanderungsländer, die Arbeits- und Fachkräfte suchen, sondern auch Länder wie Tschechien, Slowenien oder Estland. Und auch Staaten auf dem Westbalkan, vor allem Serbien, sind Zielländer für Migranten geworden, etwa aus Zentralasien. In aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Indien oder der Türkei ist die Bevölkerung jünger, doch auf dem heimischen Arbeitsmarkt passen Angebot und Nachfrage teils nicht zusammen. 

Eine Umfrage des US-Personaldienstleisters Manpower von 2025 zeigt, dass 82 Prozent der befragten Arbeitgeber in Indien von Schwierigkeiten berichten, ihre Stellen zu besetzen, in der Türkei sind es 78 Prozent. Wohl auch deshalb führte die Türkei 2024 „Tech Visa“ ein, die Fachkräfte und Unternehmer anziehen sollen, und lockerte die Beschränkungen zur Anstellung ausländischer Beschäftigter. 

Kurzfristig soll Migration begrenzt werden, langfristig ist sie wirtschaftlich und demografisch wichtig

Indien, das bisher eher Fachkräfte exportierte, führte 2024 „G20 Talent Visa“ ein, die Talente aus Forschung, Technologie, Maschinenbau und Wissenschaft aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern nach Indien locken sollen. China, dessen Bevölkerung seit vier Jahren schrumpft, hat in seinem Fünfjahresplan bis 2030 eine Öffnung gegenüber hochqualifizierten ausländischen Fachkräften vorgesehen. Hinzu kommen historisch eher verschlossene Länder wie Japan oder Südkorea, die sich schrittweise gegenüber Migranten öffnen. 

Eine weitere Entwicklung, die nicht neu, aber wichtig ist: Einige wenige Länder stellen in bestimmten Branchen ein Gros an Arbeitskräften für den internationalen Arbeitsmarkt. Ein Beispiel sind Krankenpfleger. Die Philippinen sind das mit Abstand größte Hauptherkunftsland von ausländischen Krankenpflegern in OECD-Ländern. Traditionell waren die Hauptzielländer englischsprachige Staaten wie die USA, Kanada oder Großbritannien. Mittlerweile werben auch Länder wie Japan und Südkorea um philippinische Gesundheitsfachkräfte. 

Ein anderes Beispiel ist der Wettbewerb um die besten Talente in Forschung und Technologie einschließlich Künstlicher Intelligenz (KI). Eine Analyse zu KI-­Forschern und -Ingenieuren des Thinktanks Interface aus diesem Jahr zeigt etwa, dass Indien mittlerweile über 16 Prozent der weltweiten Fachkräfte stellt. Zudem steigt der Anteil der in Indien ausgebildeten ausländischen Beschäftigten in den wichtigsten Zielregionen. 

Der wachsende Einsatz von KI oder Robotik wird die Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften aus dem Ausland in wohlhabenden Ländern beeinflussen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der hauseigene Thinktank der Bundesagentur für Arbeit, stellt fest, dass das Substituierbarkeitspotenzial, also der Anteil an Tätigkeiten, der von Computern erledigt werden kann, steigt. Ob und wann dieses Potenzial ausgeschöpft werde, sei allerdings komplex – beeinflusst von rechtlichen und ethischen Hürden, aber auch abhängig davon, ob menschliche Arbeit „wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität“ sei. 

In Sektoren wie der Pflege wird der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften aus dem Ausland wohl hoch bleiben. Eine Einschränkung der Zuwanderung in Branchen, die darauf bisher angewiesen sind und in denen menschliche Arbeit kurzfristig nicht ersetzt werden kann, könnte zu höheren Kosten und Preisen führen. Denn dann müssten Löhne und Arbeitsbedingungen verbessert werden, um heimische Arbeitskräfte zu gewinnen. Schließlich sind es oft ausländische Beschäftigte, die teils unter prekären Bedingungen in der Landwirtschaft oder der Nahrungsmittelindustrie arbeiten. 

Es ist kein Naturgesetz, dass diese Löhne und Arbeitsbedingungen hingenommen werden – wissentlich, aus Mangel an Perspektiven, als Folge von Täuschung oder wegen unzureichender Arbeitnehmerrechte. Die ZEIT berichtete vor vier Jahren von georgischen Saisonarbeitern, die deutschen Landwirten bei der Ernte helfen sollten. Als sie von Ausbeutung und schlechten Zuständen in Deutschland hörten, kamen von den zwischen den beiden Ländern verabredeten 5000 Saisonkräften nur 300. 


Fremdenfeindlichkeit als Bremser

Deutschland hat sich mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2019 einen umfassenden Rahmen zur vereinfachten und gezielten Zuwanderung von Fachkräften gegeben. Die Umsetzung hinkt aber noch hinterher. Die „Work-and-Stay-Agentur“, ein Projekt der derzeitigen Bundesregierung, soll nun Abhilfe schaffen: Straffung von Prozessen, Digitalisierung und Entlastung der kommunalen Behörden.

Doch mit einer vereinfachten Erteilung von Visa, Aufenthaltstiteln und Arbeitsmarktzulassungen ist es nicht getan; genauso wichtig für die langfristige Gewinnung von ausländischen Beschäftigten ist der „Stay“-Teil – die Bedingungen für das Ankommen und Bleiben. Zwischen 2015 und 2023 haben 3,3 Millionen Zugewanderte, die nicht aus Asylherkunftsländern oder der Ukraine stammten, Deutschland wieder verlassen. 

Eine Studie der Friedrich-Ebert-­Stiftung zur Abwanderung von EU- und Drittstaatsangehörigen aus dem Jahr 2025 stellt fest, dass hier vor allem soziale und gesellschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. Mängel in der Willkommenskultur und im sozialen Miteinander machen Deutschland bei allen wirtschaftlichen Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Ländern weniger attraktiv. 

Repräsentative Daten des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, die 2026 veröffentlicht wurden, zeigen, dass jede fünfte Person in Deutschland erwägt, auszuwandern; die entsprechenden Werte bei Eingewanderten und ihren Nachkommen liegen mit 34 beziehungsweise 37 Prozent deutlich höher. Als Gründe dafür geben Eingewanderte deutlich häufiger Diskriminierungserfahrungen an.

Schon jetzt bremst Fremdenfeindlichkeit den Zuzug von Arbeitskräften, vor allem in Regionen, in denen der demografische Wandel weit fortgeschritten ist. Dazu zählen ostdeutsche Flächenländer wie Sachsen-Anhalt, das Bundesland mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands. Bislang gelang es in Sachsen-Anhalt noch, den Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten durch Zuwanderung aus Drittstaaten auszugleichen. Eine Umfrage von Hauptgeschäftsführern großer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände durch das Institut der deutschen Wirtschaft zeigt, dass im Jahr 2023 fast die Hälfte der Befragten berichteten, „Schwierigkeiten, in AfD-Hochburgen Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen“, zu haben. 


Offenheit kommunizieren

Trotz oft hitzig geführter Debatten über Migration sehen die meisten Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien laut einer repräsentativen Umfrage des Thinktanks More in Common aus dem Jahr 2025 die positiven wirtschaftlichen Beiträge der Zugewanderten. Dieselbe Studie kommt auch zu dem Schluss, dass Deutschlands Selbstbild als „Leistungsnation“ die Einstellungen zur Migrationspolitik prägt: Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung bewertet Zuwanderung vorwiegend nach dem wirtschaftlichen Beitrag, den Migranten und Migrantinnen leisten oder potenziell leisten werden. Die politischen Spitzen in Berlin hätten also politischen Rückhalt, wenn sie ein positiveres Bild von Deutschlands Offenheit gegenüber Zuwanderung zeichnen wollten. Stattdessen ist die öffentliche Kommunikation auch in der politischen Mitte rauer geworden – von der Spiegel-Schlagzeile des Exkanzlers Olaf Scholz, man müsse „endlich im großen Stil abschieben“, bis zur Aussage von Kanzler Friedrich Merz, man habe ein „Problem im Stadtbild“. Ob unklug formuliert oder bewusst zugespitzt – solche Botschaften dürften bei potenziellen Arbeits- und Fachkräften im Ausland nicht verhallt sein. 

Mit einer besseren Kommunikation und Erzählung ist es aber nicht getan. Partnerschaft Deutschland, die Beratungsagentur der öffentlichen Hand, und DigitalService, ein öffentlicher IT-Dienstleister, stellen in ihrem Impulspapier zur Work-and-Stay-Agentur fest: „Nur durch vereinfachte, digitale und skalierbare Abläufe bei der Erteilung von Visa, Aufenthaltstiteln und Arbeitsmarktzulassungen kann Deutschland die nötigen Antragsvolumina stemmen sowie im globalen Wettbewerb um Talente bestehen.“ Die derzeitigen Verwaltungsstrukturen, so die Autoren weiter, sind dafür ungeeignet. Die Folge sind lange Wartezeiten und ein Anstieg an Untätigkeitsklagen. 

Die geplante Reform der Migrationsverwaltung durch die Work-and-Stay-Agentur bietet gute Möglichkeiten, um hier voranzukommen. Es wird aber nicht genügen, sich auf Anstrengungen in Deutschland zu beschränken. Wenn das Entwicklungsministerium oder die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik die Aus- und Weiterbildung in ärmeren Ländern fördern, sind das auch Investitionen in die Gewinnung von qualifizierten ausländischen Beschäftigten und die Positionierung von Deutschland als attraktivem Arbeits- und Lebensstandort. Deutschkurse und Vorintegrationsmaßnahmen, die etwa das Goethe-Institut anbietet, erleichtern das Ankommen und Bleiben.

Auch die Willkommenskultur und die Problemlösungsfindung in vielfältigen Gesellschaften beeinflussen die Entscheidungen von Migranten

Dieses Ankommen und Bleiben aber geschieht vor Ort – in Betrieben und Kommunen. Nicht nur die Frage, ob die relevante Infrastruktur auf lokaler Ebene gut funktioniert, beeinflusst Entscheidungen über einen langfristigen Aufenthalt in Deutschland. Auch die Willkommenskultur und die Art und Weise, wie Probleme in vielfältigen Gesellschaften gelöst werden, spielen hier eine Rolle. Stadtverwaltungen, Bildungsträger oder Vereine und ehrenamtliche Initiativen fördern die Aspekte, die aus Sicht vieler Menschen bei der Akzeptanz von Vielfalt zählen. Laut Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung sind das etwa Gesetzestreue (91 Prozent), Deutschkenntnisse (86 Prozent), Arbeitsmarktintegration (78 Prozent) und soziales Engagement (53 Prozent). 

Wenn die Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen unter Druck stehen, muss diese Infrastruktur erhalten und ihre Finanzierung verbessert werden. So lässt sich etwa die Förderung wirtschaftlich belasteter Kommunen vereinfachen, indem man sie in die Lage versetzt, Förderprogramme von EU, Bund und Ländern gebündelt beantragen zu können. 

Landkreise und Kommunen haben eine große Verantwortung bei der Arbeitsmarktintegration derjenigen, die aus humanitären Gründen nach Deutschland kommen. Das zeigt etwa das Beispiel des Burgenlandkreises in Sachsen-Anhalt, wo sich die Beschäftigungsquoten von Ausländern und Deutschen fast angenähert haben – offenbar vor allem durch Maßnahmen zur gezielten Eingliederung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und eine innovative Verwaltungsstruktur. In einem Wettbewerb um ausländische Fachkräfte ist es nicht nur strategisch bedeutsam, das Arbeitskräftepotenzial von Geflüchteten zu nutzen – es trägt auch zur besseren Akzeptanz von vielfältigen Gesellschaften bei. 


Es geht um Grundsätzliches

Leider hat sich auch auf der europäischen Ebene der Wind Richtung Restriktion gedreht: Es wird weniger über die Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften gesprochen als über den Umgang mit irregulärer Migration oder die Rückkehr von abgelehnten Asylbewerbern. 

Das Overseas Development Institute (London) hat 2024 in einer Analyse gezeigt, dass sich das auch in wichtigen europäischen Finanzierungsinstrumenten wie dem „Asylum, Migration and Integration Fund“ niederschlägt. Hier mache die Förderung von regulärer Migration einen „winzigen“ Anteil aus, obwohl gerade das eigentlich ein wichtiges Ziel des Fonds ist. Die Analyse stellt fest, dass auch die „Migration Partnership Facility“, die Flaggschiff-Initiative der Europäischen Union zur Kooperation mit Drittstaaten, sich in erster Linie dem Thema Rückkehr widmet. 

Mit bestehenden Instrumenten könnte die EU also weit mehr tun, was angesichts eines globalen Wettbewerbs um Arbeits- und Fachkräfte von großer strategischer Bedeutung wäre. Zuletzt hat die Europäische Union den „Talent Pool“ beschlossen, eine digitale Plattform, die zum ersten Mal im Vorschlag der EU-Kommission für den Asyl- und Migrationspakt im Jahr 2020 erwähnt wurde und nun im Jahr 2027 einsatzbereit sein soll. Die Hoffnung ist, dass vor allem kleine und mittlere Unternehmen in der EU, die weniger Kapazitäten für die Rekrutierung von ausländischen Arbeits- und Fachkräften haben, von einer gezielten Vermittlung von Arbeitssuchenden aus Drittstaaten profitieren.

Neben der Vermittlung werden auf der Plattform auch Informationen zum Prozess der Erwerbsmigration in einzelnen Mitgliedstaaten bereitgestellt. Ob und wie die Plattform genutzt wird – die Teilnahme ist freiwillig – und inwieweit dadurch auch die Gelegenheit entsteht, an anderen Stellschrauben zu drehen, die zu einer verbesserten Erwerbsmigration in die Europäische Union führen, ist abzuwarten. Das wäre allerdings wünschenswert, denn es sind teilweise auch ineffiziente Visaprozesse in den EU-Mitgliedstaaten, die eine geordnete und gezielte Migration beeinträchtigen. 

Europa und Deutschland sollten den globalen Wettbewerb um Arbeits- und Fachkräfte annehmen. Es ist von strategischer Bedeutung, ob und wie hier effektive Maßnahmen umgesetzt werden – vom Anwerben und Ankommen bis zum Bleiben. Dazu braucht es einen langen Atem und eine Kraftanstrengung über die europäische und die nationale bis hin zur lokalen Ebene. Neben vielen technischen Lösungen, die die Anwerbung von Fachkräften leichter machen würden, geht es schließlich um Grundsätzliches: Ist Deutschland, ist Europa ein Ort, wo Menschen aus dem Ausland gerne arbeiten, leben und dazugehören?

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik 4, Mai/Juni 2026, S. 94-99

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Themen und Regionen

Hannes Einsporn leitet das Migrationsprogramm der Robert Bosch Stiftung. Zuvor war er in der hu
manitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit tätig, vor allem im Nahen Osten. Seine Analysen und Kommentare erscheinen u.a. beim Handelsblatt, im Tagesspiegel und bei CNN. 

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