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31. Aug. 2026

Putins neueste Waffe gegen Europa

Der russische Präsident führt Krieg gegen den Westen. Die russische Mafia spielt dabei eine wichtige Rolle. Daran würde sich nichts ändern, wenn die Kämpfe in der Ukraine zu einem Ende kämen.

Mark Galeotti
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Bild: Das Eingangstor einer Moschee.
Elf Serben legten 2025 vor Pariser Moscheen Schweineköpfe ab, der Drahtzieher war ein russischer Schwerkrimineller, der sich nach Moskau absetzte.
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Im vergangenen Jahr wurden in Frankreich elf Serben festgenommen, die beschuldigt wurden, Teil einer koordinierten, europaweiten Kampagne zur Verschärfung religiöser Spannungen zu sein. Sie sollen vor mindestens neun Moscheen in Paris Schweineköpfe deponiert haben. Bei den Angeklagten handelt es sich um Kleinkriminelle, die für jede dieser Aktionen lediglich 1000 Euro erhielten. Angeworben wurden sie von einem inzwischen nach Moskau geflohenen Schwerverbrecher, der vom russischen Geheimdienst mittels seiner Verbindungen zur Organisierten Kriminalität (OK) und russischen Gangstern rekrutiert worden war. Die Aktion vor den Moscheen war offensichtlich Teil einer größeren Kampagne, zu der auch die Schändung von jüdischen Friedhöfen und Holocaust-Gedenkstätten in Paris sowie am Brandenburger Tor in Berlin gehörten. Über russische Desinformationsnetzwerke im Internet wurde deren Wirkung verstärkt.

Es war eine Operation, die charakteristisch ist für eine neue Art von Bedrohung aus Moskau: ­Kriminelle – häufig Nicht-Russen, über transnationale Mafia-Netzwerke rekrutiert – werden eingesetzt, um Unruhe, Spaltung und Extremismus zu schüren. 
 

Eine andere Art von Konflikt

Wladimir Putin selbst verwendet das Wort „Krieg“ – das im Zusammenhang mit seiner „militärischen Spezialoperation“ in der Ukraine noch immer tabu ist –, um das Verhältnis zwischen Russland und Europa zu beschreiben. Für Putin ist der Krieg, den er in der Ukraine führt, letztlich ein Stellvertreterkrieg für Russlands Konflikt mit dem Westen. Er sieht Kyjiw lediglich als das jüngste Instrument an – nach Demonstranten und zivilgesellschaftlichen Organisationen –, das der Westen einsetzt, um sein Regime und Russland insgesamt zu untergraben. Offenbar sieht Putin sich selbst tatsächlich in der Defensive, auch wenn das für Europäer befremdlich klingt.

Europa finanziert die Ukraine mittlerweile fast vollständig. Wenn die Spaltungen innerhalb und zwischen den europäischen Ländern vertieft werden, um deren Willen und Fähigkeit zur weiteren Unterstützung von Kyjiw zu untergraben und Europa insgesamt zu lähmen, geht es deswegen um eine entscheidende Front in diesem Krieg – allerdings keinen im herkömmlichen Sinne. Trotz alarmistischer Szenarien, in denen „kleine grüne Männer“ in die estnische Grenzstadt Narva hineinspazieren oder russische Raketen auf britische Städte niedergehen, ist dies ein Kampf mit alternativen Mitteln. 

Russland hat ein „Schattenbündnis“ mit kriminellen Netzwerken 
in Europa geschlossen

Was der sowjetische KGB einst als aktivnyje meroprijatija (aktive Maßnahmen) bezeichnete, wird nun von Moskau wiederbelebt: ein ganzes Spektrum von verdeckten und subversiven Operationen zur Schwächung von Feinden. Der russische Staat, der sich in einer Art Kriegszustand befindet, verlangt von allen Teilen der Gesellschaft – sowohl den legalen als auch den illegalen –, dass sie dazu ihren vollen Beitrag leisten. Von den Insassen von Straflagern, die zum Militärdienst eingezogen werden, bis zu den Künstlern, die die „Spezialoperation“ in ihren Werken verherrlichen sollen: In einer Zeit, in der es keinen Mittelweg mehr zwischen Pa­trioten und Verrätern geben kann, ist kein Teil der russischen Gesellschaft immun, auch nicht die Unterwelt.
 

Eine langjährige Beziehung

Für seine Zwecke nutzt Moskau eine verhängnisvolle Begleiterscheinung der Globalisierung: den Aufstieg und die immer engere Vernetzung der OK. In Russland arbeiten Staat und Unterwelt seit Langem pragmatisch zusammen. Schon die zaristische Geheimpolizei setzte Kriminelle als Agenten im Ausland ein. Ebenso kooperierten bolschewistische Revolutionäre mit Bankräubern, um Geld für ihre Untergrundzeitungen zu beschaffen. In Stalins Gulags wurden Gangster aus der traditionellen Subkultur der worowskoi mir (Diebeswelt) eingesetzt, um politische Gefangene in Schach zu halten. In den 1970er Jahren rekrutierte der KGB Prostituierte und Schwarzmarkthändler, um ausländische Touristen zu kompromittieren.

Im Chaos der 1990er Jahre konnte die russische Mafia nahezu unkontrolliert agieren. Nachdem Putin an die Macht gekommen war, wurde die Staatsgewalt durch Institutionen wie den Inlandsgeheimdienst FSB wieder gefestigt, auch wenn die Korruption weit verbreitet blieb. Die Sicherheitsbehörden nutzten aber weiterhin ihre engen Verbindungen zur OK, beispielsweise um Hacker anzustiften, sich 2007 an einem massiven Cyberangriff auf Estland zu beteiligen.

Erst der 2022 begonnene Großangriff auf die Ukraine veranlasste Russland, sich für seine Ziele in Europa viel direkter und umfassender der Unterwelt zuzuwenden. Wie Europol in seiner jüngsten Bedrohungsanalyse warnt, wurde in Europa ein „Schattenbündnis“ mit kriminellen Netzwerken geschlossen, mit dem Ziel der Destabilisierung europäischer Staaten. Zwar benennt Europol Russland nicht ausdrücklich als den wichtigsten dieser „hybriden Akteure“. Ein Europol-Analyst, mit dem ich sprach, sagte aber ganz offen: „Auch wenn alle möglichen Nationen wie China, Nordkorea und der Iran mitmachen, sind derzeit die Russen die problematischsten und wahrscheinlich aggressivsten, wenn es darum geht, Kriminelle zu rekrutieren, um ihre politische Agenda voranzutreiben.“

Ein Grund dafür ist die Ausweisung von rund 400 russischen Spionen aus Botschaften im Westen, die unter diplomatischer Tarnung tätig waren. Russland musste sein Vorgehen ändern, was in vielen Fällen bedeutete, externe Helfer zu finden. Ein zweiter Grund sind die besonderen Merkmale der russischen Mafia. Als der ehemalige Präsident Boris Jelzin seine berüchtigte Warnung äußerte, Russland entwickle sich zu einer „Supermacht des Verbrechens“, war dies zwar zum Teil rhetorisch gemeint. Trotzdem entspricht es den Tatsachen, dass in Russland agierende Verbrecher (die keineswegs alle ethnische Russen waren) sich sehr rasch daran machten, ihre Operationen zu internationalisieren und Verbindungen zu anderen Kriminellen aufzubauen.

In den 1990er Jahren träumte die russische Mafia davon, ein Imperium in Mittel- und Osteuropa aufzubauen. Aber dieser Ehrgeiz war zu groß. Die russischen Gangster wurden von der Polizei und den Kriminellen des jeweiligen Landes eingehegt, inhaftiert, vertrieben oder getötet. Dennoch bildete sich in Europa und darüber hinaus eine kriminelle Diaspora, vor allem, als die russischen Netzwerke nicht mehr als potenzielle Eroberer auftraten, sondern als geschäftstüchtige Abenteurer und Händler. In den 2000er Jahren kehrten sie auf diese Weise als kriminelle Dienstleister nach Europa zurück und boten den ansässigen Banden ihre Unterstützung an, von Großlieferungen von Drogen bis hin zu Geldwäschegeschäften.

Ihre kriminellen Netzwerke zeichnen sich in der Regel durch Flexibilität, unternehmerisches Handeln und hohe Rentabilität aus. So hatte die russische Bande, die 2016 im Rahmen der portugiesischen „Operation Matrioskas“ zerschlagen wurde, ihre Gewinne mittels Investitionen in angeschlagene europäische Fußballver­eine gewaschen. Das Geld und die Beteiligungen wurden zur Finanzierung illegaler Wettgeschäfte auf dem gesamten Kontinent genutzt. 

Auch wenn die russischen Netzwerke bestimmte Hochburgen haben, etwa in Spanien, Israel und Deutschland, sind sie in ganz Europa präsent und verfügen über ein breites Netzwerk an Kontakten zu lokalen, nichtrussischen Kriminellen. Sie dienen Moskau deswegen nicht nur als Handlanger, sondern auch als Mittelsmänner, um den Kreis der Kriminellen zu erweitern, die für die politische Kriegsführung zur Verfügung stehen. Ein niederländischer Geheimdienstanalyst schilderte mir seinen größten Albtraum: „Russische Handlanger, die keine Russen sind – und nicht einmal wissen, dass sie für Russland arbeiten.“ Die Verbreitung von Internet-Kommunikation und -Zahlungen hat eine Ära der „Gig-Geopolitik“ und der „Pay-as-you-go-Sabotage“ geschaffen, in der nicht nur Gangster, sondern jeder vom Pech verfolgte Mensch für einfache Aufgaben rekrutiert und anonym in Kryptowährung oder über Finanz-Apps bezahlt werden kann. 
 

Geldquelle für Störoperationen

Ungeachtet der schärferen Grenzkontrollen zwischen Russland und dem Westen schmuggeln Kriminelle weiterhin alle möglichen Waren in und aus dem Land – von afghanischem Heroin, das an europäische Banden weiterverkauft wird, bis hin zu sanktionierten Gütern für den russischen Inlandsmarkt. Die Umgehung der Sanktionen wird allerdings weniger von der OK organisiert als von „Graumarkt“-Unternehmern, die Waren legal in ein Land importieren und sie dann nach Russland weiterleiten. Kriminelle spielen beim Transport von Embargowaren nur eine untergeordnete Rolle.

Von größerer Bedeutung sind die kriminellen Netzwerke für das Waschen von Schwarzgeld und den Handel mit schwer nachverfolgbaren Kryptowährungen, wobei Geldwäsche, Einflussnahme durch den Kreml und persönliche Bereicherung mittlerweile oft nahtlos ineinandergreifen. So war Igor Tschaika (Sohn des ehemaligen Generalstaatsanwalts Juri Tschaika) offizieller Wirtschaftsbeauftragter sowohl in der Republik Moldau als auch im von Russland unterstützten abtrünnigen Pseudostaat Transnistrien. Das US-Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen Tschaika, weil er im Kontakt mit dem FSB versucht haben soll, in Transnistrien ein Krypto-Mining-Unternehmen zu gründen. Tschaika habe dem Kreml erlaubt, seine Unternehmen zu nutzen, „um Gelder an die kollaborierenden politischen Parteien in der Republik Moldau zu leiten“, wobei ein Teil davon „für Bestechungsgelder und Wahlbetrug vorgesehen“ gewesen sei. 

Die Verbreitung von Internet-Kommunikation hat eine Ära der „Gig-Geopolitik“ und „Pay-as-you-go-Sabotage“ geschaffen

Denn schließlich geht es hier nicht nur um Geldwäsche, sondern auch darum, das Geld zur Unterstützung der Aktivitäten des Kremls einzusetzen. Ende 2022 stellte Kristian Vanderwaeren, Leiter der belgischen Zollbehörde, fest, dass „wir bis zur Jahresmitte einen massiven Anstieg traditioneller illegaler Aktivitäten von Gruppen mit Verbindungen zu Russland beobachtet haben, die offenbar von der russischen Regierung unterstützt werden und daran arbeiten, neue Einnahmequellen zu ­erschließen, um die durch die Sanktionen entstandenen Verluste auszugleichen“. In den meisten Fällen sind die russischen Spione nicht unmittelbar an kriminellen Handlungen beteiligt, sondern „besteuern“ in Russland ansässige Banden, die im Westen operieren, und zwingen sie, einen Teil ihrer kriminellen Gewinne auf Konten außerhalb Russlands einzuzahlen. Diese können dann zur Unterstützung von Geheimdienstoperationen verwendet werden, ohne dass eine direkte Spur nach Moskau führt.
 

Profispione und ihre Handlanger

Früher waren es vor allem Cyberangriffe, bei denen die russischen Dienste zum Outsourcing griffen. Sie wurden von Hackern durchgeführt, die vom Kreml angeheuert oder angestiftet wurden. Das gibt es nach wie vor, auch wenn die russischen Geheimdienste ihre eigenen Cyberabteilungen ausgebaut haben. Inzwischen machen sie auch seltener präzise Zielvorgaben, sondern ermutigen ihre Hacker generell dazu, westliche Unternehmen und Regierungen anzugreifen. Der russischen Hacker-Community wurde deutlich gemacht, dass sie, solange sie westliche Ziele attackiert, im eigenen Land weder Strafverfolgung noch Auslieferung befürchten muss. Es wird nicht einmal ermittelt. Der Westen ist Freiwild.

Auch zur Gewinnung von Informationen greifen die russischen Geheimdienste vermehrt auf Einheimische zurück, nachdem sie so viele eigene Mitarbeiter aus den Ländern Europas abziehen mussten. Manche dieser externen Helfer wissen noch nicht einmal, dass sie für Moskau arbeiten. Eine Detektei mag glauben, dass sie von einem misstrauischen Ehepartner beauftragt wurde, jemanden zu beschatten, wenn sie in Wirklichkeit einen russischen Dissidenten im Exil überwacht. Ein Rechercheur kann überzeugt sein, an einer investigativen Reportage zu arbeiten. In Wahrheit sucht er nach kompromittierenden Informationen, die zu einer Erpressung oder Rufmordkampagne genutzt werden sollen.

Ein Großteil des geheimdienstlichen Handwerks erfordert keine besonderen Fähigkeiten und beschränkt sich auf einfache Tätigkeiten wie das Abholen von Nachrichten aus „toten Briefkästen“ oder das Hinterlassen verschlüsselter Botschaften (zum Beispiel durch das Aufmalen eines Kreuzes mit Kreide auf einen bestimmten Briefkasten). „Das ähnelt stark den alltäglichen Aktivitäten beispielsweise einer Drogenbande“, sagte mir ein Beamter des Bundesverfassungsschutzes.

In manchen Fällen werden einheimische Kriminelle, die ohne den möglicherweise schlechten Leumund russischer Staatsbürger agieren können, über ihre in Russland ansässigen Auftraggeber aus dem organisierten Verbrechen angeworben. Bei einer in Polen aufgedeckten größeren Operation war mutmaßlich ein 23-jähriger Ukrainer der Anführer eines 16-köpfigen Spionagenetzwerks, das für den russischen Militärgeheimdienst GRU arbeitete. Die Mitglieder dieses Netzwerks waren zumeist verarmte junge Ukrainer, Weißrussen oder Polen, die mit einfachen Aufgaben betraut wurden, insbesondere mit der Überwachung der Lieferung von militärischen Hilfsgütern in die Ukraine. So brachten sie Kameras entlang der Eisenbahnstrecken an. Solche Freischärler sind unverzichtbar geworden, um einfache Hilfsdienste zu erbringen, damit die verbleibenden professionellen Geheimdienstmitarbeiter Zeit für wichtigere und komplexere Missionen haben. 

Ein extremes Szenario wäre eine „Donbassisierung“ der Russischen Föderation, beherrscht von Gangstern, Opportunisten und Warlords

Auch nach Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen in der Ukraine wird Putin den Westen weiterhin als Bedrohung betrachten. Seine hybride Kampagne wird vermutlich in ihrer Intensität nachlassen, aber nicht aufhören. Ein fast genauso wichtiger Grund dafür ist, dass es sich angesichts der immer engeren Verflechtung von Sicherheitsdiensten und OK als sehr schwierig erweisen wird, diese wieder zu trennen: Die Kriminellen schätzen die Sicherheit und die Möglichkeiten, die ihnen ihre neuen Allianzen bieten, und die Sicherheitsbeamten betrachten die Gangster nicht nur als nützliche Werkzeuge, sondern auch als Partner, wenn es darum geht, sich zu bereichern. Dies wird gravierende Folgen für Russland, aber auch seine Nachbarn haben.

Bis zu ihrer formellen Annexion durch Moskau im September 2022 waren die Volksrepubliken Donezk und Luhansk im Wesentlichen kriminalisierte Pseudostaaten, die zwar von Moskau kontrolliert, aber von einer bunten Mischung aus Gangstern, Opportunisten und Warlords geführt wurden. Ein zugegebenermaßen extremes Szenario ist, dass die Folgen des Krieges zu einer „Donbassisierung“ der Russischen Föderation führen, verursacht durch den anhaltenden Schaden, den der Krieg für die russische Wirtschaft und die Legitimität des russischen Staates bedeutet, sowie die Rückkehr von Hunderttausenden vom Krieg gezeichneter und desillusionierter Veteranen. Eine Rückkehr zum Chaos der „wilden 1990er Jahre“ ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Die Zahl der Straftaten steigt, die Polizei ist um 25 bis 30 Prozent unterbesetzt, und das Risiko, dass sich lokale Allianzen zwischen der OK und korrupten Behörden bilden, wird durch das Bestreben des Staates, die Kriminellen für eigene Zwecke zu nutzen, noch verstärkt. 

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Kreml, der den Wert von OK als Instrument im Ausland erkannt hat, noch stärker auf diese Strategie setzt. Er wird nicht nur dringend Einnahmen benötigen, sondern hat sich auch schon damit abgefunden, zumindest im Westen als Paria-Staat zu gelten. Russland könnte sich beispielsweise am Iran orientieren, wo die Revolutionsgarden Schmuggelringe betreiben und kriminelle Netzwerke im Land „besteuern“, um ihre Operationen zu finanzieren. Alternativ könnte es Nordkorea in den Blick nehmen: Büro 39 des Sekretariats der Koreanischen Arbeiterpartei ist faktisch Nordkoreas „Ministerium für organisiertes Verbrechen“. Seine Mitarbeiter steuern die weltweiten kriminellen Machenschaften vom Amphetaminhandel bis zum Versicherungsbetrug, umgehen Sanktionen, stützen die schwächelnde Wirtschaft und beschaffen begehrte Güter für die herrschende Kim-Familie, ihre Verbündeten und Günstlinge.

So oder so ist die Instrumentalisierung der russischen Mafia durch den Kreml nicht nur eine momentane sicherheitspolitische Herausforderung für Europa, sondern wird uns noch einige Zeit Sorgen machen. In diesem Zusammenhang bedarf es nicht nur ausreichender Mittel für Polizei, Geheimdienste und Sicherheitsbehörden, sondern auch Kampagnen, um Kriminelle davon abzuhalten, zu Moskaus Hand­langern zu werden.

Aus dem Englischen von Bettina Vestring 

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Bibliografische Angaben

Internationale Politik Special 4, September 2026, S. 30-35

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Dr. Mark Galeotti ist Honorarprofessor am University College London und Leiter des Beratungsunternehmens Mayak Intelligence. 2025 erschien sein Buch „Homo Criminalis: How Crime Organizes The World“.

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