Drei Fragen an...

31. Aug. 2026

Drei Fragen an … Friederike Otto

Klimaforscherin, Physikerin und Philosophin

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Bild: Porträt der Klimaforscherin Friederike Otto
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1. Brennende Wälder, ausgetrocknete Flüsse. Was müsste klimapolitisch geschehen, damit wir in zehn Jahren auf diesen Sommer als Wendepunkt zurückblicken können?

Damit dieser Sommer zum Wendepunkt wird, muss die Politik anerkennen: Keines ihrer anderen Ziele ist auch nur annähernd erreichbar, wenn der Klimawandel ignoriert wird. Globale Sicherheit, bezahlbare Energie und die Verringerung unserer Abhängigkeit von amerikanischen Oligarchen, all das setzt einen echten und schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voraus. Klimaschutz ist kein Einzelziel, sondern die Voraussetzung dafür, unsere wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen überhaupt bewältigen zu können.


2. Kann – oder muss – die Klimaforschung anders kommunizieren, um für dieses Thema, das die gesamte Menschheit betrifft, neu zu mobilisieren?

Ich denke, die Wissenschaft spricht seit Jahren eine sehr deutliche Sprache. Jeder IPCC-Bericht der letzten Jahre macht klar: Wir müssen so schnell wie möglich weg von fossilen Brennstoffen. Solange jedoch die Politik in weiten Teilen der Welt einen großen Teil ihrer Zeit mit Lobbyisten der fossilen Industrie verbringt und einzelne Männer überproportional großen Einfluss auf unsere Informationsmedien haben, kann die Wissenschaft sagen, was sie will. Medien und vor allem Politik müssen deshalb ihre Kommunikation und ihr Handeln grundlegend verändern.
 

3. Können die Bilder und Eindrücke des Sommers 2026 zu positiven Ergebnissen bei der Klimakonferenz COP 31 in der Türkei im November führen?

Dieser Sommer macht es Poli-
tikerinnen und Politikern zumindest leicht zu begründen, warum in Antalya mehr passieren muss. Doch auch in den vergangenen Jahren fehlte es nicht an Beispielen für die dramatischen Folgen des Klimawandels. Ohne einen Wendepunkt in der politischen Zielsetzung, die Erkenntnis, dass ohne wirksamen Klimaschutz alle anderen politischen Ziele scheitern, wird sich nichts ändern. Eine Politik, die den Klimawandel nicht ernsthaft bekämpft, ist eine Politik, die vor allem den Reichsten zugutekommt. Auch ein verbranntes Europa wird daran nichts ändern.
 

Bibliografische Angaben

Internationale Politik 5, September/Oktober 2026, S. 8

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