Online exklusiv

15. Nov. 2023

20 Jahre WIIS Deutschland

Frauen sind in der Außen- und Sicherheitspolitik traditionell unterrepräsentiert. Das Netzwerk Women in International Security wurde gegründet, um das zu ändern. Auf diesem Weg ist in den vergangenen Jahren einiges gelungen, dennoch bleibt sehr viel zu tun. Jetzt gibt es einen Grund zum Feiern.

Bild
Bild: Verteidigungs- und Außenministerinnen am Rande das NATO-Gipfels in Spanien
Lizenz
Alle Rechte vorbehalten

Das deutsche WIIS-Netzwerk begeht seinen 20. Geburtstag. Zehn Frauen haben sich im Jahr 2003 in den Räumlichkeiten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) getroffen, um Women in International Security Deutschland aus der Taufe zu heben: Im Jubiläumsjahr 2023 zählte die Sektion im März 682 Mitglieder. Seine Wurzeln hat WIIS im Jahr 1987 in den USA. Sylke Tempel, bis zu ihrem Tod 2017 Chefredakteurin der IP, war ebenfalls Vorständin von WIIS Deutschland.

Am 16. November wird das 20-jährige Bestehen mit einer internationalen sicherheitspolitischen Konferenz in Berlin begangen. Zum Jubiläum hat die IP einige Stimmen gesammelt:

„Frauen sind immer noch zu selten in der Außen- und Sicherheitspolitik vertreten, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Um unsere großen Probleme und Herausforderungen erfolgreich anzugehen, sind jedoch zweifelsohne die Fähigkeiten der Frauen gebraucht. Ohne sie fehlt uns die Hälfte der klugen Köpfe. Deshalb sind Netzwerke wie WIIS wichtig, sie vernetzen Frauen und machen sie sichtbarer.“

Siemtje Möller, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung

 

„In den letzten Jahren hat sich – auch und gerade wegen WIIS – die Sichtbarkeit von Frauen in der Außen- und Sicherheitspolitik und deren Expertise in Deutschland deutlich gesteigert. Um diese positive Entwicklung weiter voranzutreiben, hoffe ich zukünftig auf noch mehr Männer(-netzwerke) als aktive Partner von Frauen: Es geht nicht um Mann vs. Frau, sondern um ein gleichberechtigtes Miteinander – einen „seat at the table“. Hier erfahren wir als WIIS bereits viel Verständnis und Unterstützung von unseren männlichen Kollegen – mit noch Luft nach oben. Daran sollten wir gemeinsam anknüpfen und vorangehen.“

Andrea Rotter, Referatsleiterin für Außen- und Sicherheitspolitik an der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung

 

„Ein zentrales Ziel von WIIS besteht darin, Frauen, die sich in der Außen- und Sicherheitspolitik verorten, zu vernetzen und sichtbar zu machen. Dass Frauen an den aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Debatten teilnehmen und gehört werden, ist gut und sehr erfreulich. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass das Ziel erreicht ist. Die Beteiligung von Frauen am außen- und sicherheitspolitischen Diskurs sowie an der außen- und sicherheitspolitischen Praxis muss täglich neu realisiert und ermöglicht werden. Die Mitglieder von WIIS tragen hierzu bei – ehrenamtliches Engagement kann beeindruckende Kräfte freisetzen. Gleichzeitig ist es kein Ersatz für systematische Politik und das Setzen verbindlicher Rahmenbedingungen.“ 

Prof. Dr. Susanne Fischer, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung

 

„Klar, man kann als Frau in der Sicherheitspolitik auch ohne WIIS.de auskommen. Aber warum sollte man sich das antun?“

Dr. Constanze Stelzenmüller, Director and Fritz Stern Chair, Center on the United States and Europe Foreign Policy, Brookings; langjährige Ex-Vorständin von WIIS Deutschland

 

„Am eigentlichen Geburtstag von WIIS Deutschland war Peter Struck Verteidigungsminister. Er musste den Deutschen erklären, was die Sicherheit in Deutschland mit dem Kampf von Bundeswehrsoldaten am Hindukusch zu tun hat. Ich war zum Glück nicht die einzige Berichterstatterin. Sondern traf auch in Afghanistan immer wieder Kolleginnen. Wenn sich aber damals jemand allgemein zum Sicherheitsgeschehen äußerte, war das DER Sicherheitsexperte, gerne mit bedächtigem Vollbart. Umso mehr freut es mich heute als Gastgeberin des NDR Podcast Streitkräfte und Strategien, wenn ich zwischen so vielen exzellenten Sicherheitsexpertinnen auswählen kann: Claudia Major, Ulrike Franke, Stefanie Babst, Nicole Deitelhoff – um nur einige Namen zu nennen.“

Anna Engelke, NDR-Journalistin

 

Bibliografische Angaben

Internationale Politik, online exklusiv, 15. November 2023

Teilen

Themen und Regionen