01. November 2015

Die fliegende Ebola-Klinik

Eine Herkulesaufgabe zum Schutz von Patienten und humanitären Helfern

Die Ebola-Krise in Westafrika hat der Öffentlichkeit deutlich gemacht, welche Gefahren mit einem humanitären Einsatz außerhalb Deutschlands verbunden sein können. Da es auf internationaler Ebene keine adäquaten Rettungsmaßnahmen gab, rüstete Deutschland in einem äußerst komplexen Kooperationsprozess ein eigenes Flugzeug aus.

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Das aktive Management der Ebola-Krise begann im Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes Anfang April 2014, kurz nachdem die ersten Todesfälle in Guinea und Liberia sowie weitere Verdachtsfälle in den Nachbarstaaten Sierra Leone, Mali und Ghana aufgetreten waren. Die befassten Mediziner, Wissenschaftler und Krisenmanager gingen zunächst davon aus, dass sich die Epidemie wie in früheren Fällen selbst einschränken werde, sobald der Ausbruchsherd bekannt und die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen würden. Allerdings sorgte die Tatsache für Besorgnis, dass bei dieser Epidemie Infektionen nicht nur im ländlichen, sondern auch im städtischen Raum, in Guineas Hauptstadt Conakry, gemeldet wurden. Dies erschwerte belastbare Prognosen über den weiteren Verlauf der Ebola-Krise. 

So wurde die Lage zunächst weiter beobachtet, auch durch das bereits vor Ort tätige Personal staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen und die regionalen Strukturen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dass im Verlauf des Juli 2014 die Meldungen und Hilferufe der vor Ort engagierten Organisationen, allen voran der Ärzte ohne Grenzen, dramatisch zunehmen würden, damit musste man im Frühstadium der Krise nicht unbedingt rechnen. Ob und wann deutlichere Signale im Vorfeld übersehen wurden, versuchte man später in zahlreichen Lessons-learnt-Prozessen zu klären.

Letztlich standen die internationale Gemeinschaft und mit ihr deutsche Nichtregierungsorganisationen und die Bundesregierung im Sommer 2014 vor der massiven Herausforderung, den drei betroffenen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea sowie als Vorsorge auch einigen Nachbarstaaten humanitäre und fachliche Hilfe zu leisten. Diese Hilfe konnte vor allem durch Ärzte und Pflegepersonal erbracht werden, die angesichts der Lage und des inzwischen befürchteten Verlaufs der Epidemie nicht in erforderlicher Zahl und genügend vorbereitet zur Verfügung standen. Damit einher ging die Sorge, dass auch medizinisches Personal riskierte, mit dem Ebola-Virus infiziert zu werden. Eine Evakuierung von infizierten und möglicherweise bereits an Ebolafieber erkrankten Patienten in ein heimisches Behandlungszentrum wäre mit den üblichen Ambulanzfliegern nicht machbar gewesen.
 

Wer rettet die Helfer?

Eine optimale medizinische Versorgung einer an Ebolafieber erkrankten Hilfskraft wäre vor Ort nicht möglich gewesen. Auch wäre den Angehörigen der Betroffenen nur schwerlich zu erklären gewesen, warum ein Patient nicht in der Heimat versorgt wird – noch dazu bei unsicheren Überlebenschancen. Eine verantwortungsvolle Entsendung von Hilfskräften erforderte somit die Entwicklung und Bereitstellung einer wirklich taug-lichen Evakuierungsmöglichkeit für hochinfektiöse Patienten. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass es bereits erste Evakuierungen mit militärischen Flugzeugen gegeben hatte, über deren Umstände und Isoliermöglichkeit für die Patienten jedoch nicht viel bekannt wurde.U.a. ein spanischer Priester, der am 7. August 2014 nach Madrid geflogen wurde.

Am 8. August 2014 rief die WHO wegen der Ebola-Epidemie den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Damit war die internationale Gemeinschaft gefordert, ihr Engagement zur Linderung der Krise nochmals zu verstärken. Nicht nur für deutsche, sondern für alle internationalen Einsatzkräfte stellte sich die Frage, wo sie im Ernstfall adäquate Behandlung für eine im humanitären Einsatz erfolgte Infektion mit dem Virus finden und auf welchem Wege sie ein Behandlungszentrum erreichen würden. Während Deutschland mit seinen sieben Kliniken, die im Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für hochkontagiöse und lebensbedrohliche Erkrankungen (STAKOB) zusammengefasst sind, Betten und Versorgung für solche Notfälle bieten kann, war geeigneter Lufttransport dorthin nirgends verfügbar. Allerdings bemühten sich einige Regierungen wie auch kommerzielle Anbieter, rasch brauchbare Rettungsflugzeuge einzurichten und anzubieten.Zum Beispiel das US-Unternehmen Phoenix Air Charter im Auftrag der US-Regierung, SOS-International sowie einige Luftwaffen europäischer Staaten.

Deutsche Mediziner, unter anderem die Infektiologen des Robert-Koch-Instituts, forderten für ein wirklich geeignetes Transportmittel, dass ein solches Flugzeug sowohl die intensivmedizinische Versorgung hochinfektiöser Erkrankter als auch die Anforderungen zum Schutz des Personals an Bord entsprechend den Vorgaben einer Sonderisolierstation erfüllen sollte. Dies bedeutete, dass die anspruchsvollste denkbare Sonderisolierstation zum Fliegen gebracht werden musste, um sicherzustellen, dass ein Ebola-Patient darin adäquat versorgt und gefahrlos für Begleit- und Behandlungspersonal an den Ziel-ort transportiert werden konnte. Die Unterbrechung seiner Behandlung von ca. zehn bis zwölf Stunden nach Verlassen der Klinik in Westafrika bis zur Einlieferung in ein deutsches oder europäisches Krankenhaus hätte sich kritisch auf den Zustand des Patienten auswirken oder zum Tod führen können. 

Dennoch mussten in den ersten Wochen nach Ausrufung des Gesundheitsnotstands drei infizierte internationale Helfer auch ohne medizinische Versorgung während des Fluges zur Behandlung nach Deutschland geflogen werden;Nach Hamburg (27.8.2014), Frankfurt (3.10.2014) und Leipzig (9.10.2014). zwei konnten später als geheilt entlassen werden. 
 

Nationale Evakuierungsfähigkeit

In der Erwartung, dass sich derartige Fälle während des weiterhin düster prognostizierten Verlaufs der Epidemie noch häufen würden und auch deutsche Helferinnen und Helfer sich anstecken könnten, wurde im Kreis der am Krisenmanagement beteiligten Ressorts der Bundesregierung am 19. September 2014 entschieden, dass binnen weniger Wochen eine eigene nationale Evakuierungsfähigkeit entwickelt und bereitgestellt werden soll. 

Dieser Bedarf war umso dringlicher, als absehbar war, dass zur Bewältigung der Krise neben Tropenmedizinern mit Ortserfahrung auch zahlreiche freiwillige Helfer in die betroffenen Staaten Afrikas aufbrechen sollten und auf diese für sie neue Herausforderung vorbereitet werden mussten. Die Verantwortung für diese neuen Einsatzkräfte, die bereit waren, ein hohes persönliches Risiko einzugehen, machte rasches Handeln zwingend notwendig, denn die Entsendung war ohne eine belastbare Rettungskette nicht denkbar.Freiwilligenaufrufe von Verteidigungsministerin von der Leyen am 22. September und von Gesundheitsminister Gröhe am 15. September 2014.

Mit dem Auftrag zur Ausrüstung eines Evakuierungsflugzeugs und der Vorbereitung von Freiwilligen stand eine Reihe von Beamten und Ingenieuren vor völlig neuen Herausforderungen. Zwar hatten die Experten aus Luftfahrttechnik, Medizin und praktischer Ambulanzfliegerei eine Vorstellung davon, wie eine fliegende Isoliereinheit aussehen könnte.

Doch in die Praxis umgesetzt hatte so etwas noch niemand. Im Nachhinein lässt sich sagen, dass der Umfang des Projekts, das aus dem Fürsorgegedanken für deutsche und internationale Hilfskräfte heraus entschieden worden ist, in seinem Verlauf eine Dimension und Komplexität entwickelte, die anfangs nur ansatzweise vorstellbar war. Umso mehr war die Zeit von zehn Wochen harter Arbeit bis zur Einsatzreife eine hervorragende Leistung, die auf erstklassiger Expertise diverser Fachrichtungen sowie guter Teamarbeit gründete. 
 

Pragmatisches Handeln 

Aber von vorne: Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes war mit der Koordinierung der Entwicklung des Evakuierungsflugzeugs betraut worden. Partner der ersten Stunde und Spiritus Rector der wissenschaftlich-technischen Seite des Projekts war das Robert-Koch-Institut (RKI). Nach einem ersten Brainstorming mit Unternehmen aus Luftfahrt, Ambulanzfliegerei, Medizintechnik, mit Arbeitsschützern und dem für Arbeitssicherheit federführenden Bundesministerium für Arbeit und Soziales entwickelte sich rasch eine partnerschaftliche Struktur von Teilhabern an diesem Projekt, die bis zum Ende der Einsatzbereitschaft hielt. 

Das Flugzeug, ein Airbus A340-300, wurde von der Lufthansa gechartert, der Einbau der Sonderisolierstation erfolgte in deren Hamburger Werft. Diese Station bestand aus einer stabilen Zeltkonstruktion mit drei Kammern: einer Behandlungseinheit und zwei Schleusenkammern, in denen der Patient behandelt, Einsatzkräfte dekontaminiert und medizinisches Material vorgehalten werden konnten. Die Ärzte und Pfleger der Klinik für Infektiologie der Charité, die im Umgang mit Ebola und ähnlichen hochinfektiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen erfahren sind, entwickelten mit dem RKI einen Plan für Personaleinsatz und -schulung. Das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf war verantwortlich beteiligt und brachte wertvolle Erfahrungen aus der Behandlung eines Ebola-Patienten in ihrer Sonderisolierstation ein. 

Auf der Lufthansa-Werft wurde mit der Firma Nordwest-Box, einem mittelständischen Fachbetrieb für den Bau von Spezialzelten und Metallkonstruktionen, eine erste Übungsisolierstation aufgebaut. Täglich wurde geprobt, geplant, verworfen, neu geplant, wie solch eine Station nicht nur stabil in ein Flugzeug verbaut werden kann, sondern auch, wie sie dort bei eventuellen Luftnotfällen standhält und das medizinische Personal wie auch der Patient nach höchsten Standards geschützt werden können. Die Reaktion der Zeltkonstruktion bei Druckabfall war dabei eine der schwierigsten Herausforderungen, die es zu lösen galt – und die Ingenieure haben das mit einer patentfähigen Neukonstruktion geschafft.

Ganz nebenbei, aber sicher nicht nebensächlich benötigte die fliegende Sonderisolierstation eine Betriebserlaubnis gemäß §15 der Biostoffverordnung. Dabei ging es nicht nur um die sichere und dichte Konstruktion der Isoliereinheit, sondern vielmehr um verlässliche Abläufe beim Ein- und Ausschleusen des Patienten, bei der Behandlung, bei Luftnotfällen oder bei Unfällen des medizinischen Teams, zum Beispiel Nadelstichverletzungen, die bereits in den Behandlungszentren in Westafrika ein ständiges Risiko waren. Für alle denkbaren Verfahren an Bord – von der Übernahme des Patienten bis hin zur abschließenden Dekontaminierung der Isolierstation – wurden in nächtelanger Arbeit mehrere hundert Seiten „Standard Operating Procedures“ entwickelt, die den erfahrenen, anspruchsvollen Prüfern des Hamburger Amtes für Arbeitsschutz vorzulegen waren.

Es wurde rasch klar, dass eine fliegende Klinik Material benötigt – für den Ernstfall ebenso wie für das Üben am Boden. Aber nicht jedes Produkt, das in deutschen Behandlungszentren Anwendung fand, würde auch auf Reiseflughöhe eines Medevac-Jets funktionieren. Besondere Schutzanzüge mussten her und auf ihr Verhalten bei Druckabfall getestet werden. Unter diesen Anzügen benötigte das medizinische und technische Personal spezielle Funkgeräte, die die Flugzeugnavigation nicht beeinträchtigten, Notsauerstoff und Trinkwasserbeutel, denn sie sollten ja zwei bis drei Stunden in ihren Anzügen in der Isolierstation durchhalten können.

An Bord wie am Boden ergab sich daraus zusätzlicher Personalbedarf für die Logistik, der mit Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gedeckt werden konnte. Das DRK war bereits mit erfahrenen Rettungsassistenten des DRK-Flugdiensts als Chiefs of Operation an Bord wie auch mit den Dekontaminierungsspezialisten seines bayerischen Landesverbands am Projekt beteiligt. Für den Einsatz in Cockpit und Kabine des Flugzeugs hatten sich binnen weniger Tage über 700 Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa von sich aus beworben. 

Insgesamt hat sich für dieses Projekt ein buntes Ensemble von Menschen, Firmen und Institutionen aus allen Teilen der Republik zusammengefunden, haben Behörden des Bundes und der Länder ihre Aufgaben pragmatisch erledigt und gemeinsam einem humanitären Projekt zu nationalem Prestige verholfen.
 

Eine Gemeinschaftsaufgabe

Die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation wie auch die Europäische Union haben im Verlauf der Ebola-Krise bestehende Strukturen in das Krisenmanagement eingebrachtZum Beispiel die Friedensmission UNMIL in Liberia. und neue geschaffen.UNMEER: United Nations Mission for Ebola Emergency Response Folglich trugen die internationalen Organisationen genauso wie Regierungen und NROs eine große Verantwortung für ihr Personal in Westafrika. 

Im Hinblick auf die Möglichkeiten einer Evakuierung infizierter Mitarbeiter haben sich diese internationalen Organisationen aber auf Optionen verlassen, die der „Markt“ hervorbrachte. Die USA hatten sich mit ihrer reinen Transportlösung von Beginn an bereit erklärt, diese auch anderen Staaten und internationalen Helfern zur Verfügung zu stellen. Eigene Kapazitäten hingegen haben selbst die großen multilateralen Akteure nicht entwickelt, vermutlich, weil ihnen dazu die für die technische Planung, Zulassung und Durchführung erforderlichen Strukturen fehlten. 

Auch Brüssel ging nicht auf Vorschläge ein, eine gesamteuropäische Lösung zu schaffen. Allerdings nahm die Generaldirektion für Humanitäre Hilfe der EU-Kommission (DG ECHO) verschiedene kommerzielle und staatliche (reine) Transportoptionen unter Vertrag, deren Nutzung im Einzelfall mit EU-Geldern hätte bezuschusst werden können. Diese Rückholversicherung wäre deutschen und internationalen Entsendeorganisationen im Ernstfall sicherlich willkommen gewesen angesichts der hohen Kosten eines Rettungsflugs für einen hochinfektiösen Patienten. Auch der deutsche Medevac-Flieger (mit Namen „Robert Koch“) war Teil des „freiwilligen Pools“ von DG ECHO. Damit hat Deutschland einen Beitrag zur Handlungsfähigkeit der internationalen Gemeinschaft -geleistet.

Dennoch blieben die politische Initiative zur Schaffung dieses Rettungsflugzeugs sowie die jeweiligen Projektkosten in Deutschland und anderswo in nationaler Verantwortung. Bei vergleichbarem Bedarf in der Zukunft sollte man sich fragen, ob die Schaffung einer derartig speziellen Fähigkeit, die absehbar nur wenige Einsätze absolvieren wird, nicht doch eine Gemeinschaftsaufgabe ist, deren Last auf mehrere Schultern verteilt werden kann.
 

Verantwortung für künftige Fälle

Was bleibt aus dieser Erfahrung? Zunächst einmal ein technisches und personelles Konzept für eine funktionsfähige Evakuierungslösung mit Behandlungsmöglichkeiten für hochinfektiöse Patienten. Die Projektpartner sind derzeit damit befasst, einen bleibenden institutionellen Rahmen zu entwickeln, in dem ein solches Evakuierungsflugzeug in künftigen Krisen noch schneller startklar sein kann als im vergangenen Jahr. Dazu bedarf es auch künftig regelmäßiger Übungen und einer weiteren technischen Perfektionierung der Sonder-isolierstation und ihrer Ausstattung. Die Bundeswehr ist an diesen Überlegungen beteiligt.

Politisch gesehen war die Schaffung eines so sichtbaren Rettungs-instruments ein Höhepunkt staatlicher Fürsorge für deutsches und internationales Personal. Die Verantwortung einer Regierung oder Geschäftsleitung für die Sicherheit und Unversehrtheit ihrer Mitarbeiter ist nicht neu. Dennoch hat die Ebola-Krise, in der ganz unterschiedliche Kräfte zum Einsatz kamen, mehr als andere Auslandseinsätze auch für das breite Publikum deutlich gemacht, welche Gefahren mit einem humanitären Einsatz außerhalb Deutschlands verbunden sein können. Neben Soldaten, erprobten THW- und DRK-Einsatzkräften sowie Ärzten mit Tropenerfahrung meldeten sich im Herbst 2014 Hunderte von Freiwilligen, die bereit waren, vorübergehend ihren beruf-lichen und familiären Alltag gegen einen Hilfseinsatz in Westafrika einzutauschen.

Ob freiwillige Helfer oder hauptberufliche Einsatzkräfte: Die Entsendeorganisationen müssen verantwortlich handeln, gleich welcher Natur ein potenzielles Krisenszenario am Einsatzort ist. Eine fragile Sicherheitslage, latente Naturkatastrophen, Entführungsgefahr oder eben eine medizinische Krise wie die 2014 ausgebrochene Ebola-Epidemie in Westafrika erfordern eine umfassende Krisenvorsorge. Die deutschen Auslandsvertretungen praktizieren das seit Langem, stimmen sich dabei mit Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, mit Schulen, aber auch mit der deutschen Industrie an Auslandsstandorten ab. Große Unternehmen verfügen über eigene leistungsfähige Sicherheitsabteilungen, die auf unterschiedliche Szenarien bestens vorbereitet sind; Mittelständler und kleinere Unternehmen oder auch Medien greifen auf Angebote von Sicherheitsdienstleistern zurück.

Mit Risiken unterschiedlichster Art, auch in Staaten, die lange als stabil und sicher galten, wird die Entwicklung von Sicherheits- und Evakuierungskonzepten immer wichtiger. Kein Arbeitgeber, keine Entsendeorganisation kann heutzutage Risiken für ihre Mitarbeiter ausschließen oder abtun. Die rasche Entwicklung und Indienststellung des Evakuierungsflugzeugs „Robert Koch“ war daher nicht nur eine intellektuelle und handwerkliche Höchstleistung; sie hat auch einen Standard gesetzt für verantwortliches staatliches Handeln in der Krisenvorsorge. 

Mirko Schilbach ist stellv. Leiter des Krisenreaktionszentrums des Auswärtigen Amtes. Er gibt hier seine persönliche Meinung wieder.

Bibliografische Angaben

Internationale Politik 6, November/Dezember 2015, S. 77-83

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