01. Juli 2015

Flüchtlingsdrama an Europas Grenzen

Wie sollte die EU auf die Flüchtlingssituation reagieren?

Seit Beginn des Jahres sind im Mittelmeerraum offiziell über 2000 Menschen beim Versuch, nach Europa zu gelangen, ums Leben gekommen. Wie sollte die EU auf diese dramatische Situation reagieren? 78 Prozent der befragten Bundesbürger halten umfangreichere Hilfeleistungen an die Ursprungsländer der Flüchtlinge für ein geeignetes Mittel, um weitere humanitäre Katastrophen zu verhindern. 70 Prozent (Mehrfachnennungen möglich) meinen, dass die Schlepperbanden energischer als bisher bekämpft werden müssen, und 62 Prozent plädieren für eine Ausweitung der aktuellen Seenotrettungsprogramme. Die Ausweitung legaler Einwanderungsmöglichkeiten für Flüchtlinge ist nur für 55 Prozent der Deutschen eine Option.
An der Frage der Einwanderungsmöglichkeiten entzünden sich die größten Meinungsunterschiede bei den Befragten. Immerhin 58 Prozent der Westdeutschen, aber nur 33 Prozent der Ostdeutschen halten es für einen gangbaren Weg, mehr legale Einwanderung zuzulassen. Ähnlich zurückhaltend ist man in Ostdeutschland bei den Seenotrettungsprogrammen. Deren Ausweitung befürwortet hier nicht einmal jeder Zweite, während es im Westen immerhin rund zwei Drittel sind. Bei den Parteipräferenzen sind die Differenzen ähnlich signifikant: So möchten zwei Drittel der Grünen-Wähler, aber nicht einmal ein Drittel der Linken-Wähler die legale Migration nach Europa erleichtern.
 

Bibliografische Angaben

Internationale Politik 4, Juli-August 2015, S. 5

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