IP Special

26. Okt. 2026

Eine neue Ordnung

Die transatlantische Ära endet, weil die überdehnten USA ihre Schutzrolle nicht mehr erfüllen wollen. Nun braucht Europa einen pragmatischen Realismus – flexible Partnerschaften in der Mitte statt nostalgischer Verklärung.

Marc Saxer
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Bild: US-amerikanische Soldatin stützt ihren Kopf ab
Überdehnt und erschöpft: Die USA sind nicht mehr in der Lage, zwei Kriege gleichzeitig zu führen. Im Inneren rebellieren ausgezehrte Arbeiter- und Mittelschichten gegen „Endless Wars“, Waffengänge ohne Ende.
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Über acht Jahrzehnte galt die Westbindung der Bundesrepublik als unverrückbarer Pfeiler deutscher Staatsräson. Im transatlantischen Bündnis und in der immer engeren europäischen Integration fand der westliche Teil des besiegten und geteilten Deutschlands Sicherheit, Wohlstand und internationales Vertrauen. Die amerikanische Sicherheitsgarantie hielt die Sowjet­union in Schach. Der Kalte Krieg brachte dem über Jahrhunderte von Kriegen verheerten Europa einen kalten Frieden. Zugleich gab die Präsenz der USA den europäischen Nachbarn die Gewissheit, dass von dem großen Land in ihrer Mitte nie wieder eine Bedrohung ausgehen würde. Nach dem Zivilisationsbruch des Holocaust wurde die Einbindung in die liberale Wertegemeinschaft zum moralischen Kompass der Bundesrepublik. Den Traum von der Wiedervereinigung vertonten die Pet Shop Boys 1993 mit „Go West – life is peaceful there“. Mit dem Sieg des liberalen Westens endete laut Francis Fukuyama die Geschichte, und die Deutschen tanzten beseelt unter dem Motto der Loveparade „Friede, Freude, Eierkuchen“. Kann man es den Deutschen von heute verdenken, dass sie ihren Urlaub von der Geschichte noch ein wenig verlängern wollten?

Um es mit Kanadas Premier Mark Carney zu sagen: Nostalgie ist keine Strategie. Gewiss wäre ein starkes Bündnis der westlichen Demokratien ein Stabilitätsanker in einer gefährlicheren Welt. Doch der Wunsch nach Fortsetzung der transatlantischen Allianz stößt auf zwei unbequeme Realitäten: Die USA können und wollen ihre Rollen als Garant der liberalen Weltordnung und als Schutzmacht Europas nicht länger erfüllen.

Mit dem Aufstieg Chinas, Indiens und einer Reihe von Regionalmächten geht seit Jahren der relative Abstieg des Westens einher. Heute sehen die USA ihre Vormachtstellung gleichzeitig durch Russland in Europa, China in Ostasien und Iran im Nahen Osten herausgefordert. Ihre Doktrin, zwei große Kriege gleichzeitig führen und gewinnen zu können, ist Makulatur. Im Iran-Krieg zeigt sich die militärische Überdehnung im Abzug von Marineverbänden aus dem Südchinesischen Meer und von Abfangraketen von der koreanischen Halbinsel. Selbst wenn sie wollten, könnten die USA weder die Ukraine und Taiwan noch ihre Verbündeten in Europa und Asien gleichzeitig ausreichend mit Waffen versorgen. Ihre Kräfte reichen nicht einmal mehr aus, um ihre Basen und die Partner am Persischen Golf vor iranischen Angriffen zu schützen. 40 Billionen Dollar Staatsschulden nähren Zweifel an der fiskalischen Stabilität des Emittenten der Weltreservewährung, einige Zentralbanken schichten ihre Reserven bereits von US-Staatsanleihen in Gold um. Im Inneren rebellieren ausgezehrte Arbeiter- und Mittelschichten gegen „endless wars“ und die Kosten der Globalisierung. Die USA sind militärisch, finanziell und politisch überdehnt.

In Washington tobt deshalb ein Machtkampf über die Rolle Amerikas in der multipolaren Welt. Die Primatisten wollen die US-Vorherrschaft mit allen Mitteln verteidigen. Ihre Strategie ist im Iran-Krieg spektakulär gescheitert. Die Restrainer plädieren für einen teilweisen Rückzug aus der Überdehnung, um Amerikas Machtbasis in der westlichen Hemisphäre zu erneuern. Doch die Überdehnung ist strukturell: Sie entspringt aus der Multipolarisierung der Welt. Wer auch immer künftig im Weißen Haus regiert, wird die Kosten der Hegemonie auf die Verbündeten abwälzen.

Donald Trump geht noch einen Schritt weiter und legt die Axt an die Pfeiler der liberalen Weltordnung. Das Credo der „Make America Great Again“-Bewegung erklärt, warum: „Globalismus bedeutet, die Nation zugunsten des Imperiums zu opfern. ‚America First‘ baut das Imperium zurück, um die Nation zu retten.“ Also werden der liberalen Mission, Demokratie und Menschenrechte weltweit zu fördern, die Mittel entzogen. Der Zollkrieg markiert das Ende des Freihandels. Der Rückzug der USA aus multilateralen Institutionen und Verträgen untergräbt die Global Governance. Der Hegemon erklärt die liberale Weltordnung, selbst geschaffen und jahrzehntelang garantiert, für überholt.


Die Wolfswelt

Mit dem Zerfall der Pax Americana explodieren weltweit die Gewaltkonflikte. Das Peace Research Institute Oslo (PRIO) verzeichnete 2025 mit 65 staatsbasierten Konflikten und acht zwischenstaatlichen Kriegen so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Aus dem Kollaps der regelbasierten Ordnung entsteht eine Wolfswelt, in der das Recht des Stärkeren gilt und, mit Thomas Hobbes gesprochen, der Mensch dem Menschen ein Wolf ist.

Für die Starken bietet diese Welt auch Chancen. Trump strebt einen transaktionalen Nationalstaat an, der seine weiterhin überwältigende Macht nutzt, um bessere wirtschaftliche Bedingungen durchzusetzen. Verbündete, vor allem in Europa, gelten nicht länger als strategisches Plus, sondern als Last oder gar als Beute. Europa gerät damit zwischen Putins Russland und Trumps Amerika in die Zange.

Wer vor dieser Realität die Augen verschließt und sich weiterhin als Teil eines expandierenden westlichen Imperiums versteht, überschätzt die eigene Kraft und unterschätzt seine ­Verwundbarkeit. Im schlimmsten Fall schlafwandelt Deutschland in den nächsten großen Krieg auf ­europäischem Boden.

Wie wenig Deutschland in dieser Wolfswelt angekommen ist, zeigt die Reaktion von Staat und Industrie auf die Schockwellen des geoökonomischen Wettbewerbs. Im Wettlauf um die Zukunftstechnologien setzen die großen Mächte auf aktive Industriepolitik: Sie schaffen leistungsfähige Infrastruktur, subventionieren strategische Branchen und investieren massiv in Forschung und Bildung – alles mit dem Ziel, durch nationale Champions technologische Souveränität zu sichern. Um in diesem billionenschweren Wettlauf mithalten zu können, rücken selbst die Technologiekonzerne immer enger an den Staat heran. Investitionen in Infrastruktur, Lieferketten und Schlüsseltechnologien folgen geopolitischen Logiken. Das Paradigma der Weltwirtschaft verschiebt sich von Markteffizienz („Just in Time“) zu Resilienz („Just in Case“) oder wird gleich ganz dem Primat der Sicherheitspolitik untergeordnet. Wer glaubt, diesem machtpolitisch geprägten Wettbewerb mit Kostenoptimierungen aus der neoliberalen Mottenkiste begegnen zu können, hat die Herausforderung für das deutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell nicht begriffen.


Europas Überdehnung

Militärisch ausgehöhlt, wirtschaftlich angeschlagen, technologisch abgehängt und politisch unter Druck: Auch Europa ist überdehnt. Um diese Verwundbarkeit zu überwinden und neue Stärke zu gewinnen, muss Europa seine Strategie ändern.

Kurzfristig gilt es anzuerkennen, dass Europa mit allen Großmächten gleichzeitig über Kreuz liegt: militärisch mit Russland, politisch mit den USA, wirtschaftlich mit China. Umso dringlicher wird die Beendigung des festgefahrenen Ukraine-Krieges. Militärisch können beide Seiten ihre Ziele nicht erreichen, und eine horizontale wie vertikale Eskalation birgt unwägbare Risiken. Ohne die Unterstützung der im Nahen Osten gebundenen USA fehlen Europa die Mittel, Russland niederzuringen. Ohne die Aussicht auf einen militärischen Sieg aber lässt sich der Antagonismus mit Moskau nur durch einen Interessenausgleich einhegen oder überwinden. Auf der anderen Seite sollte die Hoffnung auf ein kooperationsbereiteres Amerika unter einem neuen Präsidenten nicht aufgegeben werden.

Beide Rapprochements erscheinen kurzfristig unrealistisch. Solange Europa zwischen den USA und Russland in der Zange steckt, muss es daher die chinesische Karte spielen. Dieser geostrategische Imperativ gerät aus dem Blick, wenn nun einige die Systemrivalität mit China verschärfen wollen. So richtig es ist, dem „China-Schock 2.0“ mit wirtschaftlichen Schutzinstrumenten zu begegnen, so falsch wäre es, den Konflikt zu einer ideologischen Rivalität zu überhöhen und damit jede Zusammenarbeit zu verbauen.

Solange Europa zwischen den USA und Russland in der Zange steckt, muss es die chinesische Karte spielen

Europa muss die fast vergessene Kunst des Mächtegleichgewichts neu erlernen. Zwischen den Mächten zu balancieren heißt nicht, sich wegzuducken. Im Gegenteil: Dazu gehört die robuste Durchsetzung geoökonomischer Interessen, etwa gegen chinesische Überkapazitäten zur Verhinderung weiterer Deindustrialisierung ebenso wie die entschlossene Verteidigung geopolitischer Interessen, etwa die Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression. Keinen Platz haben dagegen nostalgische Verklärung Amerikas, paranoide Urängste vor Russland oder ideologische Rivalität mit China. Im Konzert der Großmächte braucht Europa einen pragmatischen Realismus.

Um wieder Handlungsmacht zu gewinnen, sollte Europa Partnerschaften in der Mitte schmieden. Damit sie funktionieren, müssen jedoch drei Konstruktionsfehler von Carneys Konzept einer Koalition der Mittelmächte korrigiert werden. Erstens führt die Debatte darüber, wer überhaupt Mittelmacht ist, in die Sackgasse. Besser ist es, je nach Thema größere und kleinere Länder als Partner zu gewinnen, die zur Lösung beitragen können und wollen. Zweitens sollte alles vermieden werden, was nach fester Allianz klingt: Die meisten Staaten des Globalen Südens wollen sich nicht dauerhaft an eine Seite binden. Drittens stößt die ideologische Frontstellung zwischen Demokratien und Autokratien dort auf Ablehnung, solange westliche Doppelstandards diese Phrasen hohl klingen lassen. Erfolg versprechen stattdessen flexible, themenbezogene und pragmatische Partnerschaften in der Mitte.

Ob und wie das gelingen kann, wird intensiv debattiert. Wenig überraschend sät Washington die Skepsis. Kleinere Staaten, so das Argument, würden im technologischen Wettlauf unweigerlich zurückfallen. Wenn sich die Welt in ein US- und ein chinesisches Technologiesystem aufspalte, werde man sich für eine Seite entscheiden müssen, wie schon heute bei vielen Waffensystemen. Mittelmächte hätten zu wenig gemeinsame Interessen, zu wenig Rückgrat, um dem Druck der Supermächte standzuhalten, und zu viele Trittbrettfahrer, um im Ernstfall zusammenzuhalten.

Die Realität spricht jedoch eine andere Sprache. Aus der Not heraus entsteht eine Vielzahl von Partnerschaften in der Mitte. Im Nahen Osten bilden sich neue Sicherheitsarrangements, um sich von einem wankelmütigen oder gar abwesenden Amerika unabhängiger zu machen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain setzen dabei auf Israel, beide werben zugleich um Indien. Ägypten und perspektivisch auch Katar erwägen, sich dem Mekka-Verteidigungspakt zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei anzuschließen. In Asien vertiefen Japan, Australien und Indien ihre Zusammenarbeit, um einem möglichen amerikanischen Rückzug vorzubeugen. Kanada wiederum baut im Zollkonflikt seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Mexiko und Europa aus.


Klare Signale senden

Nun gilt es, aus taktischen Kooperationen handlungsfähige Partnerschaften in der Mitte zu entwickeln. Träte die EU dem Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (­CPTPP) bei, entstünde der größte Binnenmarkt der Welt. Das Signal an Washington und Peking wäre unmissverständlich: Einige der größten Volkswirtschaften, darunter Technologieführer und Rohstoffexporteure, wollen am regelbasierten Handel festhalten. Ähnliche Partnerschaften könnten die Versorgung mit kritischen Mineralien und Energierohstoffen absichern.

Dringender Handlungsbedarf besteht auch bei der Umschuldung überschuldeter Entwicklungsländer. Kostspielige Energiesubventionen zur Vermeidung sozialer Unruhen und ein durch steigende Zinsen starker Dollar sind ein Menetekel für eine neue Welle von Staatsbank­rotten. Der Gemeinsame Rahmen der G20 für Schuldenbehandlungen eröffnet neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit wichtigen Gläubigern wie China, Indien und Saudi-Arabien, die dem Pariser Club nicht angehören. Doch das Verfahren schreckt bislang jene Länder ab, für die es gedacht war.

Flexible Geometrien bedeuten, dass sich je nach Thema unterschiedliche Koalitionen bilden: Beim Klimaschutz arbeiten andere Staaten zusammen als bei der Regulierung Künstlicher Intelligenz, der Steuerung von Migration oder der Bekämpfung von Piraterie und Terrorismus.

Taktische Kooperationen müssen zu handlungs
fähigen Partnerschaften in der Mitte werden

Langfristig werden solche begrenzten Partnerschaften jedoch nicht ausreichen, um eine weiterhin hochgradig verflochtene Welt zu stabilisieren. Es braucht einen institutionellen Überbau, der Konflikte einhegt und Anreize zur Zusammenarbeit schafft. Weder eine neoimperiale Ordnung aus Einflusssphären und Mächtekonzerten noch eine Westfälische Ordnung mit knapp 200 souveränen Nationalstaaten vermag diese Aufgabe zu erfüllen.

Es gilt daher, die bestehende multilaterale Architektur umzubauen, um zu retten, was zu retten ist. Die gute Nachricht: Die überwältigende Mehrheit der Staaten will gemeinsame Spielregeln als Schutz vor der Willkür der Großmächte bewahren und ist bereit, in multilateralen Foren zusammenzuarbeiten. Diese müssen jedoch reformiert werden, damit sie die internationalen Kräfteverhältnisse des 21. Jahrhunderts widerspiegeln.

Schwieriger wird es, sich auf gemeinsame Regeln zu verständigen. Nicht zu Unrecht verweist der Globale Süden auf westliche Doppelstandards bei ihrer Anwendung. Auch Europa muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Menschenleben in der Ukraine höher zu bewerten als eines in Gaza. In ihrer Gegnerschaft zum Völkerrecht sind sich autoritäre Regime und neokonservative Interventionisten paradoxerweise einig: Die einen wollen Regimewechsel wie in Venezuela verhindern, die anderen wie im Iran ermöglichen. Dafür sind beide bereit, den internationalen Normenkatalog gleich ganz zu schleifen. Das würde jedoch das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Völkerrecht erfüllt auch heute noch eine unverzichtbare Schutzfunktion gegen die Willkür der Großmächte und die Gewalt entfesselter Tyrannen. Ein Helsinki-2.0-Kompromiss nach dem Prinzip „Universalität ohne Intervention“ könnte weltweit auf breite Zustimmung stoßen.


Umbau des Systems

Gelingt es, den Wertekonflikt zu entschärfen, kann der Umbau des internationalen Systems zu einer posthegemonialen, postwestlichen und postliberalen Ordnung beginnen. Auch wenn der politische Wille dazu bislang fehlt, gibt es Anlass zur Hoffnung: Die ideologischen Gegensätze sind heute weit weniger ausgeprägt als im Kalten Krieg. Und selbst auf dem Höhepunkt der Systemkonfrontation gelang Zusammenarbeit bei der Ausrottung der Pocken, dem Verbot des „Ozonkillers“ FCKW und der nuklearen Nichtverbreitung.

In der asymmetrischen Multipolarität von heute ist es unwahrscheinlich, dass sich eine Macht durchsetzt und dem Rest der Welt ihre Normen und Werte aufzwingt. Erstmals seit einem halben Jahrtausend sind westliche und nichtwestliche Zivilisationen deshalb gezwungen, sich auf gemeinsame Spielregeln zu verständigen. Höchste Zeit also, sich mit den Ordnungsvorstellungen nichtwestlicher Zivilisationen vertraut zu machen, die aus eigenen historischen Erfahrungen und philosophischen Traditionen hervorgegangen sind (allerdings ohne dabei in den Determinismus eines Huntington’schen Zivilisationskonflikts zu verfallen). Im Gegenteil: Auch in Peking, Delhi, Moskau und den Zentren der islamischen Welt wird intensiv darüber gestritten, welche internationale Ordnung anzustreben ist. Höchste Zeit also für einen echten Dialog zwischen Nord und Süd, Ost und West.

Höchste Zeit, sich mit den Ordnungsvorstellungen nichtwestlicher Zivilisationen vertraut zu machen 

Dieser pluralistische Ansatz gerät von liberaler wie illiberaler Seite unter Beschuss. Progressive wenden ein, er lasse mutige Kämpfer für Demokratie und ­Menschenrechte im Stich. Rechtsidenti­täre wollen dagegen einen christlich-­nationalen Westen gegen einfallende Barbaren verteidigen. 

Ein agnostischer Ansatz erinnert dagegen an die Lehren der europäischen Religionskriege, aus denen ebenfalls kein Sieger hervorging. Die erschöpften Kontrahenten einigten sich im Westfälischen Frieden auf die Prinzipien von Souveränität, Nichteinmischung und territorialer Integrität. Daraus erwuchs die erste internationale Ordnung der Neuzeit. Mehr noch: Aus dem permanenten Wettbewerb innerhalb gemeinsamer Regeln entstanden jene Dynamiken, aus denen Demokratie, Marktwirtschaft und gesellschaftlicher Pluralismus hervorgingen. Manchmal ist weniger eben mehr.

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik Special 06, Oktober 2026, S. 40-45

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Marc Saxer ist Analyst, Stratege und Autor. Nach mehr als einem Jahrzehnt in Asien leitet er derzeit das Regionalbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung Asien-Pazifik mit den Schwerpunkten Geopolitik und Weltordnung.
 

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